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485 Die Klingelschweine von Wittenberg Mai 2016

Mosaik 485

Brabax, Califax und Michael sind nach Überquerung der Elbe und ihrer Sümpfe trockenen Fußes in Madgdeburg aufgeschlagen. Aus ihrem Staunen über die städtischen Klingelschweine werden sie durch den Auftritt des Schwarzburgschen Lömmels unsanft herausgerissen. Nachdem der Flägel Michael gehörig provoziert hat, schubst er ihn in die Gosse.
Der angehende Kunstmaler schwört Rache.
Eine nette Frau hat das Ganze mit angesehen und spendiert einige Eierkuchen zur leiblichen Erbauung. Von ihr erfahren die drei auch, wo Cranachs Haus wohnt. Dafür erhält sie von Califax den guten Rat, ihre eigenen Schweine mit Glöckchen auf die Piste zu schicken und gleichfalls mästen zu lassen.
Katharina ist mit ihrem Kavalier Abrax in Helfta angelangt und wird von einer Schwester willkommen geheißen. Bevor sie für immer und ewig hinter den Klostermauern abtaucht, schnippelt sie noch eine Locke ihres güldenen Haares für Michael aus der Kopfbedeckung. Nach einem rührenden Abschied von ihrem Kutscher und von Abrax schließt sich das Tor hinter ihr.
Abrax darf noch ein Stückchen in Richtung Wittenberg mitreisen.
Vor Cranachs Haus trifft Brabax auf einen vornehmen Herrn und einen Augustinermönch,

denen er die vollkommen redundante Frage nach Cranachs Anwesen stellt. Karl und Hannes, zwei mutmaßlich altgediente Lehrlinge, vielleicht sogar Auszubildende, versuchen Michael sein Unterfangen auszureden. Hier würden generell nur absolute Profis in die Lehre genommen. Zum Beweis seiner Klasse solle Michael doch mal ein Pröbchen an Lucas Cranachs Hauswand malen. Als der Meister auftaucht, ziehen sich die Anstifter dezent zurück. Cranach explodiert förmlich. Brabax versucht mehrfach zu vermitteln und die wahren Schuldigen zu adressieren, aber der Meister mag keine fremden Diskussionsbeiträge. Da Cranach bei Michael wohl doch ein erkleckliches Talent vermutet, darf der Junge nun doch anfangen, sogar ohne Lehrgeld. Hannes und Karl müssen sogleich mit Michael das Gemälde beseitigen. Da nun alle Lehrlinge schwer beschäftigt sind, dürfen Brabax und Califax die Cranachsche beim Marktbummel begleiten. Nach den Einkäufen werden die beiden als Küchenpersonal verheizt. Califax ist in seinem Element, Brabax weniger. Auch Michael ist stinkig, daß er die Werkstatt fegen muß.
Am Abend erscheint der angekündigte hohe Besuch zum Festmahle. Es sind der vornehme Herr, Spalatin - Sekretär des Fürsten - und der Mönch - Martin Luther. Auch die Lehrlinge dürfen an der Tafel platzen. Die beiden Küchenjungen natürlich nicht, sie müssen aufwarten.
Während des Mahls kommt die Rede auch auf die neuerlich stark gestiegene Anzahl der Antoniterschweine. Brabax schlägt Spalatin vor, die echten Antoniterschweine mit zwei Glöckchen zu behängen und so die falschen auszugrenzen. Brabax ist sauer, er wird von seiner Herrin ständig gemobbt.
Am nächsten Morgen weckt Michael die anderen Penner, denn er will endlich mit Zeichnen anfangen. Hannes und Karl versuchen, ihn erneut zu linken.

Er soll ein Bild des Meisters fertigmalen. Aber so doof ist Michael nun wiederum nicht.
Dann erscheint Cranach mit dem Sonderauftrag, drei Dutzend Porträts von Adrian von Schwarzburg anzufertigen. Cranach hat da schon mal was vorbereitet. Nachdem er eine Matritze hergestellt hat, brauchen die Jungs die Bilder nur noch zu klonen. Hannes macht Haut und Haare, Karl die fünf Löcher in der Mitte und für Michael bleiben die Löffel. Brabax soll die Hintergründe kleistern, wo er sich auch nicht bemeistert.
Also ist er nur noch für einfache Botengänge zu gebrauchen. Er soll ein Auftragswerk zu Spalatin bringen. Brabax möchte gern für den Sekretär arbeiten und er hat auch einen neuen Rat für das nun noch verschlimmerte Schweineproblem.
Auf dem Rückweg trifft Brabax auf Michael, der eine weitere Aufgabe von Hannes und Karl erhalten hat - Himmelblau vom Kirchturm holen. Während sich die beiden unten vor Lachen beölen, erscheint die Chranachsche und verdonnert die Übeltäter zum Latrinendienst außer der Reihe. Brabax muß weiterhin Küchendienst schieben und soll die Suppe zum üblichen Festmahl auftragen. Das Schweineproblem ist endlich gelöst, Spalatin hat auf Brabax' Rat hin Flugblätter abwerfen lassen, daß der Kurfürst alle Schweine für sein Fest wegfangen ließe. Das zog endlich. Und Brabax verschüttet wieder mal die Suppe. Man ist geneigt anzunehmen, daß hier Arglist dahintersteckt. Spalatin bietet ihm eine Stellung an, jedoch lehnt Brabax ab. Luther hat ihn schon als Adlatus abgeworben. Jetzt darf Brabax mit an der Tafel sitzen und Suppe ist auch noch da.
Abrax ist nun auf dem Fußmarsch nach Wittenberg, durch dunklen Wald mit vielen Augen.

 

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