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147 Drachenkampf und Bärenjagd Februar 1969


Nachdem die Trauung glimpflich überstanden ist kommt es zum lustigen Teil des Festes, dem Palavern und Kübeln im Partykeller. Runkel hat, weiß der Kuckuck, doch allerhand erlebt. Und wo die Erinnerung ein wenig dünn wird, kommt des Ritters Phantasie ins Spiel. Während die Schmeichler voller Ehrfurcht lauschen, läßt Runkel seine gewagten Geschichten von liebreizenden Drachen und feuerspeienden Prinzessinnen vom Stapel. Zugegebenermaßen arbeitet er hier auch nicht ganz sauber, vermittels ausgeklügelter Stealth-Technik macht er dem arglosen Drachen die Hölle heiß. Natürlich kämpft er standesgemäß per fliegendem Persianer. Er ist gerade dabei, dem Neunhälsigen genüßlich die Rüben zu beschnitzen, als ein durstiger Meister Petz ins Souterrain einsteigt und sich am süffigen Met labt.
Keiner hat den Problembären bemerkt. Bei der Schilderung der Prinzessinbefreiung mimt er eine bühnenreife Umarmung und findet sich plötzlich in den Pranken von Bruno wieder. Gut, daß der Bär dank der Dröhnung schon deutlich zwei Meter neben seiner Mütze läuft und nur spielen will.
Der Erzähler und sein Auditorium erstarren zu Salzletten.
Die Digedags übernehmen hier die Regie und jagen den putzigen Brummel zurück auf den Burghof. Für diese Ruhmestat seitens der Knappschaft übernimmt Runkel natürlich die volle Verantwortung und das Volk lobpreist sein Vorbild. Bei Adelaide hat sich wohl schon erste Ernüchterung eingeschlichen, sie möchte endlich auch echte Beweise vom persönlichen Recken sehen. Und da wäre ausreichend Ruhm und Ehre einzufahren. Zuvörderst die Sanierung der schon erklecklich versotteten Burg Rübenstein.
Mit dem alten Rübensteiner und den Digedags reitet Runkel auf Inspektion durchs Umland. Die Zugbrücke läßt schon befürchten, sich hierbei auf einem Ritt ohne Wiederkehr zu befinden. Die einstmals prächtigen Rübenfelder erstrahlen in bedauernswerter Mickrigkeit, die Waldwege sind ein begehrter Parkour für gestandene Offroader. Als sie sich dem Dorf ihrer Untergebenen nähern, sehen sie eine Rotte Raubgesindel durch die Botanik schnüren. Im Dorfe wird Runkel von seinen Bauern herzlich begrüßt. 
Natürlich soll der Weitgereiste auch hier ein paar lustige Schnaken absondern. Dazu lassen sich alle im örtlichen Biergarten nieder.
Aber bevor Runkel anheben kann, holt ihn ein schnaufender Fußmelder in die Realität zurück.
Der Kuckucksberger kommt gerade von erfolgreicher Hatz und treibt noch massenhaft leckeres Getier vor sich her. Eine Spur der Verwüstung spaltet das Dorf in zwei Hälften. Dabei sind natürlich erhebliche Kollateralschäden zu beklagen.
Des Kuckucksberger Haftpflicht wird dafür wohl kaum aufkommen. Die Bauern drängen Runkel zu helfen, aber der scheint noch keinen Plan zu haben. Für Outsourcing ist nicht genügend Knete im Burgtresor.
Adelaide empfängt Heino Ratlos am Burgtor und erwartet natürlich auch so einiges vom kampferprobten und weitgereisten Helden. Ohne Frage muß eine größere Dosis Geldes beschafft werden. Fremdenverkehrseinnahmen mit Burgbesichtigung und Goldrüstungsanprobe fallen erst mal flach. Ein Einschmelzen und anschließendes Verbimmeln des historischen Kulturguts kann ebenfalls nicht gutgeheißen werden. Also erst mal drüber schlafen, den Dagsen wird schon ein Seifensieder aufgehen.
 

Ritterregel:
" Wenn ein Ritter um sich haut, denkt er an nichts als seine Braut! "

 

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