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107 Die Befreiung der Prinzessin Oktober 1965


Das laute Herumkrakelen der Teufelsbrüder hat ihren Vorturner aus dem Schlaf gerissen.
Als Bogumil aus dem Gestammel erfährt, dass seine mühsam geköderte Beute wieder verflogen ist, will er sich erst mal eine Linie reinziehen. Aber der gepriesene Freudenspender der Nase ist leer wie seine Festplatte.
Aus Frust schleudert er Runkel den Puderbeutel auf den Kopf. Runkel vermeint hierin die schwere Missachtung seiner Person als Ritter zu erkennen und er schickt sich an, Bogumil von der Kanzel zu pflücken. Dabei geht natürlich die halbe Burg zu Bruch.
Leider bringt die Aktion keine Punkte, Runkel und die Digedags sollen im Burgverlies vermodern. Doch vorher hat sich Bogumil noch eine Folter einfallen lassen.
Erst, wenn die Delinquenten einen gehörigen Vorrat an Schnupfpulver hergestellt haben, dürfen sie in der Zelle für den Rest ihres Daseins relaxen.
Der Koch hatte zwar nichts mehr in seiner Speisekammer, aber die Zutaten für die Dröhnung waren allemal vorrätig.
Kein Wunder, denn wer ist schon scharf auf Ingredienzien aus den räudigen Pelzen von toten Tieren oder aus verschrumpelten Pflanzen.
Die drei Gefangenen sind angehalten, die Rezeptur peinlichst einzuhalten und den ganzen Plunder staubfein zu vermörsern.
Das geht allerdings nicht ohne Gesundheitsschäden ab. Dank der guten polytechnischen DDR-Bildung der Digedags wird schnell ein ungefährliches Verfahren entwickelt. Nebenbei finden die Digedags noch Zeit, Runkel für seine Intoleranz dem Hauptmann gegenüber zu kritisieren. In dem Moment sehen sie hinter dem Karzerfenster die vermeintliche Burgherrin hervorschmachten.
Da bei den Wärtern die Stunde der toten Augen geschlagen hat, können sich die Digedags die Geschichte der Emirstochter Suleika erzählen lassen. Für Bogumil hat sie nur die Vorzeige-Trulla gegeben. Dig und Dag versprechen ihr natürlich Beistand und Hilfe, dann werden ihre Bewacher munter und bringen die unfreiwilligen Apotheker wieder auf Trab.
Mit einer Probe ihres Produktes, das sie doch noch durch eigene Rezepturadaptionen verfeinert haben, werden sie zum Oberschergen geführt, der sogleich die Qualitätskontrolle vornimmt. Der Schnupfer ist völlig aus dem Häuschen und schießt Kobolz vor Wonne. Sein Sitzmöbel "Sven" geht dabei zu Bruch. Das gibt dickes Lob für die Mörser-Knechte.
Die Digedags lassen beiläufig fallen, dass ihnen prinzipiell alles gelingt, was sie durch ihre Wurstfinger gehen lassen. Auch Maschinen. Bei Maschinen hätte Bogumil schon einen gewissen Bedarf, eine harmlose Seilbahn soll's werden.
Sogar die Freiheit wird den Gefangenen zugesagt, falls sich das Teil bewährt. Das spornt die jungen Erfinder unheimlich an, schon nach einer Woche schwebt das Vehikel luftig zwischen Burg und Leuchtturm.
Aber die versprochene Freiheit gibt's nicht. Im Kleingedruckten stand, dass die Entlassung erst nach Belieben Bogumils aktiviert wird. Zum Undank landen sie im Kerker, einer der Endstationen ihrer Seilbahn.
Als die Seeräuber ihre Erfindung als mobiles Leuchtfeuer zweckentfremden, geht auch den Digedags ein Licht auf - böse Falle für potente Beute. Runkel ist wesentlich mehr vom schweren Schicksal der Antriebsziege betroffen. Als die brennende Fuhre ihr Kerkerfenster erreicht hat, stiften die kleinen Pyromanen einen Turmbrand, der bald auf die ganze Burg übergreift.
Nun ist es an Runkel, die grobe Arbeit zu übernehmen. Dem harten Ritterkorpus hält die Zellentür nicht stand. Und da seine Ritterehre auch die Rettung diverser Prinzessinnen gebietet, reißt er das Gitter vor Suleikas Stube aus der Füllung.
Während die Digedags mit dem Rest des Schnupfpulvers die Räuber abwehren, hat Runkel wenigstens seinen Gaul samt Blechanzug und Suleikas Untersatz besorgt. Der Knappenbrösel ist nicht auffindbar, die ehemaligen Träger freut's.
Die Digedags dürfen vorne sitzen, Dig genießt die Nähe zu Suleika sichtlich.
Nun flüchten die vier Ex-Knackis in die gut ausgeleuchtete Nacht.
 

Ritterregel:
"Ein Ritter auf Gesandtschaft kommt heil durch jede Landschaft."

 

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