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43 Elefant gesucht Juni 1960


Die wahrhaft großartige Vision der Digedags vom Urwalddorf der Zukunft ist real existierende Wirklichkeit geworden. Der ehemalige Naturbursche Palipapu steht heute geschniegelt in weißem Dederonhemd und Blaumann auf der Matte. Auch der gesamte Stamm konnte erfolgreich domestiziert werden und hat die Segnungen der wahren Zivilisation erfahren dürfen. Die vormals Eingeborenen können ihren Urwald jetzt mit der Motorsäge roden, das ist bedeutend effizienter als früher und dem Betonieren der abgeholzten Flächen steht nun nichts mehr im Wege.
Bei den Fällarbeiten gibt die alte Ölpiraten-Residenz noch ein düsteres Geheimnis preis. In einer Kassette findet sich ein Hinweis auf den möglichen Aufenthaltsort von Mac Gips, Stichworte sind "Petrolia" und "Elefant".
Sogleich machen sich die Digedags in die noch warme Spur. Gerade an Bord eines Schiffes der Petrolia-Linie gekommen, gelingt es ihnen schon, durch äußerst widrige Umstände zum Hauptfeind des Bootsmanns zu avancieren. Schwerstes mutmaßliches Delikt ist der vorsätzliche Diebstahl eines Elefanten. Die Digedags erhalten beim Ausschiffen in Petrolia Bordverbot auf Lebenszeit und der ehemalige Elefanteneigner nimmt unbemerkt die Verfolgung auf.
Zum Stichwort "Elefant" kann ein alter Seebär folgendes anbieten: ein Monument, ein Warenhaus, eine Spelunke und ein Schiff.
Erstes Ziel ist die Reklamefigur für Elefant-Benzin, ein von innen begehbarer Dickhäuter.
Die Digedags erklimmen den hohlen Kopf und studieren die typischen Höhlenmalereien. Der Tierfänger ist ihnen dicht auf den Fersen. Wiederum geraten sie unschuldig in den Verdacht der vorsätzlichen Wandbeschmierung, können sich aber dem Zugriff geschickt entziehen. Doch der Elefantenbesitzer lässt sich nicht abschütteln, er folgt ihnen ins Kinderkaufhaus "Elefant". Auch diese Spur erweist sich als blind, aber der Tierfänger nutzt die Gelegenheit zum Schnäppchenkauf. Als drittes Ziel wird die Hafenkneipe "Zum Elefanten" angesteuert. Allerlei zwielichtiges Gesindel hängt dort fuseltrinkend ab. Und richtig, es sind welche darunter, die sich zum Thema "Mac Gips" einiges zu sagen haben. Ein platzender Wasserball aus dem Fundus des Tierfängers löst im Lokal Großalarm aus und lässt die Halunken Fersengeld geben. Die Digedags nehmen die Verfolgung auf, bleiben aber auf einer frisch geteerten Straße stecken.
Warum sich die Digedags bei dieser heißen Spur nun trotzdem noch nach dem Schiff namens "Elefant" erkundigen, kann nur daran liegen, dass dem wissensdurstigen Leser der neue Übersee-Erdöl-Tanker erklärt werden muss. Beim Schlendern durch den Yachthafen entdecken die Digedags ein Hausboot mit Gallions-Elefantenkopf. Da der Kahn mittig liegt und mit weiteren in Reihe geschaltet ist, müssen die Digedags mehrere andere Boote queren. Etwas fahrig in ihrer Euphorie, bringt ihnen dies wieder neue Feindseligkeiten ein. Krönung ist allerdings das Wiedersehen mit ihrem alten Feind Bootsmann Pratzer, dessen privates Boot auch betreten werden muss. Er wirft die Digedags in Ausübung des Hausrechts kurzerhand über Bord, muss aber gleich darauf mit der Ruderpinne im Rücken den gleichen Weg antreten. Ein nahendes Polizeiboot will die Schiffbrüchigen retten, den Halunken auf dem Elefantenkahn rutscht das Herz in die Hosen, sie starten durch. Die Digedags hetzen sogleich die Polizei hinterher und holen immer weiter auf. Mac Gips bleibt nichts übrig, als den Kahn stranden zu lassen und zu Fuß in die Erdöl-Raffinerie zu flüchten.
Die tröge Verfolgungsjagd wird aufgelockert durch Lexis kurzweilige Erklärung, dass die gleiche Raffinerie momentan in Schwedt entsteht.
Der bewaffnete Mac Gips erklimmt in seiner Not einen Butan-Tank, in der Hoffnung, dass ihn der finale Rettungsschuss wegen drohender Explosionsgefahr nicht ereilen wird. Aber die Digedags bringen ihn auf ihre Art mit einem Stein aus einem Hosenträgerkatapult zur Strecke. Mac Gips fällt von den Sprossen und wird verhaftet. Auch beim Tierfänger fällt etwas, nämlich der Groschen, dass die Digedags gar nicht an seinem Elefanten interessiert waren. Damit endet eine große Verbrecherkarriere im Mosaik und der letzte Vertreter des großneonischen Halunkentums kann dem friedlichen Aufbau und weiteren Großtaten nicht mehr im Wege stehen.
 
Beilage:
Steinchen an Steinchen - Besuch im sozialistischen Dorf der DDR Zu Besuch bei Flora und Jolante, "Ihr bester Freund ist die Königin der Futterpflanzen, unser Mais."
Gar lustig ist's auf dem Lande - Werbung für die sozialistische Landwirtschaft und die "Wurst am Stengel"

Nr. 42/43 sind die "Afrika-Hefte" unter den Mosaiks. Milliarden von Mosaiklesern beschäftigen sich heutzutage immer mal wieder gern mit dem Problem, ob man nun "Neger" sagen darf oder nicht. Und es wird die Frage aufgeworfen: War die DDR rassistisch? Und wenn ja, warum nicht?

Rückseite:
Aus der Geschichte des Erdöls
Deutsches Demokratisches Öl
Die erste Erdöllagerstätte der DDR wurde in Reinkenhagen 1961 entdeckt. Bereits 1968 hatte die Erdölförderung ihren Zenit erreicht, es wurden etwa 8 Millionen Tonnen gefördert (in Reinkenhagen davon ca. 60000 t).
Neben Mecklenburg befanden sich auch Fundstätten in Thüringen und Brandenburg. Erdgasvorkommen gab es in der Altmark und in Thüringen.

 

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