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50 Jahre "ATZE"
 
Figuren und Serien
 
 "Azte" und "Atzeline"

Atze und Atzeline

Freund Atze machte während seiner Laufbahn einige Metamorphosen durch: Vom einfachen Berliner Jungen über den permanenten Halstuchträger mit Vorbildfunktion (seelische Verwandtschaft zu Mäxchen Pfiffig als dem
Prototyp des "Pioniers" schlechthin) bis zum bürgerlichen Normalo der letzten Atze-Tage.

Anfangs ständig mit einem Comic oder einer Bildergeschichte im Heft vertreten, machte er sich bald rar und schrieb nur noch Briefe an die Gemeinde. Dies waren dann wertvolle Hinweise zum Sinn des Lebens als Pionier des Fortschritts.
Schwester Atzeline wurde gleich als fertige Pionierin geboren. Sie vertrat Atze in der Heimat, wenn jener als Kundschafter des Sozialismus beim besonderen Auslandseinsatz weilte. 1963 verschwand Atzeline, relativ unverbraucht, wieder in der Versenkung.

Bis Ende des Jahres 1963 wurde Atze von seinem Erfinder Jürgen Kieser gezeichnet (vertretungsweise auch kurz einmal von Fischer, Ebel und Berein).
Ab 8/1964 zeichnete Hans Betcke die nun ausgesprochen textlastigen Geschichten um Atze, später dann wurde der Rest-Atze (Vignetten) von Irmtraud Wittig (später Winkler-Wittig) betreut.

Auftritte der Titelfigur
 
1955 - 12/1963 Atze-Comics und -Bildgeschichten von Jürgen Kieser
8/1964 - 1966 "Aus Atzes Tagebuch" und "Atze erzählt" von Hans Betcke, hauptsächlich Prosa
ab 1967 "Atze-Post" und
"Atze notiert"
Vignetten von Hans Betcke
ab 7/1976 "Atze-Post"
Vignetten von Irmtraud Wittig
5/1990 letzter Gruß: "Euer Atze"
12/1990 nur noch "Redaktion Atze"

Im Zeichen des Halstuchs
 
1955 - 3/1958 ohne Pionier-Halstuch, danach sporadisch mit/ohne
ab 6/1958 fast ausschließlich mit pionierlichem Ehrenzeichen,
Ausnahme: bei den Auslands-Einsätzen wie etwa 1961 in Ägypten durfte das Tuch im Spind verbleiben
1/1990 letztmalig mit Halstuch
ab 3/1990 ohne Identifikations-Merkmal
 
 "Fix und Fax"

Fix und Fax
siehe auch






 
1/1958-2/1987 Jürgen Kieser
350 Geschichten
1987-11/1990 Eugen Gliege
bis zur 395. Geschichte
ab 12/1990 Kieser-Nachdrucke
4 Geschichten
 
 "Pats Reiseabenteuer"

Pats Reiseabenteuer

"Pats Reiseabenteuer" nahm nach Anzahl der Folgen (291) den zweiten Platz hinter "Fix und Fax" ein.
"Pat" erschien von 1/1967-3/1991. Autor der Geschichten war Wolfgang Altenburger, Zeichner Harry Schlegel.
Pat war der mitteldeutsche Robin Hood und Eulenspiegel in Personalunion. Er agierte im 19. Jahrhundert und richtete seine Streiche gegen die "herrschende Klasse" wie Adel, Gutsherren und preußisches Militär. Gelegentlich traf er auf historische Figuren. Im Comic versteckte sich stets ein anachronistisches Objekt, das bei Entdeckung die Teilnahme an einem Preisausschreiben ermöglichte.
 
 "Pinguin Patt"

Atze 8/1960

Pinguin Patt erschien mit 13 losen Folgen in den Jahren 1960-1964. Text bzw. Verse und Zeichnungen waren ausschließlich von Richard Hambach.

Der muntere Pinguin hirschte durch Land und Flur, meistenteils in der DDR, war aber auch bei den Freunden der DDR in Afrika zu Gast.
Als akkreditierter Reporter vom "Kinderradio DDR" führte seine erste Reise zu Ehren von "Lunik 3" auf den Mond. Er schaute beim revolutionären Plattenbau zu, besuchte den Tierpark Berlin, traf das Schwein Jolanthe in der LPG und beneidete einige Erstklässler bei ihrer Schuleinführung.
Ab Heft 11/1960 wurde er in realistische Hintergründe eingepasst. Patt war bei "Sternradio Weißensee" und bei den Kumpels im Kalibergbau. Später suchte er wiederum eine LPG heim. Im Heft 10/1962 reiste er in die LPG der Zukunft ins Jahr 1980. Auch vor dem Braunkohlentagebau machte er nicht halt. Er besuchte sogar Guinea, um Bananen für die DDR aufzureißen.

Letztmalig ward er in Heft 8/64 gesehen, wo er beim Pioniertreffen in Karl-Marx-Stadt, ausgerechnet im alten Relikt "Chemnitzer Hof", wahrscheinlich total versackte.
 
 "Hans Taps"

Atze 9/1962

Mit dem schlechten Beispiel von Hans Taps belehrte man uns 7 lose Folgen lang in den Jahren 1962-1963.
Die Zeichnungen und Verse stammten von Richard Hambach.
Während Tüte bei der Zeitschrift "Frösi" Schabernack trieb, war Taps bei Atze angestellt (Rollkragen-Pullover wie Tüte - ein Rollkragen schützte den Einwohner vor der Halstuch-Pflicht).
Hans Taps war ein Naturfrevler, ja schlimmer noch, ein Halstuchmuffel:
 
"Auch daß der Taps kein Halstuch trägt,
hat ganz bestimmte Gründe.
Wer es in Ehren hält und pflegt,
meint Taps, der läßt's im Spinde."

Na gut, wenigstens ist er überhaupt bei den "Pionieren" gewesen, wenn auch nur im Untergrund.
Dieser Hans Taps war der Lumich der Nation, immer bereit, alles falsch zu machen. Damit er auch ständig weiter als Abschreckung dienen konnte, nahm er natürlich keinerlei Lehren an.
 
 "Pedro und Senor Coco"

Pedro und Coco

Pedro und Senor Coco brachten es in den Jahren 1965/66 insgesamt auf 19 Folgen.
Autor und auch Zeichner der relativ sozialkritischen Geschichten war Harry Schlegel. Die Handlung spielte sich im  unerreichbar fernen Südamerika ab.

Die erste Staffel von 6/1965 bis 4/1966 hatte Pedros Suche nach einem Inkaschatz zum Inhalt. Gegenspieler war ein böser und habgieriger Diamantenhändler.
In der zweiten Staffel von 5/1966 bis 12/1966 kämpfte Pedro für den Zirkus "RiCoLo" gegen die Schergen des Großkapitals, hier vertreten durch den "Corned Beef"-Konzern.

Die ideologische Komponente der Geschichten war sicher ein Zugeständnis an das Politbüro.
 
 "Jonathan Poppendick"

Kapitän Poppendick

"Die seltsamen Abenteuer des Kapitäns Jonathan Poppendick" spielten sich auf den Weltmeeren ab.
Mit seinem persönlichen Ziegenbock Jonathan dem II. überstand Poppendick ziemlich merkwürdige Begebenheiten.
Der Autor und Zeichner der Geschichten war ebenfalls Harry Schlegel. Poppendick begleitete "Atze" von 1/1965 bis 5/1965.

Mit einer gewissen Berechtigung kann man Jonathan Poppendick als den legitimen Vorgänger von Käpt'n Blaubär bezeichnen.
 
 
 Funnies
 
Nilpferd Quambo Jürgen Kieser 3/1955
Hasenkinder Nuck und Nick Jürgen Kieser 4/1955
Füchslein Gernegroß Jürgen Kieser 5/1955
Wie der Maulwurf vor dem Schaden klug wurde Jürgen Kieser 6/1955
Eine merkwürdige Verfolgung Jürgen Kieser 7/1955
Affe Bimbo Jürgen Kieser 10/1955
Kiesers Antwort auf Micky Maus: Mausefips Jürgen Kieser 11/1955
Pinguin Pimpi Heinz Rammelt 1/1957
Kater Riko Jürgen Kieser 5/1957
 
Des Pioniers Ratgeber und Helfer in jeder Lebenslage
 
 "Rumpelmännchen"

Atze 6/1957

Wie in vielen anderen Publikationen erschien das Rumpelmännchen  natürlich auch bei Atze. Hier in Heft 6/1957, gezeichnet vom Sozialismus durch das Kobold-Kollektiv.
Exakterweise: das Koboldfilm-Kollektiv, ein
privates Trickfilmstudio mit freischaffenden Mitarbeitern, das 1954 von Ernst Urchin (1901-1973) in Berlin gegründet worden war.
Das Markenzeichen des Studios war ein kleiner Kobold.
Als Hauptauftraggeber der Trickfilmer fungierte die DEWAG (Deutsche Werbe- und Anzeigengesellschaft).

Klar, es gab nix in der DDR, aber davon eine ganze Menge.
 
"Hab'n Se nicht noch Altpapier,
liebe Oma, lieber Opa?
Klingelingeling ein Pionier,
klingelingeling steht hier, ein roter.
Hab'n Se nicht noch Altpapier,
Flaschen, Gläser oder Schrott?
Klingelingeling, schnell geb'n Se's mir,
sonst holt sich's die FDJ."

So klangen die fröhlichen Lieder der Sammler und Sammlerinnen durch die Gassen der DDR, aufgeschrieben und komponiert vom Genossen Demmler.
Siehe auch bei Frösi.
 
 "Kuri"

Atze 8/1962

Kuri
bezog seine Herkunft von Kuri(oses)







Der kleine Schlaumeier war präsent in vielen Atze-Heften von 1962 bis 1964.  Gezeichnet wurde er von Otto Sperling.

Kuri war geistig verwandt mit Hannes Hegens "Lexi" und Richard Hambachs "Kundi".
Er gab relativ interessante Sachen aus der Geschichte der Technik und viel Naturwissenschaftliches zum besten.
Und Kuri widmete sich natürlich auch den Errungenschaften und Vorzügen der DDR wie zum Beispiel der Braunkohle als Basis der gut funktionierenden Volkswirtschaft.
 
 "Wattfraß"

Atze 1/1959

Selbstredend musste in den Atze-Heften auf den schlimmen Feind der Volkswirtschaft hingewiesen werden.
In Heft 1 von 1959 widmete Jürgen Kieser dem teuflischen Stromer sogar das Titelbild und eine ganze Bildergeschichte.
Siehe auch bei Frösi.
 
 "Korbine Früchtchen" und "Korbian Stengel"

Frösi 5/1962
Korbine

Die beiden "Fruchtkörbe" gehörten zum Leben des DDR-Kindes wie das Salz zur Suppe. Da ständig Mangel an Obst und Gemüse herrschte, waren die Kinder angehalten, im Wald und auf der Heide sowie im Hausgarten nach den leckeren Schätzen der Natur zu graben. Ein Netz von Annahmestellen kaufte alles mögliche auf, angefangen von Wald- und Wiesenkräutern bis hin zum König der Südfrüchte, dem Kürbis. Siehe auch bei Frösi.
   
 "Flora und Jolante" und "Wurst am Stengel"

Atze 7/1960

Dem Mais wurde sogar ein Opus gewid-
met:

"... der Mais, wie jeder weiß,
das ist ein strammer Bengel.
Der Mais, der Mais, wie jeder weiß,
das ist die Wurst am Stengel ..."

oder so ähnlich. Siehe auch bei Frösi.

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