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14 Der Anschlag auf den Zirkus Januar 1958

Julius Gallus hat als amtierender Direktor des Kolosseums von Rom die Digedags einbestellt, um ihnen zu verklickern, wer hier in Sachen Kultus das Sagen hat.
Sollten sie nicht zur Hebung seines Ansehens im Kolosseum auftreten wollen, könne er ihnen das Europa-Gastspiel gründlich vermasseln.
Natürlich lassen sich die Digedags weder erpressen noch sonderlich einschüchtern. Sie brechen die Verhandlungen empört ab.
Die Fronten sind so verhärtet, da würde auch kein Schlichterspruch helfen.
Im konspirativ aufgesuchten römischen Bad erhofft sich Gallus, maßgebliche Unterstützung für seine Digedags-feindliche Politik.
Aber von den anderen reichen Pfeffersäcken mag niemand so richtig mitmachen, denn Gallus' Bonus beim Kaiser liegt weit unter dem nutzbringenden Level.
Zu allem Ärger bekommt er auch noch die Nachricht, dass der Zirkus Digedag einen großen Promotion-Feldzug in der City veranstaltet.
Den darf Gallus natürlich keineswegs verpassen.

In seiner Rage bemerkt er nicht einmal, dass er durch die Sänfte gebrochen ist und seine eigenen Gichtlatten zur Fortbewegung benutzt.
Um die Digedags logistisch zu zermürben, kauft er alles Futter in Rom auf und lässt es in sein Haus am Tiber bringen. Dumm gelaufen, denn hinter dem Haus ankert nach wie vor das Zirkusschiff und übernimmt gleich die volle Ladung. Obendrein will er den Digedags das Publikum abspenstig machen, denn Gallus gedenkt ein Parallel-Event zu inszenieren. In einem neckischen Wägelchen lässt er sich deshalb zur Gladiatorenschule karren. Unterwegs rammt er noch eine komplette Hühnerfarm.
Der Direktor der Gladiatorenschule, Antonius Robustus, verspricht ihm das Beste, was Küche und Keller zu bieten haben. Und tatsächlich ist Gallus' Performance ein echter Straßenfeger. Leute, die erst zu den Digedags wollten, können sich diesen Schaukampf auf keinen Fall entgehen lassen.
Das Aufeinandertreffen der Perlen der Arena, Rabiatus und Attilius, lässt den Passanten die Lust auf Zirkus dahinschwinden.
Doch mit den Digedags muss nach wie vor gerechnet werden. Da sie aus der Ferne den prächtigen Schaukampf für eine profane Schlägerei halten, schicken sie ihre bewährten animalischen Krieger aus, um dem Gerangel ein Ende zu bereiten.
Die Zuschauer sehen nun ein, dass Gladiatoren auch nur Memmen sind. Von den Tieren begeistert, strömt nun doch alles zum Zirkus. Das ist zu viel für Gallus, ihm läuft das gleichnamige Organ über.
Das Zirkusschiff ist bis auf einen Platz besetzt, selbst ein hoher römischer Obermotz möchte die Vorstellung sehen.

Gallus vernimmt vom Ufer her die Lobeshymnen und Appläuse der Zuschauer.
Er kauft sich das letzte Billett, verschwindet aber statt im Zuschauerraum in den Tiefen des Schiffsrumpfes.
Nach verschiedenen missglückten und lebensgefährlichen Versuchen, den schwimmenden Zirkus von innen zu sabotieren, schleicht er sich wieder hinaus und seilt sich an der Bordwand ab.
Mit einem Bohrer macht er sich unterhalb der Wasserlinie zu schaffen.
Salang und Bakuku, stets wachsam und gefechtsbereit, bemerken die Leckage und schnappen sich den trotteligen Terroristen.
Er wird vor versammeltem Publikum an den Pranger gestellt und zum Eselsritt verurteilt.
Die Zuschauer haben rein zufällig allerlei Naturalien dabei.
Man weiß ja vorher nie, wie so eine Vorstellung gefällt. Nun prasselt all dieses auf Gallus nieder, der Esel trägt die Fehlwürfe mit bewundernswerter Fassung.
Als Krönung entzieht der Tribun dem garstigen Gallus die Direktion des Kolosseums und bietet es den Digedags für ihre Aufführungen an.

 

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