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380 Einzug in Jerusalem August 2007



Balduin, der König von Jerusalem hat mächtig Düsengang vor dem angedrohten "Auserwählten".
Denn käme der hier an, wäre es aus mit seiner Macht. Aber es besteht ja noch die stille Hoffnung, dass die Sarazenen in Akkon ganze Arbeit geleistet haben. Dann wäre die leidige Sache erledigt.
Ist sie aber nicht, denn soeben erreicht der schleichende Bote aus Akkon den König und verkündet die frohe Botschaft. Nun ist der Herrscher von Jerusalem echt angefressen.

In Akkon rüsten die Gefährten gerade zum Aufbruch nach Jerusalem. Brabax kann Farid überreden, mit nach der heiligen Stadt zu ziehen. Die Zwerge zeigen wenig Begeisterung über den neuen Gefährten, nur Hugo freut sich über den neuen Kämpfer. Montbard ist sowieso etwas merkwürdig drauf. Aber das wird nicht besser. Mngbogu stellt das Ansinnen, auch mit nach Jerusalem zu wollen. Und zwar als Stoffhändler. Montbard lehnt sich offen auf. Nun müssen er und Brabax erst mal Tacheles reden. Dabei stellt sich nun heraus, dass Montbard ein ziemlich gestörtes Verhältnis zu Vertretern kleinwüchsiger Randgruppen und zu Mitgliedern von Strukturen mit Migrationshintergrund hat. Wenigstens verwendet er nicht das böse N-Wort, sondern benutzt schlicht "Mohr".
Brabax kann ihn nicht überzeugen, Montbard zeigt sich uneinsichtig. Da greift Abrax zur Notbremse. Die Ansicht der Bohnenbüchse hat bekanntlich läuternde Auswirkung auf den alten Zottelbart.

Nun kann die Reise beginnen, mit großem Trara und Streublümchen berieselt, verlassen die Gefährten die Mauern von Akkon. Der reitende Bote kommt soeben vom König zurück. Mit dem Befehl an den Statthalter, den "Auserwählten" und seine Gefährten für immer zu neutralisieren.

Der König hat allerdings auch in Jerusalem Vorsichtsmaßnahmen ergriffen.
Im Morgengrauen erreicht die Reisegesellschaft das Stadttor von Jerusalem. Doch statt des roten Teppichs erwarten sie nur grimmige Wächter, die keinen in die Stadt lassen wollen, besonders Pilger nicht. Da gibt sich Mngbogu als reisender Händler zu erkennen und präsentiert seine Seidenfummel. Der prüde Oberwächter deklariert die Ware daraufhin als Teufelszeug und macht Geschnetzeltes aus den wertvollen Stoffen. Da muss Mngbogu natürlich sauer reagieren, zumal sich der Wachmann weigert, die jetzt benutzten Klamotten zu bezahlen. Obelixmäßig macht Mngbogu die Wachmannschaft zur Schnecke, obwohl ihm Brabax dringend davon abrät.
Von der unterdessen eingetroffenen Übermacht an Soldaten werden sie gefangen genommen und in die Stadt verbracht.
So sieht der "Einzug in Jerusalem" in Wirklichkeit aus.
Balduin ist stinksauer, dass der "Auserwählte" nun doch innerhalb der Mauern weilt.
Auch der reitende Bote ist wieder mit dem Brief des Statthalters zur Stelle. Er ist der vorerst der Einzige in Jerusalem, der sich über die Ankunft von Brabax freut. Und das bringt er auch vor der Öffentlichkeit zum Ausdruck. Wie später einmal Grigori Kossonossow, agitiert er vor dem Volk von Jerusalem über die Großtaten des Auserwählten, der alles vollbringt. "Auch Wunder?" fragen ihn die Leute. "Wunder? Kleinigkeit!" erwidert im Brustton der Überzeugung der Bote, "Das kommt oft vor!".
Derweil schmachten die Gefährten im finsteren Verlies. Ein Jeder hängt düsteren Gedanken nach.
Aber auch für Balduin kommt's noch dicke. Seine zarte Gattin hat von den mutwillig zerstörten Kleidern Wind bekommen.

Das "Mäusebeinchen", das eher Ähnlichkeit mit einem Elefanten hat, verlangt vom König Ersatzvornahme. Aus dieser misslichen Lage rettet ihn sein Faktotum Simon. Beide hecken einen Plan aus, den "Auserwählten" wieder in die Wüste zu schicken.

Vor dem Palast des Königs soll die Gerichtsverhandlung gegen die Gefährten stattfinden.
Viele Leute haben sich eingefunden, der Bote ist natürlich wieder voll beim Agitieren. Er macht dem König die schöne Verhandlung zur Sau und versetzt das Volk in Ekstase.
Alle wollen jetzt unbedingt das Wunder sehen, denn der Auserwählte kann schließlich Wunder. Als das Wunder ausbleibt, probt das Volk den Aufstand.
Im schönsten Handgemenge, kurz vor Ausbruch der Revolution, verkündet ein Neuankömmling den Auftritt eines singenden Hundes am Stephanstor. Das ist für die Leute natürlich interessanter als eine schnöde Revolte.

Als sich der Mob verdünnisiert hat, erscheint Mäusebeinchen auf dem Platz, das ist auch nicht ungefährlicher für den König. Zumal sich Mngbogu jetzt als geradliniger Nachkomme des Königs Caspar outet. Und die unbotmäßig zerschnippelten Kleider waren als Präsent für die Königin gedacht. Diese Offenbarung gibt König Balduin den Rest und er muss sich zwangsläufig versöhnlich zeigen.
Er erklärt daraufhin die gesamte Reisegruppe zu seinen Ehrengästen. Als Quartier wird den Gefährten der etwas reparaturbedürftige Tempel des Salomon auf dem Tempelberg zur Verfügung gestellt.

Der König muss als Strafe das Stoffpuzzle für sein Herzchen in Ordnung bringen.
 
Ein schönes und kurzweiliges Heft, trotz Urlaubszeit homogen gezeichnet mit detailreichen Hintergründen.
Erinnerungen an die sogenannte "Wende" (in Gänsefüßchen) werden wach.
Und allerlei zeichnerische und textliche Einlagen zum Schmunzeln.

 

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