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350 Die Flucht des Khun Phan Februar 2005



Louis schaufelt sich mit seiner intriganten Gattin gerade in Richtung Bangkok durch die Wogen, als ihr Kahn von Fellers flottem Baumwolldampfer überholt wird. Mit an Bord sind bekanntlich die beiden Karamasows. Bevor Louis' Arme erlahmen, stellt Angelique mittels Schippchen und Hosengürtel eine Verbindung zum Dampfer her.
Nun kommen auch die Abrafaxe mit ihrem Segelboot angeschippert, das scheint ein spannender Einlauf zu werden. Die beiden Fischer frönen wie andere Meeresbewohner der Trittbrettfahrerei.
Da die vielen Enterhaken am Steuerruder des Dampfers dessen Manövrierfähigkeit stark beeinträchtigen, kommt es im Hafen von Bangkok zur mittleren Schiffskatastrophe. Die teure indische Baumwolle ergießt sich über den Kai. Eine weitere Investition Rock E. Fellers, die in den Sand gesetzt wurde. Niedergeschlagen aber generös verschenkt Feller die Ladung an die Einheimischen.

Ribbeck ist schon wieder mal am Ziel angekommen. In Ayutthaya trifft er auf einen weiteren Deutschen. Dr. Börger jobbt als Hofmedikus beim König Rama V. (auch bekannt als Börger-King). Dieser Staatsmann ist ein großer Reformer. Als der Doktor von der Wette hört, verspricht er, Ribbeck zum Ruhme der Deutschen Nation zu unterstützen.

Nun benötigt Ribbeck nur noch die Serviette aus dem Gasthaus Chonlaya Lao Tong, wo sogar der hiesige Herrscher sich gelegentlich eine Currywurst einzuschieben pflegt. Gerade, als Ribbeck dabei ist, über die siamesischen Ruinen abzulästern, nähern sich von hinten Leute. Des einen neidvolle Bemerkung über die Vorzüge der deutschen Bauwirtschaft beantwortet Ribbeck mit einem tröstenden Schulterklopfen. Hätte er lieber nicht tun sollen, denn das Berühren des Königs ist nicht gut für die eigene Gesundheit. Aber da der König, wie schon angedeutet, ein Reformer ist, scheint ihm die Todesstrafe etwas überzogen. Als Ersatz muss Ribbeck innerhalb von 72 Stunden den Khun Phan befreien, eine Aufgabe, die selbst Dr. Börger den Angstschweiß unterm Tropenhelm kondensieren lässt.

Das letzte Wegstück von Bangkok nach Ayutthaya legt die mittlerweile freudig vereinte Reisegruppe mit der Eisenbahn zurück. Nur Angelique hadert ob ihres eingebüßten Vorsprungs.
Aber manch anderer scheint noch schlechter dran zu sein: die Ballonfahrer sind im ewigen Eis eingeschlossen und Hummingford ist dem Fluch des Pantoffels anheim gefallen.

In Chonlayas Gasthaus findet ein Arbeitsessen im engeren Kreise statt. Der König hat's nicht leicht gegen den rückschrittlichen Adelsrat seines Landes. Die Panne mit Fellers Schiff wird zum Anlass genommen, ausländerfeindliche Stimmung zu verbreiten. Börger haut in die gleiche Kerbe, denn das könnte Ribbeck nützen.

Die Reisegruppe hat sich auf dem Wochenmarkt von Ayutthaya mit allerlei Leckereien eingedeckt. Jetzt suchen sie sich zwischen den Ruinen ein Plätzchen zum Picknick. Gefräßige Ameisen und ein Unwetter veranlassen sie zur Flucht unters Dach einer Pagode. Der Grill ist schnell aufgebaut, aber mitten im schönsten Essen stürmt siamesisches Militär den Esstempel.

Über die Grillparty würde der Befehlshaber ja noch hinwegsehen, doch so geht's nicht! Wenn schon, dann aber bitte barfuß!

Die Tempelschänder werden dem König vorgeführt. Der Adelsrat verlangt die Todesstrafe durch elefantöses Zertrampeln, aber Rama entscheidet, dass der Frevel durch das Baumwollgeschenk aufgehoben ist. Nur Ribbeck soll sich weiterhin selber freirätseln. Die spielsüchtige Tenka begibt sich in Lebensgefahr, sie will Ribbeck helfen. Als würdige Vertreterin der "generation zocker kids" löst die die Aufgabe im Handumdrehen, schließlich hatte sie jahrelang geübt.
Nun sind alle wieder frei, aber sie werden des Landes verwiesen und mit der Yacht des Königs nach Manila verschifft. Der Adelsrat ist zwar angesäuert, aber Rama hat alles ziemlich diplomatisch geregelt. Sogar einen Satz Servietten aus Chonlayas Kneipe hat er mit an Bord des Schiffes bringen lassen. Auch Califax' größte Sorge ist behoben, er kann die Segnungen der siamesische Küche beim Smutje genießen.

Die letzte Seite erweckt den Anschein, als ob wir noch in die Auseinandersetzung zwischen Spanien und Amerika geraten werden. Vielleicht treffen wir in Manila sogar die beiden Vögel Lulalei und Lalalu.
 
Die Bezeichnung "Langnasen" für EU-Mitglieder scheint bei den Siamesen sehr verbreitet zu sein. Politisch nicht sonderlich korrekt, selbst Ribbeck hat die Asiaten bisher noch nicht als "Schlitzaugen" bezeichnet.
Viele seltsame Gerätschaften wurden wieder in den Zeichnungen untergebracht: Marienkäfer, Sensenmann, Zahnputzzeug und Unterseeboot.

Ein witziges Jubiläumsheft, das allerdings etwas mehr Coverschmuck vertragen hätte. Nicht nur ein verschämtes Funkeln hinter der "350".

 

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