
Der exzessiven Bauboom, der hier Missis Jefferson heimsucht, hat
auch die Digedags bewogen, sich eine Hütte zusammenzunageln. Der
Colonel will nicht nachstehen, jedoch macht er es natürlich nicht
unter einem Fort. Wenn auch, eins für Arme. Gunstick ist noch
immer fest der Meinung, daß Madames Schatztick nichts bringen wird,
weil es hier im Tal nichts mehr abzugreifen gibt. Jedenfalls nichts
für die Vorstellungswelt einer Operndiva. Aber Madam läßt keine Zeit
verstreichen und hat bereits mit einem scarabaeischen Pendel die Richtung zum
Schatz grob ausgelotet. Da der Wirkungsradius ihres
Instrumentariums nur ein paar Meilen beträgt, hofft sie auf
schnellen Erfolg. Mit ihrem geschärftem Tunnelblick und der
Wünschelrute geht die Jefferson ihren Weg. Über Stock und Stein,
durch Flüsse und Elche. |
Sie geht sogar über Bären. Sie muß es schaffen.
Ein Campingplatz der Rothäute verstellt ihr unverhofft die Peilung
aufs anvisierte Ziel. Die Indianer können beim Anblick der Dame nur
zu einem Schluß kommen: die Alte ist vom großen Geist besessen. Der
Medizinmann ist dermaßen beeindruckt, daß er die seltsame
Erscheinung auffordert, ihre Handlungen näher zu beleuchten, man kann
immer was dazulernen.
In
der Zwischenzeit haben sich die Digedags, der Colonel und Gunstick,
wenn auch keine Sorgen, so doch Gedanken über das Schicksal der
Esotherikerin gemacht und sind der von ihr niedergetrampelten Flora
und Fauna
gefolgt. Nun sind sie am Ufer des Sees angekommen. Hier hat
besagter Indianerstamm seine Zelte aufgeschlagen. Mrs. Jefferson
doziert noch immer vor den staunenden Indianern. Gunstick und der
Häuptling kennen sich von früher und begrüßen sich daher recht
herzlich. Nachdem man sich noch ein wenig über Besessenheit und
Wünschelruten ausgetauscht hat, meldet sich der Häuptling zu Wort.
Rote Wolke hat zum Gold des Inselvolkes auch noch ein paar
wissenswerte Schnaken vorzubringen. Gebannt scharen sich alle um
seinen Klappstuhl.
Vor mehreren 100 Jahren hatte sich das Volk der Tolteken drunten in Mexiko
seine Umgebung nobel eingerichtet und lebte wie Gott in Frankreich. |
Da
sich aber
einerseits durch das gute Leben gewissermaßen eine Verhausschweinug einstellte und sich andererseits
das Böse Bahn brach, kam es zum Zerwürfnis zwischen den Parteien des
Volkes.
Der Gute, Topiltzin, jagte den Bösen, Huemac, davon. Der Böse kam
wieder und rächte
sich, er entführte König Topiltzin und schickte ihn in einem
Schilfboot aufs weite und tiefe Meer hinaus. Im Lande wurde die
Ordnung auf den Kopf gestellt und Quetzalcoatl durch Tetzcatlipoca
ersetzt. Den Bauern gings schlecht und sie brachen letztendlich auf,
sich eine neue Regierung zu suchen.
Außerdem sollte laut Vorhersage Quetzi im Jahr 1 Rohr wieder
auftauchen. Diese Zeit galt es zu überbrücken
Laut Rote Wolke waren es die toltekischen Bauern, die
sich hier, auf der Insel im See, niederließen. Fortan lebten sie
mehrere hundert Jahre in Frieden und in blühenden Landschaften. Als das Jahr 1 Rohr erneut vor
der Tür stand, sollten sie unter der weisen Führung ihres Schamanen ins Land
ihrer Ahnen zurückwandern. Kundschafter hatten kurz zuvor an Mexikos Küsten
schwimmende Häuser entdeckt - das konnte nur die Rückkehr der
erwarteten Götter bedeuten. Mit Sack und Pack und beladen mit Schätzen brachen sie
in ihre alte Heimat auf und
kehrten nie wieder zurück. Das war alles, was Rote Wolke bekannt
war, immerhin befürchtete er das Schlimmste für die Tolteken. Die
Digedags wissen natürlich wie die Sache ausging. |