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130 Die Schatzsuche September 1967


Endlich hat die Vorfreude ein Ende, die Expedition zur Hebung des Rübensteiner Schatzes steht vor dem Aufbruch.
Nur noch schnell Wasser fassen, denn dort draußen soll's sehr staubig zugehen. Der amtierende Brunnenwärter ermahnt Runkel zwar noch, dass wertvolle Naß äußerst nachhaltig zu gebrauchen, da passiert es schon. Runkels zackige Blechschuhe pieksen in die marode Ziegenhülle und das Wasser entfleucht.
Der Mann hinterm Tresen stellt sich stur. Murrend zieht Runkel Leine. Gut, dass die Digedags ihren Schlauch noch voll haben.
Gleich darauf treffen sie auf den Strategos und den Centurio im lässigen Muselmanen-Gewand.
Im Navi haben die beiden als Ziel Mekka eingegeben. Kürzeste Strecke - 60 Tage. Da kann Runkel auch gleich noch eine seiner Regeln platzieren.
Als die Expedition im alten Bachbett angelangt ist, lässt Runkel seinen Türkenschreck von der Leine. Er hofft, dass der intelligente Zossen die bekannte Stelle wiederfinden wird.
Bald scharrt Türkenschreck mit allen vier Hufen auf der staubigen Piste. Runkel ist sich sicher, den Ort gefunden zu haben.
Er malt sich seine Zukunft schon in herrlichsten Bildern. Sogar für Dig und Dag soll ein Teilnahme-Zertifikat abfallen.
Ihre schnippische und undankbare Antwort wird vom Spender mit Mißfallen aufgenommen.
Während Runkel sich langsam eingräbt, schauen Dig und Dag aus sicherer Entfernung zu. Als Ritter Buddelflink immer tiefer sinkt und sich seines Anzugs entledigt, wollen die Digedags ein wenig den Teufelsbrüdern beim Bau des Übersee-Hafens zusehen.
Da die beiden ihre Kräfte bisher schonen konnten, melden sie sich beim Baumeister zum Arbeitseinsatz. Entsprechend ihrer marginalen Körperkräfte brauchen sie nur kleine Brötchen backen. In der Bachmündung sollen die passenden Trümmer liegen. Beim Wuchten eines Hinkelsteins stoßen die Digedags auf einen seltsamen Tontopf. Oben ein Schlitz und innen klappert es. Scharfsinnig wird sogleich auf ein Sparschwein geschlossen. Und natürlich sind sie sich sicher, hier Runkels Familienschatz aufgespürt zu haben.
Um den armen Runkel ordentlich auf die Nudel zu schieben, errichten sie eines der bekannten Standardmonumente derer von Rübenstein. Also einen zünftigen Schuttberg mit Schatzkammer und die unabdingbare Beschriftung des Heiligtums in Form einer gravierten Steinplatte.
Obendrein ohne orthografische Unzulänglichkeiten. Die warnenden Worte auf der Tafel würden jeden tomb raider zur Salzsäule gerinnen lassen.
Als die Digadags auf Runkels Baustelle ankommen, ist außer einem riesigen Krater nichts zu sehen. Kaum haben sie den Rand erklommen, sehen sie in der Tiefe Runkel zum entscheidenden Schlag ausholen.
Ein sehr ertragreicher Brunnen speist nun den alten Bach. Runkel ist davon wenig angetan.
Zum großen Ärger behaupten Dig und Dag auch noch, dass sie selbst den Schatz entdeckt haben. Runkel tobt, als die zwei zuerst den Emir über die Wasserader informieren wollen. Zwecklos.
Um die Quelle nicht auslaufen zu lassen, ordnet der Emir an, ganz schnell einen Staudamm errichten zu lassen.
Erst jetzt fällt Runkel auf, dass er seine geliebte Rüstung klaftertief verbuddelt hat.
Der Emir weigert sich, danach suchen zu lassen und verspricht ihm etwas landestypisches als Ersatz. Nun wird auch Runkels Ungeduld befriedigt, die Digedags führen ihn zum potemkinschen Monument.
Ein wenig enttäuscht ist er schon, als er den kleinen Topf findet, was ihn zum Topfgeldjäger degradiert. Als jetzt auch noch der Emir darin seine einstmals verspittelte Flüchekasse erkennt, ist es mit Runkels Beherrschung vorbei. Unter groben Flüchen, die denen eines Emirs keinesfalls nachstehen, haut er das Sparschwein in Stücke. Während er reumütig die Piaster wieder zusammenkratzt und nun einen richtigen Schatz suchen will, bitten die Digedags den Emir vollkommen unloyal darum, sie vom Knappengelöbnis zu entbinden.
Geht leider nicht, aber der Emir kann die Digedags zu Effendis schlagen, was dem Ritterrang gleichkäme. Runkel lamentiert zum Steinerweichen. Das zieht. Der Emir macht auch ihn als verdienten Tiefbauer zum Effendi.
Auch neue Klamotten gibt's für die drei. Und Runkel hat noch eine blendende Idee. Er will Dig und Dag bei der Suche nach Digedag begleiten und unterwegs so einige Schätze abstauben. Die beiden sind hocherfreut.
Der Abschied ist so etwas von tränendrüsig - Runkel soll den schon etwas morschen Türkenschreck in des Emirs Remise unterstellen und die weiteren Fahrten auf einem Wüstenschiff durchführen. Türki bekommt die Garantie, auf dem Rückweg wieder mitgenommen zu werden. Das ganze Dorf lässt Runkel den Wässrigen hochleben.
 

Drei Ritterregeln
"Wird auch einmal das Wasser knapp, ein Rittersmann macht niemals schlapp!"
"Ein Ritter, welcher soviel kann, wird niemals nicht ein Muselmann!"
"Ein großer Held wird dann und wann ganz plötzlich doch ein Muselmann!"
Mittlerweile ist der Ursprung der Regeln nicht mehr konkret zu verorten. Hadubrand oder Runkel - das ist hier die Frage!

 

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