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356 Auf'n Sprung in Berlin August 2005



Wo denn sonst, wenn nicht an der traditionsreichen Jungfernbrücke sollte man ein in Berlin handelndes Mosaik beginnen lassen?!
Mit ein wenig Gesellschaftskritik bezüglich arm und reich wird dann sofort auf Dienstmann Nr. 22, Nante jenannt, übergeblendet.

Die Abrafaxe sind wohlbehalten am Anhalter Bahnhof eingetroffen, die kürzlich geopferten Halstücher wurden durch neue ersetzt.
Der offenbar besonders pfiffige Droschkenkutscher vor dem Bahnhof kennt natürlich diverse Abkürzungen zum "Hotel du Rome" und er verspricht hoch und heilig, die Faxe schon in wenigen Tagen dort abzusetzen.

Auch Erich von Ribbeck ist auf dem Bahnhof anzutreffen. Er scheint geradewegs von seiner lieben Oma zu kommen. Gutgelaunt und die Taschen voller Servietten.
Als Krönung seines Glücks kauft er sich auf dem Bahnsteig eine Leberwurstschrippe. Das lustige Mampfen in der Öffentlichkeit ist einem Streifenhörnchen ein Dorn im monokelverglasten Auge. Kraft seines höheren Dienstgrades als Oberleutnant und seines Kampfauftrages macht er Ribbeck genussvoll zur Schnecke.
Erich erkennt in ihm seinen alten Kadettenkumpel Paul Lehmann.
Aber Paule bleibt förmlich und streng dienstlich, Erich hat ihn seinerzeit immer gehänselt. Liegt auch nahe, denn rein figürlich ist Lehmanns Paule ein etwas misslungener Klon treskowscher Prägung. Ein Wort gibt dem anderen die Hand und Ribbeck wird standrechtlich inhaftiert.
Ein anwesender Franzose vermutet folgerichtig, dass in Berlin das Essen von Leberwurstschrippen streng geahndet wird.

Nachdem die drei Abrafaxe schon mehrere Stadtrundfahrten absolviert haben, kauft sich der unbegründet misstrauische Brabax einen Stadtplan. Das führt zum Eklat mit dem Stadtführer. Die Androhung der Gendarmerie lässt den Kutscher sofort einlenken, er verpflichtet sich, die Abrafaxe fürderhin umsonst durch die Kante zu fahren.

Ribbecks Bestechungsversuch mit französischem Blubberwasser fruchten bei Oberleutnant Lehmann nicht, im Gegenteil, er verfeinert die Anklage noch mit versuchter Beamtenbestechung. Obendrein begegnet Ribbeck auch noch der Kutsche der Abrafaxe. Vor dem "Hotel du Rome" gerät der eitle Brabax in die Fänge eines jungen Erfinders, der noch Stuntmen als Beta-Tester für seine neue Schuhputzmaschine sucht. Brabax büßt dabei fast sein rechtes Bein ein.
Im Restaurant des Hotels erwartet die Abrafaxe die zweite Pleite. Es gibt keine bestickten Servietten, sondern nur jungfräuliche. Dafür bietet die erlesene Küche "Berliner Bärenschnitzel" an. Die Servietten hat angeblich die Wäscherei verspittelt, neue sollen erst in etwa einer Woche eintreffen. Sieht ungünstig aus für den Vorsprung der Faxe und das Bare reicht auch nicht mehr so lange.
Der Kutscher weiß jedoch Rat, wenn auch nicht ganz uneigennützig. Schließlich betreibt seine Frau eine Absteige auf der vornehmen Fischerinsel.

Im Knast appelliert Ribbeck an Lehmanns Nationalstolz bezüglich den Rennausgangs. Als das nicht so recht fruchten will, enthüllt Erich seine guten Beziehungen zum gemeinsamen Vorgesetzten Major von Piepenbrinck. Das gibt dem kleinen Oberleutnant allerdings den Rest. Unter Racheschwüren wird Erich in die Freiheit entlassen.

Die Abrafaxe sitzen eben beim Abendessen, als ein massiver Angriff mit allerlei Geschirr über sie hereinbricht. Der junge Neuerer hat diesmal eine Spülmaschine entwickelt, die noch leichte Kinderkrankheiten aufweist. Wie es der Zufall so will, gehört auch der Portier vom "Hotel du Rome" zur Sippe. Er verspricht, Brabax einen Posten im Hotel zu verschaffen, damit jener sich frühestmöglich eine Serviette sichern kann.

Auf dem Weg ins Hotel ist auch Erich, um seine Entlassung aus der Beugehaft zu feiern.

Am nächsten Tag wird Brabax in der Schreibstube des Hotels mit wichtigen Kopierarbeiten betraut. Die Rechtschreibreform macht auch ihm zu schaffen. Abrax, Califax und der kleine Erfinder-Karl sind ebenfalls auf den Beinen. Abrax will sich mit der wieder reparierten Fußangel ein paar Groschen verdienen. Karl hat schon wieder was Neues ausgeheckt, eine elektrisch betriebene Dampframme mit super Sprungeigenschaften. Das lockt auch Delinquenten fürs Schuheputzen an. Beim Stand von 4 Mark 80 gönnt man sich eine Pause. Califax gefällt die kraftsparende Fortbewegung und er will sich auch mal versuchen. Leider ist auch diese Erfindung nicht bis ins Letzte ausgereift. Vorbei an der königlichen Nase, am windschiefen Postament des ollen Fritzen hüpft er Unter den Linden in Richtung Brandenburger Tor - ohne Rücksicht auf die Passanten. Abrax und Karl nehmen die Verfolgung auf und rennen Carl von Siemens zwischen die Beine. Dem Carl kommt das Zusammentreffen mit dem Karl sehr gelegen, denn er ist schon lange hinter dem Knaben her. Er will dem junge Talent mit einem Stipendium zum Studium verhelfen.

Califax verwüstet inzwischen das "Café Kranzler", das nie wieder so sein wird wie früher. In seiner Not drückt er aufs rote Knöpfchen und katapultiert sich damit aufs Brandenburger Tor.
Brabax hat erreicht was er wollte, die Serviettenlieferung ist vorfristig eingetroffen. Leider haben die Tücher nicht das rechte Gardemaß. Wenn das mal bloß nicht am Ziel zu Schwierigkeiten führt - oder vielleicht für Ribbeck?
Nun heißt es auf nach Moskau, ihre persönliche Droschke bringt die Abrafaxe wieder zum Bahnhof.
Aus dem Schriftverkehr des Hotels hat Brabax erfahren, dass Ribbecks Oma führender Kopf der vogtländischen Stickerei-Mafia ist. Nun gehts aber um die Wurst.
 
Das Heft gefällt mir wieder besser als das letzte. Die Handlung ist aus einem Guss, gewürzt mit Berliner Witz und Tücke. Der Souvenirdealer vom Alex hat eine interessante Auswahl an Andenken anzubieten.

 

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