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48 Der Silberschatz in der Bärenhöhle November 1960


Wieder einmal ist es virtueller Feierabend an Bord von RS-X8. Gierig lauschend haben sich schon Bhur Yham und Ingenieur Knips in der Messe aufgebaut.
Heute gibt es einen spannenden Ausflug ins 16. Jahrhundert zu den Anfangsgründen des Bergbaus und der Stollenentwässerung.
Kurz nach dem Ende des Großen Vaterländischen Bauernkrieges befinden sich die Digedags auf der dunklen Seite der Macht. Aber sie betonen immerhin, dass sie gegen ihren Willen zu Landsknechten gepresst worden waren. Muss ein Vorläufer des "Ehrendienstes" gewesen sein. (Der "Ehrendienst" wurde in der DDR im Jahr 1962 nach dem Bau der Berliner Mauer eingeführt, vorher gab es nur eine Freiwilligen-Armee.)
Nachdem sie also unfreiwillig die armen Bäuerlein bekämpfen mussten, sind sie ins Zivilleben entlassen worden. Zusammen mit ihrem alten Rottmeister (etwa identisch mit Unteroffizier oder Gruppenführer: Herr über 8-12 Landsknechte) Kuno kommen die Digedags ins Silbertal, nicht etwa, um reich zu werden, nee, sondern um Arbeit zu finden. Der Kuno sieht das jedoch ganz anders.
Von Kunos Lied "Nur auf, nur auf ins Silbertal, da wird auf einen Streich der Dieb, der Lump, der Bettelmann und auch der Landsknecht reich." sind die Digedags empört. Er nennt Lumpen und Diebe zusammen mit dem ehrbaren Landsknechtberuf. Was die Digedags an Professionen am ätzendsten finden, sind allerdings Gaukler. Soweit würden sie sich nie erniedrigen (wollen).
Auf die Frage nach ergiebigen Silberadern, schickt sie ein freundlicher Eingeborener in die Bärenschlucht. Die Digedags vermuten nix Schlimmes dabei, im Dialekt des Arzgebirgs können ja auch Beeren gemeint sein. Sind's aber nicht, denn ein echter Bär fühlt sich in seinem Hausfrieden gebrochen. Mit einem gut gezielten Steinwurf wird Meister Petz in die Flucht geschlagen. Und siehe da, der Stein ist in Wirklichkeit ein Silberbatzen. Die drei finden in der Höhle eine voll fette Ader. Kuno eilt stracks zum Bergamt, um den Fund eintragen zu lasse. Dabei muss er zur Kenntnis nehmen, dass die Steuerlast beim Grafen etwa 50% beträgt. Damit kann er sich gar nicht anfreunden.
Zurück in der Höhle zeigen ihm die Digedags im Fels eine gefährlich rauschende Wasserblase, dort sollte man lieber nicht pickern. Aber für heute ist erst einmal Schicht im Schacht. Kuno will etwas Proviant beschaffen, die Digedags sollen derweil eine Berghütte zimmern. Mit einem Silberklumpen bewaffnet, entert Kuno das Wirtshaus. Aber der knauserige Wirt will nur 3 Taler für das Silber abdrücken, das ist Kuno zu wenig. In der Gaststube lungern noch viel faulere Säcke als Kuno herum. Ein paar Profispieler haben sich auf Silberabbau am Spieltisch spezialisiert. Sie bieten Kuno erst mal 10 Taler Kaution für seinen Brocken. Doch gegen die präparierten Würfel kann auch ein Schlitzohr wie Kuno nicht anstinken. Er verzockt im Laufe des Abends sogar die ganze Silberader in der Bärenhöhle.
Die Digedags waren mittlerweile bedeutend erfolgreicher - als Eigenheimzulage haben sie eine weitere Silberader ganz nebenbei gefunden. Das verhilft Kuno zu einem neuen Plan. Er flutet die alte Fundstätte und meldet sie beim Grafen als unbrauchbar ab. Die Spieler wollen ihren Gewinn inspizieren und betreten nichtsahnend  die Bärenhöhle, der alte Bär ist wieder heil und versperrt den Ausgang. Auch der Graf und Kuno erscheinen vor der Höhle. Der Bär wird erlegt und die Spieler werden als Silberdiebe verhaftet, diesmal fühlen sie sich von Kuno betrogen.
Der Graf hat kein Geld für teure Pumpen und schreibt die Fundstätte lieber ab. Die Digedags schuften wieder wie die Maulwürfe, Kuno nimmt sich einen Sack Silber zum Verkauf. In Wirklichkeit will er das Zeug nach Böhmen verschieben, doch die hauptamtlichen Schmuggler sehen Amateure gar nicht gerne auf ihren Routen wandeln. Kuno tritt der ehrbaren Zunft bei, immerhin liegen die Abgaben hier nur bei 20% und die gedenkt er den Digedags abzuziehen. Mit seinem ersten Erlös zieht er ab. Den Digedags jammert er wieder etwas von Räubern vor. Das wird den beiden zu bunt, sie wollen sich beim Grafen beschweren. Unterwegs treffen sie die Spieler, die nach Kuno fragen. Die Digedags halten sie für die Räuber und schicken sie in die Pampa. Bald enden die Zocker im Schlamm und schwören Kuno furchtbare Rache. Die Digedags erzählen beim Bergamt von ihren beiden Adern, das macht den Amtmann stutzig. Der schickt den örtlichen Straßenspitzel Markus Pfiffikus aus, um Kuno aufzutreiben. Kuno ist natürlich im Wirtshaus zu finden. IM Pfiffikus verwickelt ihn in ein brisantes Gespräch rund ums Schmuggeln. Plötzlich stürmen die Spieler die Kneipe, um Kuno zu vermöbeln. Pfiffikus ruft das SEK "Kuno" zum Zugriff auf. In der Schlägerei kann Kuno knapp entkommen. Ersatzweise werden die Digedags für die Verfehlungen ihres Kompagnons bestraft, sie dürfen fürderhin nicht weiter nach dem silbern glänzenden Erz buddeln.
Vom letzten Sold aus der Zeit ihrer militärischen Karriere kaufen sie sich ein Eselsgespann und beschließen, ihr Glück im Logistikbereich zu suchen.
 
Beilage:
Steinchen an Steinchen - Ein ungewöhnlicher Nussknacker
Der gewöhnliche Nussknacker als Aufhänger für Sitten und Bräuche der erzgebirglerischen Bergmannszunft.

Rückseite:
Holzschnitt alter Abbaumethoden

Am Rande bemerkt:
Warum ist in den Erzählungen von Dig und Dag eigentlich nie ihr Kumpel Digedag dabei ???

 

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