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105 Die Seeräuberburg August 1965


Der Titel des Heftes nimmt schon vorweg, dass sich die Schiffer keinen Illusionen hingeben müssen. Dummerweise wissen sie es noch nicht als sie die Hafeneinfahrt durchstaken. Runkel mattet in einer Ecke natürlich den Schlaf der Gerechten, sollen die anderen mal machen. Man muss ihm immerhin zugute halten, dass es ohne seinen Meisterschuss einen Dix weniger gäbe. Doch da geistert eine abgängige Gans übers Deck, die wohl aus dem Schiffsbauch entfleuchen konnte. Nachdem sie Runkels Helm-Rübe kein Blatt ausrupfen konnte, hat sie beim wurmigen Bart des Ritters fast mehr Glück. Aber Runkel erwacht und stiftet bei der anschließenden Gänsehatz Wirrwarr unter den schwer an den Felswänden herumstochernden Matrosen.
Endlich erscheint ein Lotsenboot im Kanal und die weitere Passage geht mühelos vonstatten.
Die Burgbesatzung hat sich elegant aufgemotzt und ist zum Empfang herausgetreten. Sogar eine Quotenfrau vervollständigt die Truppe. Keiner sieht allerdings, dass die mit einem messerartigen Gegenstand bedroht wird.
Der "Burggraf" lädt die Seeleute großzügig zu einem Festmahl auf Kosten des Hauses ein, der Koch soll das Ganze ausbaden - wo doch Schmalhans Küchenmeister ist.
Als aber die Gans hinter ihrem Freund Runkel über die Laufsteg schwadroniert, hellt sich beim Schuhbeck von Dalmatien die Leidensmiene auf. Die Mundwinkel rücken noch weiter auseinander als Ritter Runkel großspurig erklärt, dass ja der ganze Pott voll des essbaren Viehzeugs sei. Von nun an steigert sich die Herzlichkeit der Burgbesatzung ins Unermessliche.
Immerhin ist es zumindest den Digedags aufgefallen, dass mit der jungen Frau etwas nicht stimmt. Ständig wird sie von finsteren Bodyguards abgeschirmt.
Im Rittersaal der Burg hat man schon mal was vorbereitet. Die Inschriften am beeindruckenden Wandgemälde harren nach 45 Jahren noch immer ihrer Dechiffrierung. Fragmente deuten auf deutschen Ursprung hin.
Zumindest an Wein scheint's der Burg nicht zu mangeln, deshalb sind alle aufgerufen, ordentlich einen abzubeißen. Man trinkt aufs Wohl aller, besonders der schönen "Gemahlin" des Burggrafen. Während alles zecht, schnitzt Suleika, so heißt das Topmodel, einen Totenkopf in eine Apfelsine und rollt diese unter totaler Fehleinschätzung zu Runkel. Dieser leidet erwartungsgemäß an intellektueller Insolvenz und ersucht ausgerechnet den Burggrafen um Erklärung.
Der Hausherr reagiert ziemlich angefressen und droht heimlich seiner Zwangs-Angetrauten.
Um weitere Kontaktaufnahmen zu erschweren, schickt er sie an den Herd - der Macho, der.
Im Adria-Kochstudio findet gerade ein Massaker unter den armen Vögeln statt, sogar das Schwein des Bootsmanns soll wohl auf die Speisekarte. Die Karnickel haben vermutlich Glück, weil sie technisch anspruchsvoller zuzubereiten sind. Als der erste Broiler golden glänzt, schärft Suleika dem Servierräuber ein, unbedingt zuerst den Ritter samt Knappschaft zu bedienen.
Denn sie hat dem Vogel eine weitere geheime Botschaft induziert.
Runkel ist enttäuscht, dass er den spacken  Flattermann noch mit seinen Knappen teilen soll. Die beiden können aber auf die nächste Lieferung warten. Nun entdecken sie die Nachricht, welche die schlimmsten Befürchtungen der Digedags bestätigt. Sie befinden sich also in der Gewalt der Teufelsbrüder - schlimmer geht's nimmer. Während Runkel wieder zur Tagesordnung übergeht und sich das gebratene Huhn hinters Zäpfchen schiebt, suchen Dig und Dag verzweifelt nach einem Ausweg.
Erst einmal verlassen sie ihre wohnlichen Rüstungen und verschwinden unter der Tafel.
Weit kommen sie allerdings nicht, denn die Seeräuber verfügen auch über einen Resteverwerter, der böse knurrend die ihm zugedachten Knochen verteidigen will. Da haben die beiden Aussteiger keine Chance, zumal die Seeräuber ihren Satan auch noch mit "Faß!" ermuntern.
Jetzt, nachdem die Digedags auf der Flucht erwischt wurden, lassen die Räuber ihre freundlichen Masken fallen und geben sich als die berüchtigten Teufelsbrüder zu erkennen. Und das geschieht in wohl gesetzten Reimen.
Aus dem lustigen Lied erfahren die Übertölpelten so ziemlich alles, was für ihre derzeitige Situation wissenswert erscheint.
Als Krönung der Feierstunde werden die Seeleute fast vollständig ausgeraubt sowie barfüßig und in Unterhosen in die finstere Nacht der dalmatinischen Felsen getrieben.
Die Lage für die Schiffs- und Obdachlosen ist als äußerst primär einzuschätzen - und droben im Burgsaal geht die Party jetzt erst richtig los.
 

Statt der fehlenden Ritterregeln gibt's ein schönes "Teufelsbrüder-Lied". Die ersten sieben Strophen im Heft, weitere  drei folgen im nächsten.

 

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