Homepage |  | Comics |  | zurück  


 

420 Kabale und Liebe Dezember 2010



Schillers Anwälte werden jetzt sicher einen Plagiatsprozess anstrengen.
Den drei Groupies von Vlamell ist ihr Idol leider abhanden gekommen. Allerdings scheint der Mitwisser Brabax noch greifbar. Die alte Vettel hat ihn bei Hooke verortet. Das Faktotum der Dreierbande ist zufällig mit Hookes korruptem Diener irgendwie versippt. Und ein Schlaftrunk für Hooke und seine Gäste ist auch schon gequirlt.

Aufgrund von Califaxens Brief will sich Brabax für eine Reise nach Versailles beurlauben lassen, aber Leibniz ist ein böses Herrchen, er verhängt über seinen Sekretarius schweren Stubenarrest.
Baldo hat den Einberufungsbefehl zu seinem Verlobungsball erhalten. Das kommt ihm recht spanisch vor. Califax meldet sich in schönster Vorfreude auf die morgige Abreise nach London freiwillig, die einschlägigen Vermummungen zu besorgen. Umso größer ist Baldos Weltschmerz, von Susanne verachtet zu werden. Ein Grund mehr, schleunigst zu verduften.
In seiner Trance drängelt sich Califax beim Hofschneider vor, was ihm die Verachtung des Mätre de Kledasch einbringt.
Charles Camp du Champ entdeckt voller Verzückung Susanne und schleift sie unter fadenscheinigem Vorwand ins Hinterzimmer. Susanne gelingt es noch, Califax einen Liebesbrief für Baldo unterzuschieben.

Das ruft bei Califax eine spontane Übersäuerung hervor, er sieht seine Reise zu Brabax in Gefahr.
Als halbwegs korrekter Mitbürger übergibt er trotzdem den Brief an den Adressaten. Das befürchtete Ergebnis tritt bei Baldo sofort ein, die Fahrt nach London ist ihm plötzlich völlig wumpe und er lässt seinen animalischen Instinkten freien Lauf. Califaxens Unwucht verwässert sich zu Wehleidigkeit und in ihm keimt ein fieser Plan.
Kurz darauf schlägt er bei der Comtesse auf, um ihr einen Sonderwunsch des Herzogs zu vermelden - sie soll nicht grün, sondern rot-schwarz erscheinen. Immerhin plagt Califax ein etwas rudimentäres schlechtes Gewissen.

Auf dem Parkour herrscht die bunte Vielfalt, neben vielen Modellen illustrer Burgen (auch Rübenstein ist vertreten) sind nicht minder putzige Verkleidungen zu beklagen. Bei Schampus und Schnittchen kommt eine gewisse Fröhlichkeit zum Tragen.
Der Oberhofvorhangzieher gibt gerade das Erscheinen des Herzogs zum Besten, mit der Info für Baldo, dass nach dem dritten Ringelpiez Schluss mit Lustig ist.
Bald erscheint auch die rot-schwarz gewandete Comtesse und handelt sich Strafpunkte wegen Verstoßes gegen das Farbmanagement ein.
Während Califax und Abrax exzessiv Käsehäppchen einwerfen, entdecken sich der falsche Herzog und die falsche Susanne. Dummerweise wird Baldo zum König abberufen, hinterlässt aber eine Botschaft an die echte Susanne. Die Faxe, als Dienstboten, werden hinter die Kulissen verbannt. Abrax bestellt die erstbeste rot-schwarz Gewandete zum Springbrunnen im Park.
Kurze Zeit später kniet Baldo vor dem Susanne-Surrogat nieder und demaskiert sich bis auf die Knochen. Die Tourette hört interessiert zu und schätzt ihre Lage strategisch ein - sie muss so schnell wie möglich Herzogin werden. Nach den gegenseitigen Heiratsanträgen eilt Baldo von dannen, den König zu einer Notheirat zu überreden.

Als die Faxe auf die wahre und einzige Susanne treffen, wird es Abrax schnell klar, dass hier eine fatale Verwurstung vorliegen muss. Califax überspielt die Situation mehr als scheinheilig.
Auf dem Wege zu Baldo lassen sie eine Horde als Stiere präparierte Ferkel frei, die im Ballsaal für ordentlich Stimmung sorgen.

Mittlerweile ist Baldo beim König vorstellig geworden, aber jener denkt gar nicht daran, die geplante Verlobung zu einer Eheschließung zu pimpen. Erst die Schenkung der herzoglichen Besitztümer an den König schafft den Durchbruch.
Da zufällig gerade die Comtesse hereinplatzt, vermählt der König die beiden standrechtlich im Blitzverfahren. Als sich die Comtesse die Maske von der Larve zieht, fällt Baldo ins Wachkoma. Die neue Herzogin triumphiert und Susanne verlässt geschlagen und tief enttäuscht das Feld. Nicht einmal jetzt sieht es Califax als angemessen an, seine Alleinschuld einzugestehen. Wenigstens liegt der Reise nach England nun nichts mehr im Wege.

In London lässt der bestochene Diener die drei Jungbrünnler für ein weiteres Pfund Trinkgeld in Brabax' Kemenate ein. Bei Hooke hat der Schlaftrunk prima gewirkt, Brabax is absend. Dafür steht ein volles Glas herum, das sich die Vettel gierig als "Lebenselixier" einpfeift. Auch bei ihr wirkt der Tranquilizer prompt.

Im Hafen hat sich Brabax die Passage nach Frankreich auf einem Schmugglerboot erkauft.
Aus der Gegenrichtung nahen sich Abrax und Califax. Vermutlich wird man sich im Ärmelkanal nach Strich und Faden verfehlen.
 
Den Welligkeitskrittlern kann ich übrigens noch einen draufsetzen: nach längerem Lesen schlägt sich beim Zuklappen der Heftumschlag wie von Zauberhand selbst wieder auf. Formgedächtnistechnik?

 

 © Copyright 2000-2017 Orlando Seitenanfang | HomepageeMail | Impressum