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69 Der Kanonenraub zu Glasgow August 1962


James Watt wirbelt immer noch verbissen an dem Newcomen-Klon einer Dampfmaschine. Besondere Schwierigkeiten bereitet es ihm, einen passenden Zylinder aufzureißen.
Momentan kriselt es auch mächtig zwischen England und Schottland. Glasgow ist also ein gefährliches Pflaster für Freund und Feind und wird von England peinlichst observiert.
Ausgerechnet vor einer schwer bewachten englischen Kaserne wollen die Digedags eine Kanone abstauben, um daraus einen Zylinder für Watts Dampfer zu feilen. Der Gardist vor dem Schilderhäuschen muss jedenfalls erstmal entfernt werden. Um dies zu erreichen, wird er von Dig und Dag mit allerlei Unrat aus Haus und Garten verziert. Der alte Knabe lässt sich aber nicht so schnell beirren. Erst die Wilhelm-Busch-mäßige Maikäfernummer bringt den bislang standhaften Soldaten aus dem Zustand des Scheintods ins Leben zurück.
Die Reaktion ist durchaus als explosiv zu bezeichnen. Während sein Vorgesetzter den Versager abführen lässt, klauen die Digedags unbemerkt die Kugelspritze. Da sie das Ding an das Fuhrwerk eines königstreuen Landmanns koppeln, kommen sie trotz Kontrollposten unangefochten aus der Stadt.

In Watts Werkstatt sägen sie im Schweiße ihrer Angesichter ein leckeres Mittelstück aus dem Rohr heraus. Nach dieser Plackerei sind sie recht stolz auf das Erreichte.
Die von Watt zu erwartende Belobigung bleibt allerdings aus, solch grobe Zylinder hat er schon reichlich auf Halde liegen. Auch ihren besonderen Einsatz beim Diebstahl des Korpusses nimmt ihnen Watt nicht ab.

Da James Watt mittlerweile die Pennies für weitere Forschungen ausgegangen sind, verdingt er sich als Landvermesser in der Gegend von Loch Ness. Die Digedags dürfen als Lattenhalter mitkommen. Das lokale Ungeheuer regt ihre Fantasie natürlich entsprechend an. Beim Mittagsschläfchen haben beide den gleichen seltsamen Traum von Nessy. Auch diese wahre Geschichte glaubt ihnen Watt nicht. Nun wird das friedliche Tal von einer Rotte Rotröcke auf der Suche nach Aufständischen durchkämmt. Sie treiben in Ermangelung von Revolutionären eine Menge Getier vor sich her. Plötzlich eröffnet jemand aus der Gegenrichtung das Feuer, die tapferen englischen Soldaten suchen das Weite. Eine Truppe von Tierfreunden hat die tollen Treibererfolge der Engländer genutzt und im Sperrfeuer allerlei Essbares erlegt.
Diese Jagdgesellschaft besteht aus wohlhabenden Händlern und Unternehmern aus allen möglichen Branchen. Watt kennt schon einige von ihnen.
Das Thema Dampfmaschine lässt unüberbrückbare Konflikte neu ausbrechen. Grubenbesitzer versus
Holzhändler und Baumwolle gegen Schafswolle. Also Dampfmaschine oder nicht. Bei der Gelegenheit hauen sich die Kontrahenten die Hasenbälge und Fasanenleichen gegenseitig um die Ohren.
Ein reitender Bote der Kanalbaugesellschaft bringt den neuesten "Glasgow Guardian". Wegen mutmaßlichem Angriff auf eine Glasgower Kaserne in Tateinheit mit Kanonenraub ist der Kredit für den Kanalbau gestrichen worden. Die Digedags nehmen das auf ihre Kappe, werden aber von Watt ausgelacht. Watt beschließt, nach London zurückzukehren, um wenigstens die Patente seiner bisherigen Erfindungen zu sichern.
Im Londoner Unterhaus vorstellig geworden, trifft er zwischen den Abgeordneten auch auf einige Mitglieder der ominösen Jagdgesellschaft.
Es dauert nur kurz, dann brechen die alten Wunden wieder auf. Auch in diesen ehrwürdigen Hallen kommt es zu Tätlichkeiten. Sogar minderwertiger Schnupftabak wird zur Waffe. Zum Glück für Watt wurde das Elixier von einem Dampfmaschinengegner in die Diskussion gebracht. Nun distanzieren sich alle von diesem Teufelszeug und seinem Besitzer und stimmen für Watts Patente. Die Freude währt allerdings nicht lange. Mr. Roebuck kommt angestürzt und vermeldet einen Crash an der Börse. Schuld sein sollen wiederum Vorgänge an einer Glasgower Kaserne, also nix wie hin.
Dieses Inferno verleitet die Digedags erneut zu dem Geständnis, die alleinige Schuld daran zu tragen. Natürlich glauben ihnen die Börsianer kein Wort. Was also zu beweisen wäre. Die Meute zieht deshalb zum königlichen Schloss.
In Ermangelung von Maikäfern müssen Dig und Dag heute auf Ameisen ausweichen. Doch der Gardist hat sich wohlweislich mit einschlägigen Pestiziden gepudert. Auch die Dekorationsnummer funktioniert natürlich nicht. Erst als das nach der Haager Landkriegsordnung verbotene Schnupfpulver eingesetzt wird, verliert auch dieser wackere Soldat sein containment. Er wird standrechtlich abgeführt und die Gaffer werden verjagt.
Nun könnte wieder eine Kanone abgefahren werden ...
 
Beilage:
Steinchen an Steinchen - Mit Professor Wunderlich im Jahre 2000
Wunderlich erfindet eine röhrenbestückte Zeitmaschine - den Tempimutator. Ein Beitrag des Mosaik zur Beschreibung der DDR im nächsten Jahrtausend.

Rückseite:
Einblick in die Eisenwerke von Dr. Roebuck, leider gingen im die Mittel für Watts Unterstützung aus.

 

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