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389 Der Wassergeist Mai 2008



Die Flucht vor den Magdeburger Stadtluschen ist gelungen, nach drei Tagen gibt es wieder ein opulentes Essen am Lagerfeuer. Der Sänger allerdings, dieser Vernichter der schützenswerten Fauna, grillt sich genussvoll eine Kleine Hufeisennase. Kein Wunder, dass die Teile im Elbtal heute nur noch für Spezialisten sichtbar sind.
Im Gegensatz zu den Faxen, die den Stein der Weisen langsam für etwas Imaginäres halten, glaubt Johanna weiterhin voller Inbrunst an dessen Existenz. Verständnis wird ihr dabei vom Bänkelbarden zuteil. Auch der hat gehört, dass ein gewisser Albertus Magnus der absolute Guru auf diesem Gebiet ist. Nach seinen gesicherten Informationen soll er momentan Bischof in Regensburg sein.

In Magdeburg ist der Magister Claudius zum Rapport beim Schuldheiß einbestellt und er hofft auf einen Großauftrag, wofür auch immer. Der Graf von Rabenhorst lungert ebenfalls dort herum. Aber weder Schultheiß noch Graf legen besonderen Wert auf des Magisters Purifications-Künste. Außerdem hätte der Rabenhorster eher mal einen Barbier nötig, denn Dünger fürs Haupt. Die beiden Halunken wollen nur die exakten Koordinaten der Hirschenthalerin erfahren. Doch Claudius weiß lediglich, dass die Spur zu Albertus Magnus führt, und dass jener nicht mehr in Regensburg praktiziert, sondern wieder im Coellener Kloster weilen soll. Das bringt dem Informanten eine fette Löhnung ein.
Graf Rabenhorst verliert keine Zeit und begibt sich eilends nach Coellen.

Am nächsten Morgen bricht der Gesangsverein auf, allerdings gen Regensburg. Der Künstler hat natürlich die Ruhe weg, er wird kein am Wege liegendes Engagement ausschlagen. Das kann eine lange Reise werden. Und so gehen mehrere Jahre ins Land...
Irgendwann erreicht der Wagen Waldenfeld, einen beschaulichen Marktflecken zwischen Magde- und Regensburg. Allerdings herrscht hier gerade vorrevolutionäre Stimmung. Der Dreschflegel sitzt ziemlich locker. Den Sänger kennt man hier gut. Landmann Michel, der Erboste, erklärt den Ankömmlingen die Sachlage.
Der Freiherr von Waldenfeld hat die Dörfler geschickt über Tisch und Wiesen gezogen. Nun sind sie drauf und dran, selbige einzubüßen. Angelpunkt des Problems ist der Waldenfeldsche Burggraben, der durch ein Wunder nie voll wird. Und solange kriegen die Bauern ihren verliehenen Mühlgraben nicht zurück. Und weil sie keinen Mühlgraben haben, müssen sie weiterhin ihr Mehl beim Freiherrn für Wucherpreise  mahlen lassen. Jedenfalls sind die Dörfler nicht ganz unschuldig an dem Ungemach. Das Ganze hat schon etwas von Schilda.
Califax lenkt das Thema geschickt aufs Essen um. Beim Breimümmeln in Michels Haus wird die Sachlage knallhart erörtert. Johanna kann gerade noch verhindern, dass Michel der Blasphemie anheim fällt. Um Michel von ihrem Glauben an die höhere Macht zu überzeugen, legt Johanna das Gelübde ab, bis zur Wiederherstellung der göttlichen Gerechtigkeit in seinem Haus als Magd zu malochen.
Dies ist für Abrax und Brabax nun Grund genug, die Sache künstlich zu beschleunigen. Im Schutze der Dunkelheit gehen sie auf Spähtrupp zur Waldenfelder Burg. Dort entdecken sie auch die Crux des Vertrages zwischen dem Freiherrn und den Dorfbewohnern. Der Graben kann einfach nicht voll werden, wenn permanent der Stöpsel gezogen ist.

Auf den Zinnen der Burg treffen sich der Waldenfelder Freiherr und sein Kaplan, zwei Heuchler vom Feinsten.
Abrax will sich den Abfluss noch einmal von innen betrachten und springt in den Burggraben. Den Plumps und den hellen Schopf deutet der Kaplan als Wassergeist.

Als Abrax mit lautem Gurgeln durch den Gully rutscht, wird er gar zum Wassermann befördert. Wie's aussieht, hat der Kaplan nicht nur das zweite Gesicht, sondern auch die dritten Zähne.  Grundlage für Brabax' Plan ist die Strömungsdynamik im Graben. In Michels guter Stube schmiert er mit Holzkohle seine Berechnungen an die Tapete. Für diesen Frevel hat nicht mal Michels Frau Verständnis. Nun werden alle Bauern zum runden Tisch geladen. Brabax' Plan ist: alle Bauern liefern ihre Abgaben in Form von Getreidesäcken erst mal zu des Waldenfelders Mühle. Da bleiben ihnen die Wiesen erhalten. So wird's gemacht. Allerdings will Waldenfeld das Korn nächtens bewachen lassen, den Bauern ist nicht zu trauen. Phase 2 des Planes ist, das Korn in der Mühle durch Sand zu substituieren. Brabax macht sich auf den Weg mit den Sandträgern, der Rest will die Wachen durch einen Spuk ablenken.
Die drei Wachposten sind schon vorgespannt, sie reden von den Burggrabengeistern der letzten Nacht. Johanna als Nixe und Califax als kopfloser Ritter geben ihr Bestes. Das ist selbst den hart gesottenen Schergen zuviel des Guten, sie ergreifen die Flucht. Der Tausch geht vonstatten und als sich die Wächter wieder hervortrauen ist alles wieder im Lot.
Brabax verstopft den Abfluss und drei Stunden nach Sonnenaufgang soll der Burggraben gefüllt sein. Womit der Mühlbach gerettet wäre. Sein lautes Nachdenken wird vom im Gebüsch lauschenden Kaplan aufgenommen. So landet Brabax im Burgverlies.
Leider ist den Bauern noch unklar, was Brabax plant, wenn der Schwindel entdeckt werden sollte.
Am Morgen ist der Graben zwar voll, aber den Bauern ist recht bange. Und hier beginnt der Hamster zu humpeln, schließlich ist der Planer noch in der Gewalt des Waldenfelders. Da kann auch die Schnatterente nicht helfen.
 
Ist wieder ein recht spaßiges Heft geworden.
Allerdings fällt der Wechsel der verschiedenen Zeichner wieder mal auf.
Michels Frau hat irgendwas von Knödel-Fanny.

 

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