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17 Die Verschwörung April 1958


Auf der Suche nach den kürzlich verschwundenen Digedags entdecken Salang und Bakuku auf dem Markt die Kuh Colombine.
Weil sie wieder einmal ihren Schluckauf hat, will sie der neue Eigentümer abstoßen.
Der Orientale hat die Kuh angeblich einem Höfling abgekauft. "Hofmann hat gemacht mir Erzählungen ...", Lothar Drägers Vergangenheit als Opernsänger lässt grüßen.
Also führt die Spur zurück zu den Hofmännern und damit zum Kaiserpalast.
Als Salang und Bakuku der Bequemlichkeit halber über den Hinterhof gehen, wird gerade ein stark verschmutzter Wagen entkeimt. Von einem Höfling der Putzkolonne erfahren sie, dass dies das Ergebnis einer nächtlichen Kuhsuche war. Auch der passende Prätorianer ist schnell aufgespürt. Dieser fühlt sich ertappt und hetzt den beiden Insulanern die Palastwache auf den Hals.
Da bleibt nur, das Heil in der Flucht zu suchen. Die wilde Hatz geht horizontal und vertikal durch die Landschaft.
Über Fahnenstangen, Leitern und Dächer gelingt es den wendigen Zirkusakrobaten, die unvorteilhaft gekleideten und schlecht ausgebildeten Legionäre schnell abzuhängen. Bald werden auch die Spuren des Kidnappings wieder entdeckt.
Wild gestikulierende Hausfrauen und zerfetzte Wäsche markieren den Weg der Entführung. Doch ohne Strupps feiner Nase würde es wohl nicht gelingen, den außerhalb der Stadt gelegenen Venustempel zu finden. Noch brütet man über der Decodierung des Schließmechanismus, da kommt ein Wagen angerumpelt.
Der Prätorianer ist's, der öffnet auch die Klappe und verschwindet im Bauch des Tempels. Salang und Bakuku verlassen ihr Versteck und widmen sich wieder ihrer Denksportaufgabe.
Plötzlich geht der Deckel wie von Geisterhand auf und der Prätorianer wird wohl verschnürt ans Tageslicht geschoben.
Dahinter zwängen sich die Digedags durch die Luke, sie haben sich schon selbst befreit. Nun heißt es, den Kaiser vor der Verschwörung zu warnen. Jener schickt sofort seine Leibwache in die Katakomben, um das Nest auszuheben. Dort gelingt es aber nur, die dritte Garnitur mit dem Lampenputzer gefangen zu nehmen. Gallus hat sich längst heimlich verdrückt.
Immerhin erfahren die Digedags, dass sich vor den Toren Roms großes Unheil zusammengebraut hat. Da Gallus seinen Plan nun entdeckt weiß, muss er auf dem schnellsten Weg zu seinen Truppen, um den Angriff zu beginnen. Auf dem Weg dorthin will er sich ein schnelleres Transportmittel besorgen.
In einer Schenke am Straßenrand sitzt friedlich Rostus Klamottus beim Weine, er ist der Sekundärrüstungssammler, das Rumpelmännchen des Römischen Reiches schlechthin. Gallus greift sich die volle Karre Altstoffe samt Ziegengespann. Auf einem mörderischen Parcour geht es querfeldein. Das letzte Stück des Weges legt Gallus auf dem Rücken eines Ziegenbocks zurück, so trifft er auch auf der Zielgeraden ein.
Der Hauptbefehlshaber der Verschwörer, General Obus, soll sofort ab- und in Rom einmarschieren, solange dieses noch nicht die Stadttore verriegelt hat.
Hier formuliert General Obus auch die viel sagende Ansprache zur Lage der Legion: "Entweder wir siegen, oder wir siegen nicht."
Solch treffliche Einschätzungen werden auch von aktueller Politik gern benutzt.
Der Marsch gen Rom erfolgt mit einem flotten Wanderlied auf den Lippen: "Heraus, heraus, ihr Kriegerhorden, der Feldherr braucht 'nen neuen Orden."
Als sie vor Rom eintreffen, ist es bereits zu spät, die Stadttore sind schon verrammelt.
Zur morgendlichen Erweckung werden Hähne an die einzelnen Kohorten ausgegeben.

Der erste Hahnenschrei soll das Zeichen zum Angriff setzen.
Es sieht nicht gut aus für Rom, denn der Einsatz einer Wunderwaffe wird angekündigt.
 
Der Prätorianer
Das Amt des Prätorianers hat sich aus der Römerzeit nahtlos in die Gegenwart verlängert.
Die späteren Prätorianer traten auch unter anderen Namen wie "Leibstandarte", "Palastgarden" oder "Schlangenwachen" auf.
Wer Prätorianer werden wollte, musste erst einmal als Legionär anfangen. Benannt wurden die Prätorianer nach jenem Teil des römischen Heerlagers, der nur vom Feldherren betreten werden durfte, dem "Praetorium", der Residenz des Legionskommandeurs. Auch eine der beiden Hauptstraßen eines Feldlagers nannte sich so.
Die Prätorianer hatten ihren Ursprung in den Liktoren (Leibwache) der Consuln, des höchsten Amtes in Rom vor der Kaiserzeit.
Prätorianer trugen eine andere Kleidung als gewöhnliche Legionäre und wurden besser bezahlt, nicht selten waren sie germanischer Herkunft. Die Bewaffnung der Prätorianer war im wesentlichen an die der Legionäre angelehnt, nur benutzten die Prätorianer ovale Schilde.
Die Stärke der Prätorianer betrug unter Augustus etwa 4.500 Mann (das entsprach neun Kohorten). Drei Kohorten der Prätorianer waren in Rom stationiert, normale Legionäre dagegen durften sich nicht innerhalb der Stadtgrenzen aufhalten. Die restlichen Kohorten lagen in Städten rings um Rom. Befehligt wurden die Prätorianer von anfangs zwei, später einem Präfekten.
Seit der Zeit von Kaiser Augustus gab es die Prätorianergarde. Die erste Kohorte wurde von Scipio Aemilianus aufgestellt (etwa 138 v. Chr.). Zeitweise gab es bis zu zwölf Kohorten. Unter Domitian legte man die Anzahl der Kohorten auf 10 fest, dabei blieb es auch bis zur Auflösung der Prätorianergarde durch Kaiser Konstantin im Jahr 312.
Die Prätorianergarde war ein wesentliches Machtinstrument. Die wahre Gewalt über die Garde hatte nie der Kaiser inne, sondern der Präfekt. Die Angst vor Bestechlichkeit (wie beim Anschlag auf Nero) ließ die Kaiser immense Summen an die Prätorianer auszahlen, um sich deren Loyalität zu versichern. So war die Garde der Prätorianer vom Beschützer des Kaisers zu einer Gefahr für ihn geworden.

 

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