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87 In Triest verschollen Februar 1964


Nachdem der Major von Treskow militärisch fertig hat, will er sich nun gänzlich dem "La Dolce Vita" hingeben. Denn früher gab es für abgetakelte Kasernisten noch keinen Posten beim Arbeitsamt.
Da blieb dem Major a. D.  nur die Heirat mit einer korpu- sowie opulenten Grafentochter.
Das junge Glück - wenigstens gilt dies für die Flitterwöchnerin Berthulda - zieht es nach Venedig, Romantik pur, sozusagen.
Eitel-Egbert hätte es mehr zum Quell des Preußentums gedrängt, aber der schwebende Pantoffel ließ ihn wohl weich werden.

Auf Zwischenstation am Triester Bahnhof angekommen, verwechselt sich Treskow bescheidenerweise mit dem österreichischen Monarchen und muss deshalb einen herben Stüber wegstecken. Einen Knacks bekommt sein Ego davon nicht, wohl aber wächst seine schwerst latente Abneigung gegen den langjährigen Lieblingsfeind Österreich.
Als Treskow vor seiner Holden mit trigonometrischen Kenntnissen protzen will, schickt ihn ein versprengter Schafbock in den Staub des Triester Börsenplatzes.
Zwei seltsame Kantonisten werden auf den zackigen Preußen aufmerksam, man wird vermutlich noch von ihnen hören.
Zunächst einmal ist Budensuche in Triest angesagt, doch wegen der kaiserlichen Präsenz sind alle Fremdenzimmer vom Grandhotel bis zur letzte Spelunke vakant.
Traurig hocken sich die beiden Jungvermählten auf die abendliche Hafenpromenade. Nun sind auch die beiden Fremden wieder zur Stelle. Wohl nicht ganz uneigennützig, bieten sie den vorübergehend Obdachlosen ein Nachtquartier auf ihrem Schiff an.
Die romantisch schwer geplagte Berthulda findet das äußerst abgefahren.

Oberst a. D. Meinrath ist in Triest zufällig der Leiter einer Zweigstelle des Österreichischen Lloyd und die Digedags sind noch zufälliger wieder seine Faktotums oder Faktoten. Diesmal bauen Dig und Dag noch größeren Mist als ihr Chef. Als bei den Beiden die Dekorateursambitionen mit Macht durchbrechen, bricht auch die Wandung ihrer Wasserspiele und der ganze Laden säuft ab - in den künstlichen Wogen der Adria. Dummes Ding, dass gerade Kaiser Franzl dem Lloyd seine Aufwartung macht und sich dabei nasse Socken holt. Der Kaiser lässt Meinrath daraufhin in den Außendienst versetzen.
Seine erste Aufgabe ist, Bauer zur kaiserlichen Jacht zu bestellen. Dig und Dag, verbunden mit dem Schicksal ihres Meister, verstärken die Drückerkolonne des Lloyd. In Bauers Hotelzimmer finden sie durch Treskow geparkte Gepäckstücke vor. Das gibt ihnen zu denken, zumal die konspirative Eröffnung eines Koffers des Majors Extra-Uniform samt Orden und Geschmeide zutage fördert. Die Digedags beschließen, Wilhelm Bauer zur Audienz zu begleiten. Beim Hieven des Kaiserlichen Jachtankers machen sie eine Entdeckung. Der an der Ankerspitze baumelnde Orden wird als authentische Schleswigsche Erinnerungsmedaille in Gold identifiziert.
Und da kann es nur einen stolzen Träger geben ...
Der österreichische Geheimdienst ist sein Geld jedoch wert. Der Orden wird schleunigst konfisziert und die Digedags werden zum Stillschweigen vergattert - der diplomatischer Schaden wäre ansonsten immens.
Die Vorführung des bäuerlichen Tauchbootmodells ist nicht so ganz überzeugend, immerhin wollen Majestät den Bau des Objektes befürworten.
Die Geheimpolizei war unterdessen nicht müßig und hat veranlasst, dass Meinrath und die Digedags als gefährliche Mitwisser eines preußisch-österreichischen Eklats vorläufig kaltzustellen sind.

Als Bauer und die Digedags ins Hotel zurückkommen, müssen sie zur Kenntnis nehmen, dass Treskows Gepäck sich in Wohlgefallen aufgelöst hat. Der Portier weiß natürlich von nichts. Auch der Holzbichler Xaver, der verantwortliche Gepäckträger, kann keine Auskunft geben.
Dig und Dag bleibt nur noch, sich vertrauensvoll an die codexfreie Presse zu wenden. Der Redakteur ist begeistert ob der reißerischen G'schicht'. Einstens praktizierte die Journaille allerdings noch keine Selbstzensur, sondern das  Rohmaterial musste zunächst das Propaganda-Ministerium passieren. Entscheidend ist, was hinten rauskommt - oder so ähnlich.
Und das ist hier bloß noch eine Hommage an Tim Mälzer.

Dig und Dag schlagen am nächsten Morgen die Postille auf - und sie sind betroffen und empört und ein Stück weit traurig. So schleichen sie zermürbt zum Hafen, um sich mit Bauer und Meinrath gemeinsam nach Venedig einzuschiffen.
Den Geheimdienst bitten sie noch aufs Dringlichste, unbedingt nach Treskows Verbleib zu forschen, was auch versprochen wird, getreu dem alten Motto "Wir suchen auch nach Preußen".

 

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