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353 Im wilden Westen Mai 2005



In den Straßen von San Francisco treffen wir nicht auf Detective Lieutenant Stone und Inspector
Heller, sondern auf eine ältere Dame inmitten einer Schar rundköpfiger Kinder. Man ist auf dem Weg zur Eisenbahn nach Springfield, denn die Kleinen wollen Ferien auf dem Bauernhof machen. Der renitent ungehorsame Benny-Boy bereitet seiner Nanny Mrs. Fleetlittle allerlei Ärger. Er will unbedingt Cable Car fahren, was aber am fehlenden Kleingeld scheitert.

Rock E. Feller wurde an San Franciscos hellem Strande von der USS "Olympia" ausgesetzt. Nun ist er unterwegs zum Zug nach Denver, dem nächsten Etappenziel der Weltreise. Rock fährt mit seinem eigenen Salonwagen. Kein Kunststück, es ist schließlich auch seine persönliche Bahnlinie.
Die Waisenknaben und -knabinnen müssen sich leider mit der III. Klasse begnügen. Beim Queren der San Francisco Bay mit der Eisenbahnfähre, wird Benny-Boy wieder aktiv und raubt Fellers Hut.
Dies führt zwangsläufig zur näheren Bekanntschaft mit der Waisenhausmutter. Da Rock in seiner Kindheit auch mal als Waise gearbeitet hat, kommen beide ins Fachsimpeln. Mrs. Fleetlittle scheint dabei irgendein Seifensieder aufzugehen. Kurzum, Rock zeigt sich generös und spendiert hundert Mille für seine Leidensgenossen aus frühen Tagen. Die gute Mistress fällt darob in eine wohlige Ohnmacht.

Endlich sind auch die Abrafaxe in San Francisco angeschwemmt worden. Der Postdampfer von Hawaii hat ihnen nichts geschenkt, schließlich muss es kesseln.
Die beiden Karamosows haben auf Hawaii noch einige Urlaubstage drangehängt, die beiden haben die Ruhe weg.

Mrs. Fleetlittle weilt wieder unter den aufgeweckten Kindern, sie schenkt Rock ein Kästchen, das dieser erst später öffnen soll.
In Springfield steigt sie wie geplant mit den kleinen Rackern aus dem Zug, Rock fährt weiter nach Denver.
Mangels monetärer Grundlage wollen die Abrafaxe nach Denver trampen. Abrax ist ein Kenner der
Materie, die drei beschließen hobo-mäßig auf dem Fahrgestell in die Hauptstadt Colorados zu düsen. Was sie nicht wissen, Ribbeck reist bedeutend komfortabler. Wenige Zoll über ihnen sitzt er mit seinem Bewacher im Gefängniswagen Richtung Boston. Das geschnorrte US-Komissbrot bekommt dem deutschen Offizier überhaupt nicht.
Ein auf den Gleisen zur Nacht gebetteter Büffel zwingt den Lokführer zur Notbremsung. Den Halt benutzt Califax schamlos, um auszubüchsen. In der Ferne lockt ihn der Rauch eines Lagerfeuers.
Abrax und Brabax müssen wohl oder übel hinterher.
Am Feuer schwingt ein etwas ältlicher Buffalo Bill mit einem BMI von mindestens 35 die Suppenkelle, seine Kreation mundet allen vorzüglich. Die deliziöse Füßlingsbouillon nach Büffeljägerart zieht als floating gag ihre Schleimspur durchs ganze Heft. Als der Zug plötzlich tutet, lassen die Abrafaxe den Löffel fallen - aber sie schaffen's nicht mehr. Califax wird wegen seiner Verfressenheit gescholten.
William F. Cody heuert die drei als Jagdhelfer an, er will in seiner Show mit einen alten Silberrücken protzen.
Am nächsten Morgen geht's schon früh in die Prärie, doch die Tierfänger werden nicht fündig. Bis ihnen Crazy Bull, ein alter Sioux, auf die Sprünge hilft.
 


Ein "echter" Crazy Bull
Ein Indsman mit Colt hinterlässt einen etwas sonderbaren Eindruck, solcherart Bewaffnung hatten eigentlich nur die Blockwarts in den Reservaten. Mehr Jagdglück als die anderen hat Califax. Beim Bohren nach Kaffeewasser trifft er auf das gesuchte Graufell.
Fast hat er den Büffel überredet, bei Bill mitzumachen, taucht überflüssigerweise Umbertos Bruder auf. Der verprellt mit seinem Fehlschuss das arme Tier. Califax bringt sich mit einem Sprung in die Mähne in Sicherheit und Crazy Bull outet sich als Schiller-Fan.

Rock ist in Denver angekommen und trifft mit seinem Junior-Partner Adrian zusammen, einem recht deppigen Burschen. Auf dem Weg ins "Steak-Inn" lässt er sich überreden, die ominöse Schachtel zu eröffnen. Zum Vorschein kommt ein Manschettenknopf derer von Fleetlittle, den gleichen trägt er
seit seiner Waisenknabenzeit. Sofort macht er auf dem Absatz kehrt, zurück nach Springfield in die Arme seines lieb Mütterleins.

In der Prärie geht indessen einiges durcheinander. Buffalo Bill fängt nicht Silver Bull sondern Crazy
Bull. Die Abrafaxe sind pfiffiger, Califax hilft dem Lassowurf etwas nach. Der Jagderfolg wird von Cody mit 60 Dollar prämiert, Crazy Bull staunt. Das reicht für drei Tickets erster Klasse nach Denver.
Dort geht's schnurstracks ins "Steak-Inn". Rocks Rückkehr in den Schoß der Familie steht schon in der Zeitung. Vor dem Lokal die erste Schlammburger-Reklame. Das Menü im Tempel der Fleischeslust ist kostenlos, schließt aber nicht die Mitnahme einer Serviette ein. Die kann für eine Nachtschicht Tellerwaschen erworben werden. Mit Mühe erreichen die Abrafaxe den Frühzug nach New York. Califax übernimmt noch gutmütig eine Besorgung für den Wirt. Als er das Päckchen im Zug abgibt, entdeckt er Erich Ribbeck im Knastwagen. Der hat sich aus dem "Steak-Inn" also ein Frühstück inklusive Serviette bringen lassen. Durch eine Schlamperei des "Unternehmens Zukunft" wird auch der Gefängniswagen nicht vom Zug abgekoppelt, na bravo!
Auf geht's nach New York.
Die Umbertos und Beautevilles schweben derweil noch über dem Pazifik in hoffnungsloser Lage.
 
Ein ganz lustiges Heft, nette Indianer-Namen für die Abrafaxe. Diverse Fremdkörper wie Lucky Luke auf Jolly Jumper, Spirou, Marienkäfer wie immer. Sehenswert ist Fellers Trick mit der schwebenden Zigarre.
Eigentlich schade, dass die Abrafaxe den Wilden Westen schon wieder verlassen.

 

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