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138 Der Kampf um den Wüstenbrunnen Mai 1967


Dank eines hervorragenden Langzeitgedächtnisses von Dig und Dag erfahren wir nun, was sich im Zusammenhang mit dem Wrack des Nearchos vor etwa 1600 Jahren so abspielte.
Alle drei Digedags waren damals als profane Landbriefträger tätig. Sie selbst hingegen bezeichnen sich hochtrabend als "griechische Postreiter".
Immerhin haben sie wichtige Nachrichten für Alexander den Großen im Köcher, der gerade am Indus zeltet und für sein ganzes Kriegsgedöns ein paar passende Schiffe zusammennageln läßt.
Aus den despektierlichen Äußerungen der Digedags kann man schließen, daß sie nicht besonders loyal gegenüber ihrem König sind.
So verschaffen sie sich auch in ziemlich naßforschem Ton den Zutritt zu Alexanders Jurte. Schließlich haben sie die Lizenz zum ... Briefeaustragen.
Der König hält gerade großes Kriegspalaver ab. Nach der Schlappe in Indien wollen seine Mannen nicht mehr mitspielen und schnell zurück in die Etappe.
Da kommen dem Generalstab die Nachrichten der Digedags gerade gelegen.
In der Depesche heißt es, daß überall in den eingesammelten Provinzen Alexanders Macht am bröseln ist und die Korruption seiner Verweser ungeahnte Qualitäten erreicht hat. Das gibt den Ausschlag zur Rückkehr.
Während Alexander mit seinem Heer einen kleinen Marsch über Land machen will, soll Nearchos auf dem Wasserweg Vorräte und Gerätschaften transportieren.
In Harmozia will man sich dann zum gemeinsamen Picknick treffen. Als die Digedags beim Rapport weilten, haben sich drei Generäle ihrer edlen Postesel bemächtigt. Vermutlich hatten sie keine Lust zu laufen, dabei wären sie sowieso zu fett für die armen Tiere gewesen. Was ein echter Landbriefträger ist, hat auch keinen Respekt vor der Generalität. Mit geschickten Lassowürfen fangen sie die drei Pferdediebe ein. War aber etwas unüberlegt, denn das Lächerlichmachen von höheren Chargen wird in Militärkreisen nicht gern gesehen. Wenigstens bleibt den Digedags das Standgericht erspart, sie müssen lediglich ins Arbeitsbataillon und Gerümpel durch die Kante wuchten.
Hier erfahren sie auch, daß Admiral Nearchos' Kahn einen königlichen Sonderauftrag ausführt. Nearchos fährt aber auch im eigenen Spezialauftrag. Die Mitnahme einiger Kaufleute samt ihrer Sore soll einen kleinen Obolus in die Admiralsbörse spülen.
Der König verabschiedet die Flotte seiner Fußkranken und macht sich auf den beschwerlichen Parcours gen Babylon.
Nearchossens Pott "Poseidon", der eigentlich als Flaggschiff gedacht war, hat aufgrund seiner übermäßigen Ladung aus Kaufleuten und deren Habseligkeiten bald das Nachsehen und fällt immer weiter zurück.
Zusätzliches Pech im Unglück: ein ausgehungerter Schwarm von Heuschrecken macht sich über die wohlschmeckenden Segel der "Poseidon" her. Bei der Suche nach brauchbaren Pestiziden stoßen die Digedags auf den gut sortierten Räucherstäbchenvorrat der Kaufleute. Unter deren Lamento verkokeln die Digedags die Stäbchen gnadenlos zu ätzenden Schwaden. Das hilft erst mal gegen weiteren Fraß. Aber die Arbeit der Heuschrecken ist bereits getan. Nun muß natürlich neue Segelfläche her. Was taugte dazu besser als teure Flokatis und Seidenfummel? Die Kaufleute sind der Ohnmacht nahe.
Durch die permanente Trödelei und die ungünstigen Umstände geht schließlich auch das Trinkwasser zur Neige.
Glücklicherweise liegt an der nahen Küste ein Dorf.
Doch die Eingeborenen sind nicht sonderlich gastfreundlich und schmeißen mit Klamotten auf die Ankömmlinge.
Erst mit allerlei Geschirr und Klimbim der Händler lassen sich die Schildkrötenmützen zu Tauschgeschäften überreden. Nachdem alle Wasservorräte an Bord wieder aufgeforstet sind, scheidet man von den nun freundlichen Gesellen.
Da kann die Fahrt nach Harmozia lustig weitergehen.
 

Ritterregeln:
Runkel kommt nicht zu Wort.

 

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