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56 Schreibtisch ahoi ! Juli 1961


Nach nunmehr schon drei Heften schwerer Erfinder- und Erinnerungskost der Digedags steuert das Raumschiff endlich wieder einen unerforschten Planeten an. Dieser bunte Klops wurde kurzerhand "Proterokon" getauft.
Hier erwartet ein Teil der Forscher, erste Lebensformen wie Amöben zu finden - andere hoffen schon mehr auf Großwild und wetzen ihre Messer.
Ein Blick aus dem "Bullauge" des Raumschiffes verheißt zumindest schon mal einen herrlichen Ausblick - Landschaft ist auch da. Der unermüdliche Forscherdrang der Digedags wird nach der Landung von Bhur Yham jäh ausgebremst. Zuerst muss die Atmosphäre eingehend untersucht werden.
In diesem Heft kommt auch ein neuer Beruf ins Spiel - der der Weltraumputze. Die fleißigen Damen der Raumpflegerkolonne entsorgen eben das Schmierpapier in den Müllschlucker. Wie in Raumschiffen so allgemein üblich, führt das Rohr natürlich direkt nach draußen.
Mal abgesehen von derartigem Umweltfrevel - heimlich benutzen auch die Digedags diesen praktischen Ausstieg. Endlich sind die Luftproben analysiert, nun darf die Besatzung den Kahn verlassen.
Die Digedags waren unterdessen nicht müßig und haben schon ein Bad in den Fluten hinter sich.
Wie sie so mit ihrem tarnenden Algenbehang am Strand erscheinen, werden sie von den Wissenschaftlern für Amphibien gehalten. Sofort wird eine Suchexpedition ausgestattet. Die Digedags werfen sich schleunigst wieder in ihre Uniform und heucheln scheinheiliges Interesse. Doch der Kommandant verhängt Hausarrest über die beiden. Sie sind allerdings nicht die einzigen Leidtragenden - der Weltraumpicasso Tuscher hat den Abzug der Expedition verpennt. Doch die Digedags haben da noch einen Plan B auf Lager.
Gut, dass gerade der erwähnte Frühjahrsputz stattfindet. Aus dem Fundus der Raumschiffsmöbel zimmern sich die Digedags einen ziemlich seetüchtigen Schaufelradschreibtisch zusammen. Bald stechen die Digedags mit Meister Tuscher in See. Sie sind so gut drauf, dass sie wieder ihre lustigen Verse absondern müssen. Im Schleppnetz der Digedags verfängt sich allerlei putziges Meeresgetier, welches Tuscher mit flinkem Pinsel aufs Papier bannt. Leider ist nichts Passendes für ihre Bratpfanne dabei.
Durch einen schweren Bedienfehler des Maschinisten werden die Digedags vom Netz über Bord gezogen. Als sie wieder auftauchen, sehen sie aus wie nach ihren Landungsbad. Tuscher muss natürlich auch dieses im Gemälde festhalten.
Ein ähnliches Bild betrachten sich gerade die Mitglieder der Expedition. Die verfolgten "walzenförmigen Zweibeiner" deuten ihrer Meinung nach auf die Zugehörigkeit zur Gattung der Seegurken hin. Ein Taucher soll die Suche mit einer Kamera im Untergrund aufnehmen. Wegen Undiszipliniertheit an Bord bekommt der Taucher die Kamera auf die Mütze.
Gleich darauf wird er gerettet, schließt aber mit seinem nassen Neopren den Elektroantrieb kurz. Nun heißt es, Leinwand setzen.
Alle opfern ihre verschwitzten Oberhemden. Durch die rasende Fahrt können sie einem Riff nicht ausweichen und erleiden kompletten Schiffbruch. Glücklicherweise kommt nun Bhur Yhams Schreibtisch mit den Digedags angeschippert und nimmt die Schiffbrüchigen auf. Zurück beim Raumschiff ist der Kommandant dem Verzweifeln nahe - Boot futsch und Kamera weg. Gut, dass Tuscher so ein aufgewecktes Kerlchen ist. Nach kurzer Skepsis werden seine Aufzeichnungen von den Wissenschaftlern unter Staunen gelobt. Als letztes kommt das Gemälde mit den Seegurken.
Nun klärt sich die neuerliche Undiszipliniertheit der Digedags auf. Der Kommandant hält den beiden die übliche Standpauke.
Dabei darf aber laut Antidiskriminierungsgesetz niemand wegen fehlender Kleidung benachteiligt werden.
 
Beilage:
Steinchen an Steinchen
Eine Weltreise vor 130 Jahren: Charles Darwin umschifft mit seiner "Beagle" die Welt. Konzentrierter Abriss seiner Forschungsreise von 1831 bis 1836.

Rückseite:
Proterokon als Pendant zur Erde im Kambrium. Genauso soll es in den Urmeeren unseres Planeten ausgesehen haben.

Es werden alle Register des Klamauks gezogen: Ein Raumschiff zieht sein Bahn durchs All mit Putzfrauen, Müllschlucker und Polstersesseln. Zur Energieerzeugung dient mal schnell eine tragbare "Atombatterie". Die Digedags tragen bei ihrer Lustfahrt gründerzeitmäßige Butterblumen auf dem Haupt.

 

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