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50 Jahre "Fröhlich sein und singen"

 

50 Jahre Frösi"Fröhlich sein und singen" ist zwar nicht 50 Jahre alt geworden, sondern nur knapp 38, doch am 25. Juni 2003 jährte sich zum 50. Mal der Erscheinungstag der Nummer 1 der bekannten DDR-Kinderzeitschrift.

Trotz bedeutend kritischerer Betrachtung aus heutiger Sicht hat wohl jeder Leser der Frösi SEINER Ära irgend etwas abgewinnen können.
Meine Frösi-Zeit lag so zwischen 1958 und 1964 und ich gestehe, ich hab's damals gerne konsumiert (jedenfalls einen großen Teil davon). Ich glaube natürlich fest, dass das Gesamterscheinungsbild der Frösi inklusive der Beigaben damals am gefälligsten und eben auch am erträglichsten war.
Doch ich nehme an, dass auch in späteren Jahren noch viele ihre Freude an der Zeitschrift hatten.

Die besondere Anziehungskraft der Frösi lag sicher in ihrer Farbigkeit, in der Vielfalt der Beilagen und ganz besonders natürlich im allgemeinen Mangel an Kinderzeitschriften in der DDR begründet. (Das MOSAIK als das "non plus ultra" der Freudenspender läuft natürlich völlig außer Konkurrenz.)
Die wahren Zugpferde waren neben den vielen "Gimmicks" die farbigen Bildergeschichten und Comics renommierter Zeichner wie Richard Hambach, Jürgen Kieser und vielen anderen, jede Menge Preisauschreiben (z. B. in Frösi 2/1955 von Richard Hambach) und .. und .. und.

Im Heft wurde allerlei Unterhaltsames und Wissenswertes vermittelt, teilweise jedoch unter einseitiger, aber dafür parteilicher Betrachtungsweise.
Da bietet sich wieder der bärtige Witz an: "Kann man zugleich parteilich, ehrlich und intelligent sein?" Natürlich nicht, denn wer intelligent und ehrlich ist, der kann nicht parteilich sein. Die beiden anderen Kombinationen kann sich jeder selbst zusammenzimmern.


 
Die dunklere Seite des Heftes bestand in der teilweise erheblichen ideologischen Anmaßung gegenüber anderen Gesellschaftssystemen.
Vieles war relativ harmlose Verdummung, einiges aber stammte aus dem demagogischen Giftschränkchen.
Partiell lag es sicher auch in der Hand der jeweiligen Chefredakteure , die Wucht der ideologischen Keule moderat einzusetzen.

Chefredakteure waren:
vom Anfang bis 1967 :     Dieter Wilkendorf
von 1967 bis 1974 :         Heimtraud Eichhorn
von 1975 bis zum Ende :   Wilfried Weidner

Diese Keule wurde jedoch mit den Jahren auch objektiv immer voluminöser.
Aber dies war ja definitiv das erklärte Ziel; die Frösi-Hefte sollten als außerschulisches Erziehungs-Instrument ihre parteigegebene Pflicht erfüllen.
Der ideologisch gefärbte Anteil in Schrift und Bild erhöhte sich zum Ende der 60er Jahre leider immer mehr und machte das Heft zum Teil schwer verdaulich.
"Wir bauen einen Panzer"  hieß es sogar schon in der Frösi 9/1957.
Es war eben "Keiner zu klein, Kämpfer zu sein!" , jederzeit in der Lage, dem Bonner Imperialismus eins auf die Plinse zu hauen.

Trotz alledem hatte die Zeitschrift aber auch ihre guten Seiten, sonst wäre sie wohl bei den Kinderchen kaum so beliebt gewesen.

In den 80ern nahm die Qualität wieder etwas zu. Nach dem legendären Fernsehauftritt von Egon Krenz im Spätherbst 1989, mit seiner rührenden Feststellung, irgendeine Wende eingeleitet zu haben, gestaltete sich der Inhalt der "Frösi" relativ genießbar.

Doch Anfang 1991 wurde das Kapitel "Frösi" endgültig geschlossen und das "gewendete" Heft ging wie viele andere Relikte der DDR-Zeitschriftenlandschaft in die mehr oder weniger verdienten "Ewigen Jagdgründe" ein. Jedenfalls konnte man der "Frösi" letztmalig im März 1991, zwar schon kränkelnd doch noch lebend, begegnen.
 
" Fröhlich sein und singen "
war nicht nur Zeitschrift, sondern auch Hymne.
 
Fröhlich sein und singen
(Auf zum Sozialismus)


Fröhlich sein und singen, stolz das blaue Halstuch tragen.
Andern Freude bringen, ja das lieben wir.
Hallo hört ihr die Fanfaren, hört ihr unsre Lieder, das sind wir.
Fröhlich sein und singen, ja das lieben wir.

Unser Flammenzeichen führt voran auf steilen Wegen.
Thälmann wolln wir gleichen, das geloben wir.
Hallo, hebt die Fahnen höher, denn die helle Zukunft das sind wir.
Thälmann wolln wir gleichen, das geloben wir.

Auf dem Wege weiter, den uns die Partei gewiesen.
Vorwärts junge Streiter, vorwärts Pionier.
Hallo, auf zu guten Taten, denn den Sozialismus brauchen wir.
Vorwärts junge Streiter, vorwärts Pionier.
JP

das "Flammenzeichen"

Komponist:   Hans Naumilkat
Text:          Ilse und Hans Naumilkat

                  Beide Naumilkats waren wohlbekannt als die Hof-Liedermacher der "Frösi" .
 

 


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Statt eines Nachrufs

Der VoPoAuskopplung aus
"Der Volkspolizist"
von Naumilkat / Engel
zum "Grand Prix des volkstümlichen Kampfliedes"

 
Und wenn ich mal groß bin, damit ihr es wißt,
dann werde ich auch so ein Volkspolizist.
Ich helfe den Menschen, ich bin mit dabei,
beschütze die Heimat als Volkspolizei.

"Fröhlich sein und singen"
war und ist mit Sicherheit KEIN "Kultobjekt", aber ein recht gutes Abziehbild des kulturellen und politischen Zeitgeistes von 37 Jahren Alltag in der einzigen DDR der Welt.

Abschließend noch ein Beispiel für das reichhaltige (monatliche !!!) Kinder-Fernsehprogramm von 1962, das aber für Kinder im wesentlichen weitaus gesünder war als das heutige Überangebot mit bedeutend höherem Schrottanteil. Doch jeder Schrott findet seinen Liebhaber.

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