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139 Schiffbruch vor Harmozia Juni 1967


Nachdem es einige Zeit mit der "Poseidon" reichlich flott vorangegangen war, kommt endlich die ersehnte Flaute für das träge Schiff. Dem Kapitän kräuseln sich vor Sorge die Haare unterm Helm, die Soldaten sind fröhlich am Zocken und die Händler machen Inventur ihrer noch verbliebenen Warenbestände.
Nachdem eine windstille Woche vergangen ist, wird's dann doch langweilig für die Reisegruppe und die Digedags kramen eine ihrer bestechenden Ideen hervor.
Nämlich die, den Kahn einfach durch Ruder vorwärtszutreiben.
Dazu muß man natürlich einige Schlepper zu Wasser lassen. Was würde sich wohl besser eignen als die gutgefüllten Amphoren der Pfeffersäcke? Als Nebeneffekt wird das Meer durch Verklappen der Duftwässerchen meilenweit olfaktorisch kontaminiert.
Hilft jedoch alles nix - wie bei Fliegen im Sirup geht es nicht vorwärts.
Unterdessen nimmt das Inferno seinen Anfang. Die Krämer holen gerade ihre als Segel mißbrauchten Textilprodukte wieder von den Rahen, als dies bei den Soldaten Begehrlichkeiten weckt. Schließlich wollen sie ihren Angetrautinnen auch ein kleines Souvenir aus dem Krieg mitbringen.
Das ermüdende Gezerre um die Lappen wird unterbrochen durch einen urplötzlich eintreffenden Wirbelsturm. Der ist sein Geld wert und leistet an Bord gute Arbeit.
Dabei gehen alle Amphoren mit Farb- und Aromastoffen zu Bruch. Obendrein macht sich unter Deck die Elefantenstoßzahn-Sammlung selbständig und schwirrt verderbenbringend durch die Kante. Die elfenbeinernen Stangen fressen sich durch die empfindlichen Bordwände und sorgen so für überdurchschnittliche Feuchtigkeit im Schiff. Dem Pott bleibt nichts weiter übrig als abzunippeln "Rette sich wer kann!" ruft der Kapitän. Das war übrigens auch mein liebster "Russen-Film".
Mit Hilfe einiger noch heilgebliebener  und schnell geleerter Mieftöpfe als Schwimmhilfen versucht sich die Besatzung zu retten.
Das Ganze muß wohl als eine der größten Umweltkatastrophe der Antike betrachtet werden.
Bald stranden alle Schiffbrüchler auf den Klippen vor einer Insel.
Außer ihrem Leben haben sie nichts mitgebracht.
Glücklicherweise kommt bald ihre treue Rah angeschippert, auf der alle Gestrandeten rittlings und paddelnd die Insel in Richtung Harmozia verlassen können.
Als die 14 Wellenreiter auf diese Art in Harmozia einlaufen, ist ihnen der Spott der schon eingetroffenen Schiffsbesatzungen sicher.
Die Digedags begleiten ihren Kapitän, als er sich bei Nearchos kleinlaut zurückmeldet.
Dieser ist enttäuscht, daß der Geheimauftrag regelrecht ins Wasser gefallen ist.
Nur die Händler sind schon wieder obenauf. Aus den auf der Insel gefundenen Korallen haben sie eleganten Modeschmuck zusammengefrickelt, den sie an die Soldaten im Lager verticken.
Nicht nur der glücklose Kapitän, auch Alexander hat erhebliche Verluste an Mensch und Material eingefahren. Lediglich ein Viertel seiner Fußtruppen ist mit ihm hier eingetroffen
Damit endet die Erzählung der Digedags über ihre Erlebnisse mit dem späteren Wrack der "Poseidon".
Unklar bleibt, was nun wirklich hinter dem ominösen Geheimauftrag steckte.
Runkel ist sich natürlich sicher, dies so schnell wie möglich herauszufinden.
Aber erst am nächsten Tag. Gute Nacht!
 

Ritterregeln:
keine

 

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