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Es gibt zwei Sorten Heftpflaster: Das eine hält nicht, das andere geht nicht ab.   (Murphy)
Sollte Türkenschreck ein Opfer der
"political correctness" werden?
In dem im Jahr 1995 von der OSTFILM produzierten siebenminütigen Pilotfilm für den ersten Digedags-Film (das Projekt ist inzwischen wieder zu den Akten gelegt worden) wurde das Lieblings-Pferd aller Mosaik-Fans, der gute Türkenschreck, unter dem Namen "Drachenschreck" präsentiert. Befürchtete man, mit dem Originalnamen die in Deutschland lebenden Türken zu brüskieren?
Immerhin ist es noch bis heute ungeklärt, ob Türkenschreck die Türken erschreckt hat oder die Türken ihm einen Schreck einjagten.
Sollte dieser politische Hintergrund allerdings Bestand haben, so muss auch Hadubrand der Verkalkte sein "Handbuch der Ritterregeln" neu schreiben.
Gibt es doch dort eine Regel, die zu noch größeren diplomatischen Verwicklungen führen könnte:
"Laß dich nie mit Drachen ein, denn ihr Benehmen ist nicht fein!" *

Die Figuren des Filmes erschienen mir übrigens anfangs etwas verfremdet, aber immer noch besser erkennbar als wenig später zeitweilige Abrafaxe-Mutanten.

Eigentlich schade, dass den Machern die Knete ausging. Hatte doch dieses Projekt fast schon den Segen von Hegen (reimt sich sogar).

* Die Regel wurde bereits politisch korrekt korrigiert und kann nun bedenkenlos zum Einsatz kommen.

Liberté-Egalité-Fraternité
oder 
Haben wir eine Zwei-Enten-Gesellschaft?
Schon seit George Orwells "Animal farm" weiß jeder: Alle Tiere sind gleich, doch einige sind gleicher.

Die gemeine Ente (als Lebensmittel betrachtet) zählt vermutlich nicht zur Gattung der die Handlung des Heftes 3 vorantreibenden Tiere. Anders als die Watschelmanns, die ja auch den Entenvögeln (Ordnung Anseriformes) angehören, steht der vulgäre Flattervogel ganz vorn in der Nahrungskette. Man kann sich zwar durchaus vorstellen, dass ein hungriges Wildschwein auch mal eine Ente verspeist, aber hier hatte besagtes Enten-Tier sogar einen Namen, nämlich Tante Frida! Ihre Mitflieger reden zwar ziemlich respektlos über den Vorgang: "Oje, oje, die arme Tante Frida hats erwischt", was wieder etwas für deren Primitivität spricht. Aber überhaupt, wer isst denn schon Tiere mit Namen?! Gerade diese Tante Frida erlebt nach ihrem bedauerlichen Unfall eine Wiederauferstehung als schnöder Braten (sieht trotzdem lecker aus).
Denkbar wäre vielleicht, dass Watschelmanns und Tante Frida verschiedenen Unterordnungen zuzuweisen sind. Watschelmanns beispielsweise, als Schnatterenten (Anas strepera), würden zur Gruppe der Schwimmenten gehören und Tante Frida, als Tafelente (Aythya ferina), zur Gruppe der Tauchenten.
Was aber den Eklat keinesfalls verharmlost. Tierschützer jedenfalls oder gar DER KLEINE TIERFREUND könnten diese Ungleichbehandlung ihrer Schutzbefohlenen wohl übel nehmen, aber das Vorkommnis ist mittlerweile 45 Jahre her und sicher schon verjährt.

Breiten wir also lieber das Federkleid des Vergessens darüber.


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