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483 Der den Teufel an die Wand malt März 2016

Mosaik 483

Vor dem Wimmelburger Kloster im Mansfelder Land hat sich eine riesige Menschenmenge, beseelt mit Frühlingsgefühlen, eingefunden. Tieferer Sinn der Ansammlung ist es aber, einer Wunderheilung seiner Leiden teilhaftig zu werden. Die Mönche versprechen dies mit einer silbernen Glocke. Selbstredend nur gegen Vorkasse.
Auch ein gewisser Michael ist mit seinen Erziehungsberechtigten angetreten, um sich von seiner pathologischen Krakelsucht heilen zu lassen - jedoch eher unfreiwillig.
Wie zur Bestätigung seines neurotischen Leidens, zeichnet er sogleich eine Karikatur des geschäftstüchtigen Finanz-Bruders Matthäus an die Klostermauer von St. Cyriakus. Das riecht nach einem verdammt hoffnungslosen Fall.
Den Eltern ist die Heilung immerhin einen Goldgulden wert.
Das sieche Volk beginnt schon zu murren, da hebt das halbstündige Gebimmel an.
Manch einer sieht seinen Schmerz weichen, und auch Michael erklärt, die Zeichenlust sei ihm gründlich vergangen.

So zieht die Familie wieder nach Hause, wo sie schon von einer großen Dürren und einem Maulwurf Buddelflink, dem kleinen Bruder, begrüßt wird.
Zum Zeichen dafür, daß Michael jetzt als geheilt in die menschliche Gemeinschaft entlassen werden kann, soll er den Familien-Zossen im Stall füttern. Beim Kramen in den Taschen nach einem Leckerli fürs liebe Hottehü bleibt ihm unglücklicherweise ein Stück Holzkohle an den Fingern kleben.
Nach einer Stunde eilt der Vater in die Pferdegarage und erschrickt - die frisch getünchten Wände sind erneut beschmiert. Michael kann einer Züchtigung nur durch Flucht entkommen, der Vater sucht Trost in der Wirtschaft.
Der zwanghafte Maler verkriecht sich im Bergwerk seines Vaters, denn es ist Sonntag. Der Junge hat jedoch eine krasse Stollenphobie, also nicht für Rosinenstollen. Trotzdem nimmt er allen Mut zusammen.
Ein plötzliches "Wuuussch" löscht ihm die Funzel aus und kurz darauf erscheinen ihm drei Bergmännlein samt Ratte. Beim ersten Schreck wird ein Querbalken seiner Rübe zum Verhängnis und er schlägt hin. Gut, daß eines der Bergmännlein die passende Tinktur dabei hat.

Beim Betreten des "Kupferadler" kommt Michaels Vater mit einem vornehmen Mann ins Gespräch.
Der Fremde bestellt Gänsebraten, der Vater ein Starkbier. Die Wirtin muß des Drachstädters Klage über sich ergehen lassen, ein ganzer Goldgulden ist futsch und der verwunschene Knabe noch immer nicht geheilt. Die Wirtin nimmt Michael in Schutz, er hat ein vortreffliches Bild von ihr angefertigt.

Der Fremde erkennt ebenfalls eine Spur von Talent im Gemälde und stellt sich als Meister Rothbusch vor, welcher die Mansfelder Grafenfamilie porträtieren soll. Auch nicht gerade eine brotlose Kunst.

In der Kupfermine haben die Abrafaxe soeben erfahren, wann und wo sie aufgeschlagen sind. Califax hat großherzig sein Tütü geopfert, um einen Kopfverband anzufertigen. Michael erläutert den Faxen sein Dilemma. Das Hauptproblem Michaels entdeckt aber Califax: Der Junge muß unbedingt was essen - und zwar unverzüglich.
So machen sie sich auf den Weg zum Hofe der Drachstädter.
Der kleine Caspar sieht sie schon kommen und meldet es der erfreuten Mutter, die den Heimkehrer ordentlich knuddelt. Dankbar lädt sie die Faxe zu einem Fuder Gänsepastete ein. Da kann sogar Califax nicht ablehnen. Mitten im Gelage meldet Caspar die Rückkehr des Vaters. Doch Michael ist die Flucht versperrt, in der Tür steht der Vater mit seiner neuen Bekanntschaft. Rothbusch empfiehlt, den Knaben bei Lucas Cranach ausbilden zu lassen. Und der lebt im fernen Wittenberg, was der Mama wie Weitfortistan erscheint. Außerdem hat man kein Lehrgeld übrig und Michael soll ohnehin der Minen-Erbe werden. Da fallen aller Blicke auf Caspar, den manischen Schaufler. Somit wäre das auch geklärt.
Da sich obendrein noch die Abrafaxe als Begleiter anbieten, gibt es keine Bedenken mehr.
Am nächsten Morgen brechen die Faxe mit Michael in Richtung Wittenberg auf.

 

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