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411 Die Entführung aus dem Serail März 2010



Der Bleistift führt in seinem Brief an den "lieben Freund" einen für einen Lotterbuben äußerst galanten Strich.

Die Kutsche mit Brabax und Leibniz kämpft sich durch die vergüllten Magistralen der französischen Metropole. Wer hier stürzt, kann sein Testament machen. Herr Sekretär quengelt natürlich wieder, dass er endlich nach London will, sich mit seinen Kameraden zu vereinen. Leibniz hat besseres vor und will seinen persönlichen Außerirdischen erneut jemandem vorstellen. Brabax befürchtet Schlimmstes.

In Marseille irrt Caran d'Ache am Pier nervös auf und ab. Er ist bereit auszulaufen, seine frische Manpower sitzt bereits in den Klötzern. Da kommt endlich der lang ersehnte berittene Bote, vermutlich hat der "liebe Freund" geantwortet. Dem morschen Gaul des Briefträgers entweicht der letzte Röchler. Für das schäbige Trinkgeld des Herzogs gibt es wohl nicht mal auf dem Wühltisch ein neues Pferd.
Endlich kann die Galeere ablegen. Sehr schnell wird die neue Errungenschaft nicht sein, denn sie führt lediglich acht Paddel. Ein unverbesserlicher Optimist, im Gallischen als ein "Troubadix" verschrien, gibt seine lustigen Seemannslieder zum Besten, was von den restlichen Ruderern nicht angemessen honoriert wird. Jetzt erfährt auch der Kapitän das Ziel der Lustfahrt - es ist Bastia, die Hochburg korsischer Schlawiner. Neben ihrer anstrengenden Tätigkeit finden Abrax und Califax noch genügend Energie, sich verbal über den verräterischen Brabax herzumachen.

Zwei Tage später, bei abnehmendem Mond, ist Bastia ist erreicht. Der Herzog befiehlt zu ankern und 3 Lampions aufzuhängen. Das bedeutet ein Päuschen für die 16 Malocher an den Riemen. Es gibt leckere Dreckfladen ohne Füllung. Bei Baldo und Abrax zeigt sich ein leichter Anflug von Galgenhumor.
Auch von Korsika her schimmern drei Lichter, ein Segelboot nähert sich der Galeere und legt an. Ein Schmuggler trägt einen zappelnden Sack an Bord - die Ware, auf die der Herzog wartet. Dann wird der Sack ausgeschüttet, es ist weder ein Wildschwein noch Jungfrau Maria, sondern eine rothaarige Märchenbraut. Die 10 Gold-Louis sind natürlich nur die Hälfte des ausgemachten Preises, dafür hat der Schmuggler aber die Uhr des Herzogs in Zahlung genommen. Die kurze Vorführung der Jungfrau aus dem Sack hat ausgereicht, Baldos Herz unlöschbar zu entflammen.
Das nächste Ziel der Galeere ist Tunis. Der Herzog will dem dort herrschenden Bey einen Geschäftsbesuch abstatten.

Nach weiteren zehn Tagen wird Tunis angelaufen. Der Herzog verlangt, sich beim Bey avisieren zu lassen. Die Festungswachen schicken ihren schnellsten Mann zum Boss. Eigens für seine Größe ist in der Palasttüre eine Katzenklappe eingelassen. Das erspart unnötiges Toröffnen. Ein weiterer Vorzug ist, dass sich der Wicht vor dem Bey nicht allzu tief bücken muss. Der Bey lässt dem Herzog ausrichten, sich zwei Stunden nach Sonnenuntergang im Palast einzufinden.
Noch ausreichend Zeit, des Herzogs Mitbringsel ein wenig zu pimpen. Nachdem das Mädchen erfahren hat, dass sie dem Bey als Geschenk dienen soll, schlüpft sie freiwillig in die Haremsfummel. Als sich Califax das Kondenswasser vom Pürzel wischt, wird Abrax stutzig. Califax ist partiell so abgemagert, dass er seine Handschelle verloren hat. Das könnte einen strategischen Vorteil bringen.
Der Herzog verabschiedet sich mit seinem Präsent zur Audienz und übergibt die Befehlsgewalt an den Kapitän. Sogar eine Sänfte für die neue Tanzmaus steht bereit. Nun endlich kann man die Flucht angehen. Den Generalschlüssel für die Armbänder vermutet man in des Herzogs Kajüte, doch der Kapitän outet sich als Hüter des Teils.

Nun muss Baldo improvisieren. Er setzt den Kapitän auf Bleistifts guten Cognac an. Man lässt dem Durstigen zunächst etwas Muße, sich hinreichend zu dröhnen, dann schleicht ihm der entfesselte Califax hinterher. Natürlich mit vollen Hosen. Trotzdem gelingt es dem Dicken, den Kapitän an Deck zu locken. Alles weitere ist mehr Glück als Verstand - der Cognaclutscher verliert sein équilibre samt des begehrten Schlüssels. Kurz darauf sind die 16 Paddler und der Ersatzmann von der Auswechselbank wieder Herren ihrer Extremitäten. Man könnte nun zwar mit der Galeere stiften gehen, aber Baldo will unbedingt noch seine neue Flamme retten und bittet um eine Stunde Auszeit.

Nach etwas "Katz und Maus" landen Baldo und die Faxe in der BA-Kammer des Beys und verändern ihr Outfit der örtlichen Mode entsprechend. Trotzdem werden sie erwischt, aber Califax gibt sich in ungewohnter Pfiffigkeit als der Extraordinäre Rüstungsinspektor des Sultans aus. Das schindet Eindruck.
Gute Gelegenheit für Abrax und Baldo, nach dem Mädchen zu forschen.
Inzwischen verrät der intrigante Caran d'Ache den französischen Schiffsfahrplan des Mittelmeeres an den Feind. Sein Judaslohn fällt allerdings auch geringer aus als erwünscht, beim Feilschen hat er im Bey seinen Meister gefunden. Nachdem der geschäftliche Teil abgehakt ist, geht's zum gemütlichen Part über.
Die neue Tänzerin erweist sich als etwas ungebärdig.
Da stürmen Baldo und Brabax das titelgebende Serail. Der Trick mit dem bevollmächtigten Dingsbums funktioniert nur bedingt.
Nötige Ablenkung naht durch einen dighaft anmutenden Ananasträger. Im Schatten der Südfrucht gelingt es den beiden Rettern, mit ihrer Beute übers Spalier zu entkommen.
Erst auf der Galeere angelangt, bemerken sie, dass sie Califax vergessen haben.
Ein neu zu improvisierender Rettungsplan tut Not.
 
Es ist ein recht spannendes und witziges Heft. Langsam beginnen sich interessante Konturen für die weitere Geschichte abzuzeichnen. Nicht nachlassen!

 

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