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41 Das Geheimlabor im Stollen 5 April 1960


Die Digedags sind noch auf der Flucht vor den Ordnungshütern, der Steckbrief und das auf sie ausgesetzte Kopfgeld  hat ihnen Flügel verliehen. Der exzessive Verzehr von Kohlrüben, auch bekannt als Mecklenburger Ananas, ließ ihre Kondition vollständig dahinschwinden. Mit letzter Kraft schleppen sie sich zu einer Tankstelle und bekommen trotz ihres lumperten Zustands sogar Arbeit. Ihr erster Auftrag als Wagenpfleger bringt ihnen schon ein sattes Trinkgeld ein, das sie sofort in den ökonomischen Kreislauf zurückführen wollen.
Die Digedags beschließen, sich im Schnellimbiss der Tanke ein lecker Schnitzel einzubauen. Doch sie können sich nur kurz an dessen Anblick erfreuen, denn der gestrenge Minolpirol hat noch nicht zur Pause geläutet.
Also wird erst mal weiter malocht. Im Wagen des nächsten Kunden findet Dig seinen persönlichen Hosenknopf wieder, muss ein Unikat sein. Das ist eine Spur in das düstere Kapitel ihrer jüngeren Vergangenheit. Das Auto gehört einem Knatterton-Typen, der größten Wert auf Betonung legt.
Gekauft hat er seinen Schlitten in der Stadt Hokitoki und selbstverständlich bar bezahlt.
Um diese Fährte zu verfolgen, lassen sich die Digedags sogleich ihren Lohn auszahlen ( kann allerdings nicht viel sein, für die paar Minuten ) und sich von dem Herrn ein Stück des Weges mitnehmen. Am Abzweig Palavera müssen sie wieder auf Schusters Rappen umsatteln.
Sind zwar nur noch drei Kilometer, aber es wird Nacht, Seniorita. Ein verlassenes Haus am Wegesrain lädt als preiswerte Absteige ein. Was sie nicht bemerkt haben, die Hütte steht am Rande eines Braunkohlentagebaus.
Am nächsten Morgen soll das Bauwerk wegen Baggerarbeiten umgesiedelt werden. Und der Treckerfahrer tut nur seine Pflicht. Da neben den Digedags in dem Haus auch alle anderen Sachen lose eingefüllt sind, kommt es zu einer guten Durchmischung, die durch mehrere Salti im totalitären Chaos endet.
Am Wegesrand lachen sich zwei sprechende Hasen scheckig.
Als die Digedags dem zum Stehen gekommenen Hauskorpus entsteigen, werden sie von den Transportarbeitern als Einbrecher deklariert und durchs Revier gehetzt. Ein etwas leichtsinniger Sprung in ein Bohrloch entzieht sie den Blicken der Verfolger.
Das Licht am Ende des Tunnels ist diesmal nicht der Zug, der entgegenkommt.
Sie erblicken einen als chemisches Laboratorium eingerichteten Stollen. Mac Gips und ein fremder Mann streiten sich, der Fremdling wirft eine Klamotte weg, die sich beim Detonieren als Sprengkörper entpuppt. Der Bombenbastler hat ein wenig Pech und bleibt auf der Strecke, nicht jeder ist ein Profi wie Dynamit-Harry. Die Digedags überlassen den Verunglückten der einrückenden Feuerwehr und nehmen die Verfolgung des Schurken auf.
Die wilde Jagd erstreckt sich über Abraumhalden und fahrende Kohlezüge. Mac Gipc kann sich in den "Kulturpalast" des Tagebaus flüchten, ein lauschiges Örtchen zwischen all den Baggern. Die Digedags platzen in den Vortrag eines Weißbarts hinein, der gerade vor den wissbegierigen Werktätigen über Schaufelrad- und Eimerkettenbagger doziert.
Immerhin beachtenswert, dass ein republikanisch-neonischer Dozent sogar die DDR kennt: "... in der DDR ... größte Förderbrücke der Welt ..."
Da der Brave durch die Störung völlig von der Rolle gerät, springt LEXI ein und vertieft schnell noch einmal unser Wissen über die Braunkohleförderung. Mittlerweile hat es auch die Polizei geschafft, die Witterung aufzunehmen. Den Digedags gelingt es, die Stuhlreihen und die Veranstaltung völlig zu kippen.
Jetzt erfahren sie endlich, dass die Polizei gar nicht in einer Strafsache hinter ihnen her war, sondern lediglich als ihr Freund und Helfer. Und ihnen wird bekannt gegeben, dass der Mann aus dem Stollen Sigi Stubenrauch ist, der für Mac Gips den neuen Kunststoff schmoren sollte.
Das Fazit dieser Lektion lautet dann: "Eins müßt ihr euch aber merken, ihr Digedags: Der Polizei könnt ihr immer alles sagen."

Womit wir wieder bei dem schönen, alten Lied wären:
 
"Und wenn ich mal groß bin, damit ihr es wißt,
dann werde ich auch so ein Volkspolizist.
Ich helfe den Menschen, ich bin mit dabei,
beschütze die Heimat als Volkspolizei."

Die Digedags bekommen nun als Freunde und kleine Helferlein der Volkspolizei den Sonderauftrag, sich Mac Gips zu schnappen. Nun kann er sich richtig frisch machen, der elende Schuft.
 
Beilage:
Steinchen an Steinchen - Braunkohle – eine Quelle unseres Reichtums
Passend zum Heft : Berufsstände und Vorgänge im sozialistischen Braunkohlentagebau.
In Espenhain steht die längste Förderbrücke der Welt, "Schwarze Pumpe" ist das größte Braunkohlenkombinat der Welt - Hurra, schon wieder einmal Weltniveau !

Rückseite:
Was man aus dem schwarzen - in der DDR allerdings braunen - Gold so alles basteln kann.

Rohstoffe der DDR
Zur einseitigen und begrenzten Rohstoffbasis der DDR gehörten hauptsächlich Braunkohle und Kali.

Von Beginn an war in der DDR die Braunkohle der zentrale Primärenergieträger, von 1970 bis 1989 sogar mit über 75 Prozent. Dies war vor allem auf die ausreichenden Mengen von Braunkohle zurückzuführen.
Andere Energieträger wie z.B. Erdöl und Erdgas waren nur sehr begrenzt vorhanden und mussten daher importiert werden.

 

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