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394 Gaukler, Tricks
und schlechte Witze
Oktober 2008



Im gewöhnlich stillen Kämmerchen des Thomas von Aquin ist Johanna urplötzlich aufgeschlagen. Eigentlich hätte man ja erwarten können, auch die Abelmellas dort vorzufinden. Aber die drei sind vermutlich eine Ausfahrt früher abgebogen.
Der Studierte hält Johanna für eine Ausgeburt der Hölle, wird aber versöhnlicher, als die Rede auf Albertus Magnus kommt. Johanna muss einsehen, dass sie der Grundgütige nach Paris verschlagen hat. Thomas ist leider nicht in der Lage, Johanna nach Coellen zurück zu transferieren. Als neugierige Brüder Stimmen aus der Kammer hören, versteckt Thomas Johanna in einer Truhe.

Am nächsten Tag machen sich die Abrafaxe auf den Weg nach Paris. Während Califax über Schusters Rappen schimpft, pflückt sich Abrax Blumen. Erst als Brabax ihn darauf aufmerksam macht, dass es einem maskulinen Wesen nicht ansteht, Blumenkränze zu flechten, wirft Abrax das Kränzchen angewidert weg. Auch Califax zeigt derartige Ausfallerscheinungen. Und gerade vom Blumenflechter muss er sich anhören, zickig zu sein. Während Califax in Mädchenmanier Abrax an den Haaren zerrt und Brabax sich als Schlichter versucht, nähert sich ein Gaukler-Wagen. Die beiden Possenreißer sind vom Duell der Faxe höchst angetan. Mit einem Eimer Wasser bringt Brabax seine Kumpels wieder zur Vernunft. Und beide fallen sich sogleich um den Hals - halt wie echte Jungs.
Ludolf Fickelscherer und dessen Botox-Model Clementine wollen die Abrafaxe aufgrund ihrer überzeugenden Darbietung für die fahrende Truppe anwerben. Leider gibt es derzeit Personalprobleme, von krankheitsbedingtem Ausfall über Berufswechsel bis hin zu Ungeschick beim Beutelschneiden.

Doch die Faxe wollen nach Paris zu Johanna und nicht nach Rodenthal zum Biertrinken. Clementine macht einen neuen Vorschlag: Ziel Nancy. Nancy liegt auf dem Weg nach Paris und zu laufen bräuchte dann auch niemand. Das ist entscheidend, zumindest für Califax. Letzten Endes willigen auch Abrax und Brabax ein - die Wegzehrung ist allerdings miserabel. Brabax versucht den Geisteszustand von Abrax und Califax zu analysieren. Die Hormone spiel'n verrückt. Er vermutet eine Art bidirektionaler Seelenwanderung zwischen ihnen und den Mädchen. Um zu beweisen, dass in ihm nichts mädchenhaftes Platz hat, gibt Abrax ein paar Schwertkampfkunststücke zum Besten. Clementine stellt ihn allerdings vor eine fast unlösbare Aufgabe. Sie stößt sein geliebtes Schwert zwischen zwei Steine. Und Abrax ist nicht in der Lage, das Faxcalibur wieder zu extrahieren. Zwar mit einem Trick - aber trotzdem - beweist Clementine, dass Mädchen das Ding mit zwei Fingern herauskriegen.
Am abendlichen Lagerfeuer erkennt Brabax, dass bei Abrax momentan der männliche Anteil wieder die Regie übernommen hat. Ein Grund für Abrax, sofort der typisch männlichen Schmollhaltung anheim zu fallen. Er und Weiberseele,  einfach unmöglich.
Am nächsten Tag erreicht der Wagen den ersten Gastspielort. Ludolf weist die Abrafaxe an, sich lustig zu verkleiden. Das Publikum ist zum Teil sehr anspruchsvoll und droht auch mit Repressalien. Brabax kommt als kunterbunter Harlekin zum Einsatz. Leider fallen ihm nur politisch unkorrekte Witze über Bauern ein. Die Angesprochenen reagieren entsprechend mit prompter Lieferung von allerlei Leckereien. Damit sich Brabax die Reste vom Wams kratzen kann, springt Abrax in die Bresche. Im rosa Kleid und mit dem Schwert in der Hand halten ihn die Bauern zwangsläufig für Brünhild. Man sieht, dass die einfachen Leute ihr Nibelungenlied aus dem ff beherrschen. Abrax führt nun einige Schwerttricks vor, bei denen er auch aus dem reichen Fundus des gespendeten Gemüses schöpfen kann. Brabax kommt dabei die Rolle des Walter Tell zu.  Mit dem Schreddern der Feldfrüchte trifft Brünhild den Geschmack der Bauern. Zur Krönung gibts noch einen Witz, diesmal zu Lasten der Kölner. Das Volk rast und der Rubel rollt. Abrax zweiter Name ist Stolz. Allerdings weist ihn Brabax dezent darauf hin, dass der Erfolg auch seinem schicken Kleid geschuldet ist.

Das macht Abrax' Zustand nicht besser. Bei Califax stößt seine Abneigung gegen Kleider auf völliges Unverständnis, auch der hat sich schick herausgeputzt. Nur bei der Haarschleife ist Calibarbie noch unschlüssig. Am Abend soll es noch gemütlich werden bei Musik und Wein.
Wird es auch und Califax darf endlich seine feminine Seite heraushängen lassen. Bei reichlich Rostbratwurst, Weinsurrogat und Fiedelmusik massakriert Abrax weiterhin die letzte Ernte und Brabax erzählt den Bauern Städterwitze.
Nach durchzechter Nacht stellen Ludolf und Clementine fest, dass es im Beutel klimpert. Califax ist endgültig auf Mädchen gepolt. Voller Entsetzen beobachtet Abrax nun Brabax beim Herstellen eines Jungfernkranzes. Der Fall des letzten Bollwerks der Männlichkeit verursacht bei Abrax einen schweren Rückfall, jetzt sind alle drei total verpolt. Trotzdem kein Grund, nicht weiter Richtung Paris zu ziehen. Think pink!

In Paris hat Thomas durch Zufall Johanna in der Truhe wieder gefunden. Nun darf sie sich erst einmal mit Brot, Milch und sehr reifem Käse stärken. Sie soll mit Thomas' Schüler Enrique nach Köln zurück reisen. Thomas sieht nur einen Makel darin, dass sein Schüler von Adel aber Johanna nur eine Magd ist. Da packt Johanna aus. Thomas von Aquin hat höchste Ehrfurcht vor den Anhängern des Jägermeister-Ordens und verfällt in untertänigste Katzbuckelei. Neu eingekleidet, reitet die Gräfin nun neben dem gewöhnlichen Kavalier gen Coellen. Vermutlich trifft man sich unterwegs, falls man sich nicht verfehlt.
 
Man möchte fast meinen, hier wäre ein zweites Mädchenmosaik entstanden. Reichlich Kalauer in Wort und Bild, hab lange nicht mehr so grinsen dürfen.
Wegen der Urlaubszeit mussten leider wieder zu viele Faxemaler ran.
"Caballero Enrique de la Iglesia de los Locos Perdido en Total Romántico", als Nichtspanier würde ich das so interpretieren: "Kavalier Enrico von der Kirche der total Verrückten und hoffnungslosen Schwärmer".
Seit den Digedags Nr. 75 gab es keinen so wohlklingenden Namen mehr.
Am Rand entdeckt: Bogenpiesler, Bröckelhuster (kein Wunder beim Konsum großer Dosen Apfelessig)

 

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