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358 Im Labyrinth der Zeit Oktober 2005



Obwohl es den Abrafaxen nicht vergönnt gewesen ist, dürfen wenigstens wir einen Blick in die verborgene Schatzkammer Iwans werfen. Auch eine ominöse Grünglas-Omme gehört zum Fundus der verwerflichen, zaristischen Sammelleidenschaft.

Die armen Faxe irren unterdessen planlos durch den Orkus. Bald ist die Fackel zu einem Stummel heruntergebrannt, der kurz darauf verlischt. Nun ist guter Rat teuer, auch für alle Schätze Iwans kann man hier unten keine Beleuchtung bekommen. Ohne Licht und Nahrung sind sie von allen guten Geistern verlassen. Aber halt - da ist doch noch des Lords Bohnensuppe.
Das Schicksal meint es wieder einmal gut mit ihnen. Ein bläulicher Schein in der Ferne wird beim Näherkommen immer lauter. Gleich darauf stehen sie in einem verfallenen Raum mit putzigen selbstleuchtenden Kristallen.
Brabax bricht sich ein Stück als Funzel ab. Das erhellt den weiteren Weg. Ein alter Römerhelm und Höhlenzeichnungen verblüffen nicht nur die Abrafaxe, sondern auch die Leser. Als dann noch der Säbelzahntiger vom Gemälde lebendig wird, ist das Dilemma perfekt - Irgendetwas ist in der Zeit durcheinandergeraten.
Califax entpuppt sich wieder einmal als der Praktiker und streckt das greuliche Tier mit der Bohnenkonserve nieder.

Brabax findet kurz darauf den Notausgang aus dem Irrgarten. Abrax opfert noch schnell den Helm, um den Tiger etwas abzulenken.
Dummerweise geht beim letzten Gerangel der Leuchtkristall in den staubigen Zustand über. Aber aus dem Schlüsselloch dringt reichlich Licht.
Die Tür geht auf und die Abrafaxe finden sich in einer Gaststube wieder. Zeit: Anfang des 12. Jahrhunderts. Am Stammtisch logiert eine Horde Kreuzzügler, die sich die Rückkehr in die Heimat schönsaufen. Die genannten Namen deuten auf Frankreich hin. Die Tür, hinter der gerade noch der Tiger lauerte, hat sich plötzlich als Zugang zum heimeligen Weinkeller verwandelt.
So müssen die Abrafaxe wieder einmal einen Zeitsprung vermuten. Als Erstes gilt es, ihren Hunger zu bekämpfen. Im Sonderangebot sind nur Wein und Hirsebrei. Also bleibt für Antialkoholiker nur zweiteres. Beim Essen kommen sich die Faxe und einer der Ritter etwas näher. Der Ritter hat bereits drei Auslandseinsätze hinter sich, mit dem Ziel, Jerusalem von den Ungläubigen zu befreien.
Nach dieser hinreichenden Pflichterfüllung nun will er sich zur wohlverdienten Ruhe setzen und sich Weib und Kinder zulegen.
Plötzlich pocht es an die Tür und ein Pferd steht auf dem Flur. Hat irgendwas Spielzeughaftes an sich, der Gaul. Nachdem das gute Tier alle Aufmerksamkeit dieser Welt auf sich gezogen hat, verlässt es die nun ungastliche Gaststätte wieder. Nicht, ohne vorher eine ominöse Tasche über Ritter Hugos Hals zu stülpen.
Draußen nähern sich der nächtlichen Szene finstere Gestalten.
Eine Luftaufnahme zeigt uns, wo wir uns überhaupt befinden. Ein ist sehr schönes Bild des frühen Pariser Nachtlebens.
Die Finsterlinge werden als schwarze Reiter bezeichnet und sind allseits gefürchtet. Nachdem im Wirtshaus wieder alles sortiert wurde, ergeht man sich in Spekulationen über den Schimmel ohne Reiter.

Plötzlich steht ein Typ wie Miraculix im Türrahmen und erkundigt sich nach dem Zossen. Das lenkt die allgemeine Aufmerksamkeit wieder auf die Tasche. Das Teil scheint dem Grafen von Anjou zu gehören.
Die Faxe übernehmen natürlich die Untersuchung derselben. Man findet ein Kästchen und darin einen Schlüssel. Fragt sich nur, zu welchem Schließfach er passt.

Für Ritter Hugo ist es Zeit zum Aufbruch Richtung Champagne.  Der Zeitpunkt ist allerdings etwas ungünstig gewählt, denn draußen lauern die schwarzen Reiter. Da sich Hugo nicht ordentlich ausweisen will, gibt's Keile. Hugo zieht vorübergehend den kürzeren. Der Weißbart rettet ihn aus der Bredouille. Die Häscher erkennen im Alten einen gewissen Montbard. Der rüstige Greis müsste eigentlich ein großes S auf dem Wams tragen, denn er klettert leichtfüßig die Fassaden hoch. Über den Dächern von Paris entkommt er den Verfolgern. Hugo will sich gerade wieder auf den Weg in die Heimat machen, da bittet ihn der Alte von oben, die Tasche nach Anjou zu bringen.

Das riecht für die Abrafaxe nach den rechten Abenteuern, die schon immer das Salz in ihrer Suppe sind. Sie beschließen, den Ritter auf seiner Wanderung zu begleiten.
 
Das erste Heft der neuen Reihe lässt das Beste hoffen.

Homogene Zeichnungen und detailreichere Hintergründe begleiten eine sich interessant anlassende Geschichte aus der Zeit des Mittelalters, reichlich hundert Jahre v. R. (vor Runkel).

Und den ollen Marienkäfer sind wir beim Zeitsprung wohl losgeworden. Dieser Gag war schließlich etwas overrunned. Dafür ist die Ratte weiter im Rennen.
Und es gibt derzeit nur zwei verschiedene Faxe-Zeichner.

 

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