Homepage |  | Comics |  | zurück  


 
 

500    mosaik 500 August 2017

Mosaik 500

Vor der Wittenberger Stadtmauer lungern drei junge Leute vor sich hin. Während Michael vollkommen asketisch Blumen pflückt, versucht Christine ihrem Spielkameraden Karl klarzumachen, daß sie nicht als alte Jungfer versauern will. Die beiden betroffenen Junggesellen beschließen in ihrer Not, Cranachs Frau in die Spur zu schicken.
Diese gibt sich bei ihrem Gemahl alle Mühe, aber der will seinen besten Gesellen noch ein Weilchen finanziell abschöpfen, praktisch eher permanent. Katharina hat den Disput der beiden mitbekommen und fällt vorsichtshalber mal in Ohnmacht. Der Möhrenschnitzer Califax meint nun, man müsse da was in die Wege leiten, um die Spannung herauszunehmen.

Auf der väterlichen Burg wird Adrian seines Studienabbruchs wegen befragt (eigentlich hättet er jetzt das Rüstzeug zum Politiker). Nach seiner Aussage taugen die Professoren nichts, obendrein ist dieser Luther ein Ketzer und in Wittenberg wimmelt es von entlaufenen Nonnen. Sein Vater scheint zwar ein besonnener Mann zu sein, aber das mit den Nonnen geht gar nicht. Er will dem Kurfürsten einen diesbezüglichen Brief schreiben. Adrian freut's.

Den Faxen fällt nichts besseres ein, als nun Martin Luther in Sachen Meisterweihe zu aktivieren. Beim Essen im Hause Cranach sondert Luther zweckdienliche Äußerungen ab. Cranach riecht jedoch auch diesen Braten, denn er ist mittlerweile sensibilisiert.

Kurfürst Friedrich hat den Landgrafen von Hessen zur Jagd im Torgauer Forst geladen. Das Recht des ersten Schusses verpufft, der Landgraf verstümmelt mit seinem Armbrustbolzen dem armen Hirschen lediglich das Geweih. Zum Troste will Friedrich seinem Gast im Schlosse etwas Schönes zeigen. Groß ist der Schreck, als Cranachs neuestes Werk "Die Hirschjagd" nicht mehr am Platze ist. Laut Spalatin hängt der Schinken nun wie befohlen in Wittenberg. Was wäre naheliegender als den Hof wieder nach Wittenberg zu verlegen.

In Cranachs Ehebett wird nur noch gegrummelt. Michael holt Katharina aus ihrer Kemenate ab, ohne einen Grund zu nennen. Beide klettern über die Mauer des Augustiner-Klosters. Dahinter läuft ein rauschendes Fest. Die Abrafaxe nebst Spalatin und Karl mit Christine warten schon. Die Faxe und Spalatin geben die Wittenberger Stadtmusikanten, aber nur zweidimensional. Karl hat lecker Wein vom väterlichen Rebhügel dabei. Brabax gelingt es, Spalatin dazu zu bewegen, beim Kurfürsten ein wenig Heirats-Agitation zu betreiben. Was dieser dann festklopft, das kann auch Cranach nicht mehr verwässern. Anschließend kokelt Califax verschmorte Erdkrumplinge aus alten dalmatinischen Zeiten zusammen.

Kurfürst Friedrich kann seinem Gast endlich voller Stolz das Bild mit dem Braten in spe vorführen.

Auch Philipp ist sehr angetan. Er versucht sogar, Friedrich seinen Hofmaler abzuluchsen. Und nun kommt Spalatins großer Auftritt, als er vorschlägt, Cranachs Gesellen, der sowieso besser krakelt als der Meister, nach Hessen abzukommandieren.

Am nächsten Tag tanzen Friedrich und Philipp bei Cranach an und alles geht seinen vorbestimmten Lauf. Cranachs gutes Herz kann einfach nicht anders, zumal ihm der Landgraf für Michael 300 Gulden Entschädigung anbietet. Der Meisterbrief ruht schon seit der Zeit in der Schatulle, als Michael diese Frau Nikolai aus der Büchnerstraße auf die Spanplatte geölt hatte. Das war sein Meisterstück gewesen. Der neue Meister ist überglücklich, endlich heiraten zu können - na ja.
Karl darf seine Christine natürlich vor der gefürchteten Altjungfernschaft bewahren. Auch der alte Meister hüpft vor Begeisterung im Viereck, als der kleine Hans mit einer eigenen Zeichnung auftritt und unbedingt das Malern studieren will.
Da der Landgraf in Bälde mit dem neuen Hofmaler abziehen will, ist bei der Verheiratung Eile geboten. Cranachs wollen die Hochzeiten ausrichten.
Der Zwischenfall mit dem Boten (zeichnerisch irgendwie ein Fremdkörper, aber sehr gefällig) des alten Schwarzburgers wird von Spalatin elegant abgebügelt.

Die Trauungen übernimmt Luther persönlich. Die Doppelhochzeit zieht sich über drei Tage hin, das prägt. Michael wirkt in den Tagen danach recht ausgelaugt, vermutlich hat sich Katharina komplett für ihn aufgespart.
Bald rumpelt der Troß des hessischen Landgrafen aus der Stadt, nebst Hofmaler und Frau.

 

 © Copyright 2000-2017 Orlando Seitenanfang | HomepageeMail | Impressum