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102 Die Hochzeit mit dem Meer Mai 1965


Die erhellende Reminiszenz an den Kobold mit der laufenden Nummer drei ist nun abgeschlossen. Für Runkel sowie Dig und Dag geht der Ernst des Lebens wieder los.
Sie sind zum wiederholten Male in Venedig angekommen und nähern sich mit ihrem Fischerboot einem opulenten Kahnkorso. Auch des Dogen Edel-Schaluppe, genannt Bucentauro, ist mit von der Partie. Soeben verklappt die Mutter der Venezianer eine Klunker ins Brackwasser, was Runkel stutzen lässt. Der Fischer erklärt dies als des Dogen "Hochzeit mit dem Meer", Ritter Runkel hingegen glaubt fest an eine Mutprobe á la "Der Taucher". Und da es der eine oder andere Knapp' nicht wagt, muss der Rittersmann wohl selber in die Kloake hechten. Blech ist schwerer als Neopren, was aber auch die Knappen nicht davon abhält, ihrem Brötchengeber die Treue zu beweisen. Runkel hat auf dem Meeresboden den Wurfring aufgeklaubt und lässt sich nun gemeinsam mit den beiden anderen Eisenteilen am Haken aufs Dogenschiff hieven. Triumphierend und mit einer Ritterregel auf den Lippen landet er bald vor Venedigs Oberhaupt, um ihm den Mutbeweis auszuhändigen. Doch der Doge ist angefressen ob der Störung seiner Zeremonie und schleudert das Artefakt sofort wieder über Bord.
Auf die Frage, was der Ritter, den er schon im Orient wähnte, schon wieder in Venedig verloren hätte, erfährt der Doge  die vielfältigen Abenteuer der letzten Zeit. Dass die drei Reisenden immerhin zwei Schiffe von Venedigs ärgsten Feinden in Grund gebohrt haben, erfordert höchste Ehrungen. Die Digedags und Runkel sollen sich ins Goldene Buch eintragen dürfen. Cavaliere di Carotti vernimmt's mit Grausen. Und er schwört Rache, zudem Runkel noch mit einer Regel dessen Super-Nanny madig macht. Doch vor der geplanten Auszeichnungsfeier will Runkel mal eben seine Schatzkarte, sprich Türkenschreck, suchen.
Das alte Burgenschiff liegt noch an der gleichen Stelle vor Anker. Es ist zu einer Art Resterampe gepimpt worden. Jegliche Form von Handelstreibenden ist hier vertreten. Vor der schwimmenden Burg hat ein promovierter Klebstoffkünstler, der sich Dr. Kleistermann nennt, Stellung bezogen und vertreibt seinen Wunderleim. Dass er seinen Kram in Versen anpreist, scheint Runkel zu reizen, schließlich hat nur er die Lizenz zum Reimen. Als dann auch noch der heile Krug einer Hausfrau geschändet wird, bricht aus Runkel der Kavalier hervor. Mit einer passenden Ritterregel kleistert er dem Händler den Krug auf den Kopf. Das lässt allerdings die anderen Höker solidarisch reagieren, der Ritter wird vom Platz gejagt. Auf dem Wege zum Dogenpalast entdeckt Runkel plötzlich seinen Türkenschreck, der mit schweren Säcken beladen, höchst unrittergäulige Aufgaben verrichten muss. Ein Geheimpfiff des Herrchens lässt das intelligenteste Pferd der Welt stutzig werden. Seinen Ballast abwerfend, eilt es schnurstracks in Runkels Arme. Der Händler ist erschüttert, Runkel rät ihm, seinen Brösel selber zu buckeln. Außerdem finden sich auch Sattel und Schwert an, der Schild ist leider durch den Schornstein gewandert.
Carotti bereitet unterdessen eine Verschwörung vor. Da der Doge sich den Fürstentitel illegal abgreifen wollte, meint Carotti, ihn in der Hand zu haben und so die Ehrenbürgerwürde für Runkel und die Digedags verhindern zu können. Das ist Plan B. Plan A sieht vor, die zu Ehrenden schon vor dem Palast abzufangen und verschwinden zu lassen. So blockiert eine gedungene Meute um Carotti die entsprechende Brücke. Runkel, die Digedags auf dem Sozius, hält dies natürlich nicht auf. Mit einem gewaltigen Satz springt er über die Köpfe der Bande, Dig und Dag bleiben auf der Strecke. Am anderen Ufer tritt Runkels Gaul in einen Apfelkarren, dessen Schieber den umgekehrten Weg nimmt. In den allgemeinen Tumult mischt sich nun auch das gewöhnliche Volk ein, dem die Sperenzchen der reichen Bürger schon lange gegen den Strich gehen. Runkel und die Digedags verlassen den Platz erneut siegreich, was Carotti zur Weißglut verhilft.
Also muss er doch noch Plan B zur Anwendung bringen, indem er den Dogen erpresst. Der wankelmütige Knilch knickt natürlich ein und lässt die Ritterlinge aus dem Saal werfen mit der Aufforderung, Venedig innerhalb dreier Tage zu verlassen, sonst locken die Bleikammern ...
Die drei haben Glück im Unglück, denn ein Mitglied des Großen Rates ist ihnen gefolgt und bietet die Ausreise auf einem Schiff des Handelshauses Polo.
 

Elementares Regelwerk:
"Ein Ritter ist nur dann was wert, hat er 'ne Lunge wie ein Pferd!"
"Ein Held, mit guter Kinderstube gräbt niemals andern eine Grube, weil, das ist halt der Lauf der Welt, er meistens selbst in diese fällt."
"Wer sich böser Tat erfrecht, dem ergeht es meistens schlecht!" "Wer frech wird und sich nicht bemeistert, kriegt manches an den Kopf gekleistert!"

 

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