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490 Die Traumwerkstatt Oktober 2016

Mosaik 490

Vor der Tür der Wittenberger Schloßkirche stauen sich palavernde Menschen aller Stände. Grund sind die von Brabax angenagelten Lutherschen 95 Thesen wider den Ablaßhandel.
Fürst Friedrich und Spalatin haben davon Kunde bekommen, wollen aber erst einmal abwarten wie sich die Chose entwickelt.
Um noch einen draufzusetzen, macht Luther Nägel mit Köpfen - er schreibt einen diesbezüglichen Brief an seinen Erzbischof.

In Cranachs Werkstatt beschäftigt man sich mit tristen Arbeiten. Cranach nimmt sich Michael zur Brust, der schon eine Kündigung befürchtet. Tatsächlich droht ihm das Gegenteil, der Meister hat für ihn den ersten eigenen Auftrag parat. Er soll die liebreizende Tochter von Bäcker Semmelfein auf ein Holzbrett bannen. An dieser guten Nachricht wird im Hause rege Anteil genommen, denn es ist üblich, daß nach der Fertigstellung kräftig abgefeiert wird.

Der erste Lohn Michaels geht dabei als Unkostenbeitrag für das Festmahl an die Cranachsche Hausfrau.
Diese hat jedoch noch andere Probleme und sie greift sich erst mal ihren Mann, um ihn auf die Verstrickungen in die fatale Luthersche Aktion hinzuweisen. Schließlich stammen die Pamphlete aus der hauseigenen Druckerei und das könnte Ärger mit der Obrigkeit geben. Als sie jedoch hört, daß die Aktion erklecklichen Mammon in die Druckerei-Kasse einfährt, wird sie schlagartig von Einsichtigkeit übermannt.

Eine Woche später hat der reitende Bote Halle erreicht, wo Erzbischof Albrecht auf der Moritzburg residiert. Über des Mönchleins Schreiben ist er vollkommen unamüsiert. Schließlich schiebt ihm Tetzel mit seiner Tätigkeit reichlich Schmott in die eigenen Truhen.
Sein Faktotum muß einen Brief verfassen, der Luther beim Augustinerorden verpetzen soll. Zur Krönung des Ganzen soll auch der Papst über Luthers geschäftsschädigende Thesen in Kenntnis gesetzt werden.

Michael betreibt inzwischen Vorstudien mit dem Korpus von Gretel Semmelfein, einer jüngeren Ausgabe der herben Euphrosine.
Als er Gretel seinen Skizzenblock zeigen muß, rastet diese aus, alldieweil Michael "nicht bunt kann". Meister Cranach hat alle Mühe, die Semmelfeins wieder zu besänftigen. Abschließend verlangt Gretel noch, auf dem bunten Bild obendrein hübsch aussehen zu wollen. Eine schlicht unlösbare Aufgabe.

Simprecht soll bald den Meisterstatus erhalten, dann kann er Hannes zum Drucker ausbilden. Hannes Freude wäre komplett, wenn da nicht die furchtbare Bedrohung durch Bleiläuse inbegriffen wäre.
Da Califax immer so leckere Suppen pantscht, kommt die geschäftstüchtige Meisterin auf den Einfall, einen Gasthof zu betreiben. Allerding müßte sich der Suppenkoch dann von seiner Ratte trennen, denn Ratten in der Küche geht gar nicht.

Beim Gang durch Wittenberg fällt auf, daß Luther eine gewisse Bekanntheit erlangt hat. Thomas Müntzer ist von den Thesen begeistert und wittert Veränderungen. Ein Briefträger übergibt Brabax einen Brief von Katharina für Michael.
Als Cranach Michaels höchst realistisches Porträt der Bäckerstochter zu Gesicht bekommt, fliegt ihm die Mütze weg und er zerreißt das Werk. Hier sollenTräume verkauft werden und kein Realismus. Michael darf wieder von vorn beginnen. Viele Tage und Nächte grübelt Michael am Sinn von Cranachs Maxime und stellt das Gemälde schließlich fertig. Als Gretel erscheint, läßt Michael sie noch zwei Stunden nachsitzen, während er entspannt Firnis übers Bild pinselt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, die Semmelfeins sind begeistert. So schön bunt und so hübsch. Auch Cranach ist des Lobes voll.
In der Küche ist schon das Spanferkel aufgebahrt. Doch Michael vergeht der Appetit, als er Katharinas Brief geöffnet hat.

 

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