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132 Türkischer Honig für Basra November 1967


Der Honigtanker hat Basra ohne weitere mongolide Katastrophen erreicht und am Kai angedockt.
Als die einströmenden Anwohner erfahren, dass die Ladung aus Türkischem Honig besteht, bricht sich sogleich eine pandemische Spontan-Unterzuckerung Bahn. Schnelle Hilfe tut Not und so wird mit dem Ausschank begonnen, denn dieser Türkische Honig scheint ziemlich matschig zu sein und kein fester Pamps wie der echte.
Runkel hat auch gleich eine Regel für das Verhalten in geordneten Wartegemeinschaften parat. Und als edler Ritter spendiert er schon mal einige Portionen an die Kinder unterhalb der Ei-Phone-Grenze.
Der Menschenauflauf lockt auch die Schergen des Scheichs von Basra an, die den Verkauf wegen fehlender Konzession beenden und erst mal Proben des Süßstoffs beschlagnahmen.
Das Volk beginnt, böse zu murren. Natürlich ohne Erfolg.

Der Scheich hat's aber auch nicht leicht. Von zänkischen Weibern umringt, geht ihm der wahre Sinn eines Harems am Allerwertesten vorbei. Seine selbsternannte Lieblingstorte nörgelt sogar am lautesten: keine Unterhaltung, keine Pralinen und kein Wein.
Dabei sollte ja Alkohol eigentlich für MuselmännerInnen tabu sein.
In großer Pein entfleucht Scheich Ibrahim in sein Alchimistenstudio, um jene dort am Honigsurrogat herumfrickelnden Laboranten anzutreiben. Die drei Typen namens Bakbak, Bukbuk und Bekbek stecken allerdings noch in der Grundlagenforschung.
Immerhin haben sie schon eine Art Dreikomponentenkleber entwickelt. Bei der ersten Kostprobe mit der richtigen Konsistenz büßt der Proband einen Zahn ein, was ihn aber nicht entmutigt, auch aus dem farbechten Topf zu kosten. Diesmal stellt sich lediglich Brechreiz ein. Die dritte Probe, die angeblich nur eklig aussieht, aber wundervoll schmecken soll, verweigert der Rezipient.
Das Ultimatum der Lieferung von einwandfreiem Stoff wird auf den Abend festgesetzt.
Durch einen praktischen Zufall kommen gerade die Büttel mit ihren Sherpas des Weges und fragen nach dem Scheich. Als die drei Giftmischer erfahren, dass in den beiden Kruken edler Honig schlummern soll, kaufen sie den Schergen das Zeug ab. Ein praller Beutel voller Goldstücke scheint mehr als angemessen.
Den Digedags kommt das spanisch vor, sie beschließen, der Sache auf den Grund gehen. Die hoffnungs-vollen Honigpantscher wollen ihren Stoff aber alleine zum Scheich bugsieren. Dig und Dag folgen ihnen diskret und reihen sich unauffällig in die topftragende Karawane ein. So überschreiten die beiden den Haremsäquator.
Drinnen protzen die Alchimisten mit ihrer Kreation, aber der Scheich ist ein gebranntes Kind, ein recht fettes allerdings.
So muss als Abschmecker sein Obereunuch Ben Jussuf ran.
Als ob der mit seiner Fistelstimme nicht schon genug gestraft wäre. Da Jussuf aber nicht umfällt und sogar frohlockt, bekommen die
mutmaßlichen Erzeuger den Parteiauftrag, noch einige Tonnen dieses Elixiers zu fabrizieren. Solange das nicht passiert ist, kriegen auch die Weiber nichts ab. Da ist der Scheich wachshart.
Doch der schöne Traum von Honig bis zum Abwinken und himmlischer Ruhe im Emanzen-Stadl zerplatzt sogleich, denn Fuad und Mirza stürmen erzürnt den Laden und beschuldigen die Alchimisten der Falschmünzerei.
Nun fliegt der Schwindel auf. Die Digedags freuen sich in den Kulissen und beschließen, auch diese beiden Töpfe dem Zugrif des Scheichs wieder zu entziehen.
Die Schergen erhalten den Befehl, den Händler samt Lieferung zu verhaften.
Vorher müssen allerdings erst die enttarnten Digedags eingefangen werden. Nach einer zünftigen Kissenschlacht entkommen die beiden in die Kleiderkammer und vermummen sich wieder einmal als Prinzen. Danach machen sich auf den bereitstehenden Reitstraußen vom Acker.
Weil die beiden Rennvögel über längere Beine als die Schergen verfügen, sind Dig und Dag rechtzeitig im Hafen, um eine geordnete Absetzbewegung einzuleiten. Die Häscher gucken traurig in die Röhre.
Das Floß sucht sich ein Versteck in einem Seitenarm des Euphrat. Hier will man die Dunkelheit abwarten und dann das Unternehmen "Holt unseren Honig heim!" starten.
 

Ritterregeln:
"Ein Ritter meide das Gedrängel, er sei geduldig wie ein Engel!"
und
"Ein Ritter in der Fremde draußen sitzt stets zu Pferd, doch nie auf Straußen!"
sowie
"Ein Ritter hat noch nie erlaubt, daß ihm ein Scheich den Honig raubt!"

 

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