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362 Meuterei auf der Galeere Februar 2006



Der französische König hat ein Schreiben von seinem ungeliebten Cousin Odo von Biscuit erhalten. Der etwas eigennützig formulierte Anspruch Odos am Briefende erzürnt den des Lesens nicht mächtigen Herrscher - er lässt seinen Frust am unschuldigen Vorleser aus. Dem gelehrten Pater ergeht es schlimm - weil er durch die Lektüre des Briefes jetzt zuviel weiß, wird er in den Stand eines Einweg- oder Wegwerf-Vorlesers erhoben und darf seinen Ruhestand im königlichen Verlies genießen. So ist er aber wenigstens sozial abgesichert.
Der König will den Schatz des Priesterkönigs natürlich nicht seinem Cousin Odo überlassen. Er beschließ, nach Marseille zu reisen und ihm dort aufzulauern. Da sein Ausflug inkognito erfolgen soll, nimmt er nur sein halbes Heer mit auf Fahrt.

Odo ist tatsächlich unterwegs nach Marseille, wo er einen Bungalow am Strand besitzt. Widrige Winde verlangen den Ruderern allerhand ab, auch dem Taktgeber Mngbogu. Da sich Odo beim Lesen von Josephas' schlauen Schriften durch die Paukerei beeinträchtigt fühlt, befiehlt er seinem Aufseher eine lautlosere Kommunikationsstrategie. Der hat auch sofort die richtige Idee - der Takt soll vom Vorder- bis zum Hinterbänkler durchgesagt werden. Darunter leidet aber die  Synchronität der Paddel ungemein.

Durch die unkontrollierte Tuschelei kommen natürlich auch Gedanken an Meuterei auf. Hugo schlägt noch vor, die Fesseln zu lösen, damit die allgemeine Fehlerquote bei der Datenübertragung sinken möge. Mngbogu ist einverstanden, muss aber wegen Herzog Odos plötzlicher Einmischung etwas improvisieren. Im Ergebnis sitzt er jetzt auch gefesselt auf der Strafbank.

Die Abrafaxe beratschlagen mit Josephas in Sevilla, wie weiter zu verfahren sei. Eigentlich wollte der Herzog auf der Suche nach dem Buch ja nach Rom. Dass Odo das Buch schon hat, können die Faxe zwar noch nicht wissen. Doch Josephas denkt da weiter. Califax verfällt auf den salomonischen Vorschlag, die Kräfte zu teilen und Rom und Marseille gleichzeitig aufzusuchen. Brabax und Josephas wollen also gen Rom ziehen, Abrax, Califax und Ratte nach Marseille.

Auf der Galeere gärt es weiter in der Front der Unterdrückten.
Man kann zwar noch nicht direkt von einer revolutionären Situation sprechen, aber es kommt schon zu gehäuften Diskussionen. Dumm, dass der Aufseher sich selbst unter die Sträflinge begeben hat. Nun steht Odo alleine da. Aber halt, da ist ja noch Mngbogus Bruder. Der ist jedoch etwas renitent und keine echte Hilfe. Da meldet sich auch gleich wieder das Volk zu Wort - mit manifestierten Marx-Anleihen und alten russischen Volksweisen. Als Odo triumphierend den Kettenschlüssel schwenkt, wird er von Mngbogu zu Fall gebracht. Dabei geht der Schlüssel über Bord. Dummes Ding, das. Odo will seinen Ex-Aufseher züchtigen, wird jedoch von dessen Bruder zu den Fischen geschickt. Nun ist zwar der Tyrann von Bord, aber von Sonne und Freiheit sind die Brüder noch weit entfernt. Schließlich liegt der Schlüssel zur Freiheit auf dem Grund des Meeres. Zwei freundliche Delphine haben den herzoglichen Taucher wieder an die Oberfläche gehievt, doch keiner mag ihn retten. Nicht einmal, als er den ertauchten Schlüssel als Gegenleistung bietet.

Die nächste Offerte lautet: Schlüssel gegen Buch und dafür nicht retten. Dies scheint den Sklaven recht annehmbar. Hugo opponiert zwar, aber das nützt nix, der "dämliche Nubier" schmeißt das wertvolle Buch ins Wasser. Dort kommt es nicht an, denn ein Delphin schluckt es trocken hinunter. Hugo ist verzweifelt. Der Schlüssel ist jetzt endgültig abgesoffen. Aber Mngbogu erinnert sich, dass in Odos Festung ein Duplikat des Schlüssels liegt. Nun geht es mit Schlag 60 in Richtung Marseille.

In Sevilla trennen sich die Abrafaxe in die zwei geplanten Reisegruppen. Per Pedes nach Marseille und mit einem Schiff nach Rom. Der Abschied ist diesmal weniger herzzerreißend als sonst. Im Hafen werden Abrax und Califax von zwei Amphoren angesprochen. Es sind Gundomar und Gutfried, natürlich wieder mal in Schwierigkeiten. Mit Hilfe des Räubergeldes gelingt es, die beiden Zwerge in Sicherheit zu bringen, auch ein Pferd fällt noch ab.

Der König steht mit seinem kleinen Reise-Heer kurz vor Marseille. Bald darauf ergreift er Besitz von Odos Strandburg, um hier auf seinen Cousin zu warten.

Brabax und Josephas fischen auf dem Meer zwei Schiffbrüchige auf. Es sind natürlich Gwendolyn und ihr Maschinist Pascal - auch auf dem Wege nach Rom. Nachdem sie sich gestärkt haben, setzen sie ihren eigensinnigen Kurs im Ruderboot fort.
 
Beim besten Willen gibt es am Heft nichts auszusetzen. Zeichnerisch gut gelungen und auch witzig ("kleine Eskorte" und Meuterei-Thema).

Zweimal fällt das Schimpfwort "dämlicher Nubier". Au backe - nicht, dass hier wieder einige Gutmenschen eine Diskussion zum Thema "Rassismus im Mosaik" vom Maschendrahtzaun brechen.

 

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