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148 Ritter Runkel auf Abwegen März 1969


Um bei Runkels Einfallslosigkeit in Sachen Burg- und Kassensanierung ein bißchen Zeit zu überbrücken, versuchen die Digedags, ins Zeughaus der Rübensteiner ein wenig schlichte Eleganz zu bringen.
Anscheinend mußte man hier schon jahrelang keine Waffengänge mehr bestreiten. Davon zeugen rostige Arbeitsbekleidung und schartige Gerätschaften.
Bei der Gelegenheit wird auch das Habitat der kleinen Hufeisennase empfindlich beeinträchtigt.
Diesen Anflug von Ordnungsliebe seiner Knappen macht der Ritter zunichte. Runkel ist wütend und fühlt sich mit seinen immensen Sorgen alleingelassen.
Vor der Burg wird soeben mal wieder ein wenig geraubrittert. Derweil hängt der Möhrenfelder mit dem Burg-Alchimisten bei einer gemütlichen Schachpartie im Kaminzimmer ab. Zur Rede gestellt, hat Schwiegervati auch gleich die einzige Lösung für Runkels Probleme parat: Natürlich auch unter die Raubritter zu gehen.
Der einfach gestrickte Runkel ist schnell überzeugt, zumal ihm auch gleich eine Strategie präsentiert wird, Weitere Hilfe erfährt Runkel durch die von Scharlatanius gesponserte Nebeltechnologie.
Der Ritter schreitet sogleich zur Tat, die neugierig nachfragenden Digedags werden kalt abgebürstet. Nachdem sich Runkel mit allerlei Werkzeugen für das Anlegen eines strategischen Hinterhalts versorgt hat, rekrutiert er zwei arbeitsscheue Knechte, die ihn, unter Vorspiegelung falscher Pelzmäntel, widerwillig begleiten. Sogar Adelaide bekommt auf ihre gut gemeinte Frage eine patzige Antwort.
Sie ahnt Ungemach und schickt die Digedags hinterdrein, um Runkel vor sich selbst zu schützen.
In der Bärenschlucht angekommen, setzt Runkel den Plan der Möhre in die Realität um. Dabei kommt es zur Abholzung des fränkischen Nieselwaldes. Die Naturfrevler hauen mehrere in voller Blüte stehende Tannen aus den Latschen um zimmern daraus zwei Fallgitter, um die Schlucht hermetisch abdichten zu können.
Die Digedags belauern Runkels Aktivitäten und erkennen alsbald den Sinn dieser Übung. Auch Hinz und Kunz glauben mittlerweile nicht mehr, daß dies eine Falle für Bärenfelle sein soll.
Dann eilt Runkel zur Kreuzung und verleiert den Wegweiser derart, daß Freistadt nur durch die präparierte Schlucht zu erreichen ist, was wiederum einen Eingriff in die Verkehrssicherheit darstellt. So hofft er auf reiche Beute an Pfeffersäcken. Seinen Helfern schärft er ein, auf sein Horntuten die Seile zu kappen.
Die Digedags wissen nun genug. Fürs erste drehen sie den Wegweiser wieder richtig und beschriften ihn obendrein mit einem Warnhinweis. Ein gerade durchreisender Händler bedankt sich dafür mit leckeren Nürnberger Lebkuchen.
Dann besorgen sich die Digedags in Runkels Dorf einen getürkten Kaufmannswagen.
Bevor die Digedags mit der Karre in Runkels Blickfeld erscheinen, werden die Knechte durch Dig und Dag zur Burg zurückgeschickt. Sie sollen Adelaide eine Botschaft Runkels überbringen.
Als Dag und Digedag mit ihrem Fuhrwerk auf die Zielgerade einschwenken, bringt Runkel seine Wunderwaffe zum Einsatz. Aus den Nebelbomben steigt allenfalls ein trübes Lüftchen in die hohle Gasse und auch seine inbrünstig dargebotenen Trötenklänge bewirken keine Fallgitterbedienung.
Voller Wut auf seine verblödeten Knechte stürzt Runkel hinab in die Schlucht, um seinen fetten Fang eigenhändig aufzuhalten.
Aber der Zug ist abgefahren und nun geht Runkel in die eigene Falle. Im selben Augenblick taucht schon Adelaide samt restlicher Sippe auf. Äußerst peinsam für den Raubritter. Nach der berechtigten Standpauke macht der Pantoffelheld den Kotau und schwört dem Raubritterleben auf ewig ab.
Graf Kuck hörts hoch droben auf dem Berge und freut sich einen ab.
 

Ritterregel:
Kuckucksbergers Persiflage: "Runkel bleibt bei seinen Rüben, das Rauben darf er nicht mehr üben!"

 

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