Homepage |  | Comics |  | zurück  


 

158 Die Pirateninsel Januar 1970


Die Digedags haben schon zwei geschlagene Wochen wertvollen Journalistenlebens auf Jokers Farm vergeigt.
Hier gibt es keine Sklaven, alle bei Jeremias Jokers angestellten Neger arbeiten auf freiwilliger Basis.
Beim permanenten Dschillen unter ihrer Lieblingssykomore fällt Dig ein, daß man doch statt lulliger Stimmungsbilder den ollen Potter endlich mal etwas Handfestem anfüttern müßte.
Die Reiherinsel im Fokus, sichten sie plötzlich eine Rauchfahne. Die drei Farmarbeiter, die gerade zum Nachtangeln ausrücken, versuchen die Frage der Digedags nach diesem besonderen Vorkommnis geschickt abzubügeln. Die Digedags agieren dabei sehr unprofessionell und lassen sich von den Anglern regelrecht vorführen. Während die Digedags einem komischen Vogel ins Geäst folgen, gibt einer der Angler ein Lichtzeichen und kurz darauf ist der Rauch verzogen.
Verständlicherweise kommen sich die Digedags daraufhin ziemlich bekloppt vor.
Ausgerechnet jetzt kommt ein Telegramm von Potter des Weges,
der seinen drei Untergebenen mit sofortiger Rückholung droht. Da bleibt den drei saumseligen Schreiberlingen nur der Dreh, die Sache mit der Insel ordentlich zu verwursten.
Der Tastenlurch von Turtleville staunt beim Diktat des eiligen Telegramms nicht schlecht, denn die drei Typen faseln etwas von Flußpiraten auf der Reiherinsel. Als die Digedags weg sind, kommt er seiner Bürgerpflicht nach und macht dem Sheriff Meldung.
Auf dem Rückweg zur Farm sehen die Digedags erneut verdächtiges Karfunkeln auf dem Eiland. Obwohl ihnen Onkel Jeremias eine Warnung vor allerlei Ekelgetier ausgesprochen hat, machen sich die Digedags mit einem Kahn zur Insel auf.
Tatsächlich ist es hier ziemlich gruselig im verfilzten Dickicht der Insel. Dag stolpert und seinem Revolver entfleucht ein Schuß.
Der scheucht alle Inselbewohner von der Matte.
Ein paar Meter weiter ist eine Schar von gestikulierenden Silhouetten ebenfalls fürchterlich erschrocken und flüchtet zu einem unweit liegenden Dampfboot.
Das Schnaufen der Dampfmaschine gibt den Digedags die Richtung vor. Aber es ist bereits zu spät. Die vermeintliche Piratenbande ist schon auf dem Strom entschwunden. Immerhin findet sich am Lagerplatz der Piraten ein corpus delicti in Gestalt eines verlorenen Hutes.
Plötzlich nähern sich Stimmen. Es ist der jüngst alarmierte Sheriff mit seinem Famulus und einem Häufchen Freiwilliger.
Der Sheriff ist sich sicher, daß einer seiner lausigen Amateure den Schuß abgegeben hat und daraufhin die Piraten fliehen konnten. Doch alle beteuern ihre Unschuld.
Eine Patroneninventur scheint unausweichlich und sie soll den Versager zutage fördern. Der Sheriff läßt alle Revolver entladen und tatsächlich hat ein gewisser Smith nur noch fünf Mumpeln auf der Pfanne. Die Entschuldigung, daß er damit kürzlich eine Katze massakrieren mußte, welche seinen Kücken Böses wollte, ruft beim Sheriff Empörung hervor, denn sein Maushund hört seit kurzem nur noch auf einem Löffel. Brown und der Hilfssheriff versuchen, das drohende Gemetzel zu verhindern.
Als die Digedags bei ihrem Boot ankommen, sehen sie darin ein fettes Krokodil abgrunzen. Dag weiß jedoch Rat, da er eine einschlägige Leserpost beantworten mußte. Man soll dem schnarchenden Reptil das Maul zutackern und es dann, geschickt gewendet, mittels Bauchpinselung in Schockstarre versetzen. Dann läßt es sich ganz leicht entfernen - so die Theorie.
Funktioniert sogar manchmal im wirklichen Leben.
Viel zu spät kommen die Digedags zurück zur Farm und fürchten schon daß es wieder Mecker von der gestrengen Tante gibt.
Nachdem sie ihre vier Hüte auf dem Kleiderrechen platziert haben und sich ungelenk entschuldigen, bemerkt Tante Emily, daß Onkel Jemmy ebenfalls noch ungeplant abwesend wäre. Gleich darauf erkennt sie seinen Hut an der Garderobe und tut verwundert. Die Digedags sind ziemlich verdattert. Sollte der so nett und harmlos wirkende Onkel in Wirklichkeit etwa ein berüchtigter Pirat sein. Sie beschließen, den Umstand brutalstmöglich aufzuklären

Die Geschichte bietet dem Leser eine bunte Mischung von Anleihen aus den Werken Twains und Gerstäckers, von den Phelps bis hin zu Atkinson.

 

 © Copyright 2000-2017 Orlando Seitenanfang | HomepageeMail | Impressum