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603 Gesandtschaft aus dem Morgenland März 2026

Mosaik 603

Die beiden diensthabenden Ratten holen den täglichen Fisch beim Händler ihres Vertrauens ab - nicht ohne moderat schlechtes Gewissen. Der Ratterich Josef ist noch etwas farblos, er könnte ruhig mehr den Schwejk raushängen lassen.
Da die Katzen jetzt auch einen Becher Frischmilch verlangen, geht die Beschaffungskriminalität in die nächste Runde. Diesmal zulasten des schuldlosen Küchenschwengels.

Die Bäckerburschen müssen nach der Fladenlieferung auch noch den Gesandten Khair verarzten. Fieber heilt man natürlich am besten mit Rosmarinextrakt. Da jener nun als Bannerträger ausfällt, erklären sich Abrax und Califax bereit, dessen schwierige Funktion zu übernehmen. Ihre Verkleidung als Digedags steht ihnen prima.

Bäcker, Rabbi, Maisel und Brabax haben sich verschworen, Leos Schulphobie zu beheben. Leo soll Brabax beispringen, ein Instrument von Brahe zu besorgen und beim Tragen helfen. Erst Maisels Silbergroschen überzeugt den Schulverweigerer. Einen beobachteten Ratten-Bückling vor einer Katze kann der Rabbi nachvollziehen, denn er ist des Rättischen mächtig und hat von deren Schwierigkeiten mit den Burgkatzen erfahren

Auf der Kleinseite herrscht Volksfeststimmung. Kein Wunder, denn die Menschen reden noch miteinander, von sozialen Medien vollkommen unbeeinflußt.

Die außergewöhnliche Prozession der sarazenischen Gesandten mit einem echten Kamel strebt der Burg zu. Der Torwart mosert, daß die Gesandtschaft schon eine halbe Stunde zu spät wäre. Aber es geht diesmal ohne Strafzahlungen ab, denn Kammerdiener Lang befindet sich nicht in der Nähe.

Weiter gehts mit einer der beliebten Küchengeschichten. Der Hilfskoch hat zwar alles gut vorbereitet, aber Meister Varetska verhakt sich mit der Suppenkelle an seinem Gewand und verschüttet die ganze Charge der böhmischen Spezialität. Der Kaiser wird darüber nicht erfreut sein.

Brabax und Leo haben Brahes Hütte erreicht. Leo wird als alter Freund begrüßt und Brabax von Brahe als Keplers Kofferträger geadelt.
Mordechai Maisels Bestellung, eine Armillarsphäre, steht schon bereit. Leo fühlt sich von dem Apparat nicht sonderlich beeindruckt - er ringt ihm lediglich ein Gähnen ab. Immerhin bietet Brahe Brabax das "Du" an und erzählt ihm, wie er Leo kennenlernte - durch ein fälschlich eingeordnetes Eigentumsdelikt. Seither wird Leos Eigenschaft als Spürnase gelegentlich genutzt, denn Brahe ist da schlecht aufgestellt. Zum Abschied versucht Brabax, Brahe für Keplers Modell zu erwärmen. Das überhitzt die Goldnase völlig, niemals wird er sein Weltbild widerrufen.

Im Palast der Prager Burg läßt man endlich die Sarazenen zur Audienz vor. Der Chefdiplomat hält eine salbungsvolle Rede und schmiert dem Kaiser ordentlich Honig in den Bart. Dann überreicht er das Schreiben des Deys von Algier, mit dem Ansinnen, einen Bund mit dem Kaiser gegen die Türkengefahr einzugehen. Kaiser Rudolf reagiert zunächst sehr wohlwollend.
Dann folgt allerdings der große Fehler, noch eine Vorschußprämie nachzuschieben. Ein historischer Golddinar des Harun al-Raschid wird überreicht, den der Kaiser als ihm vor Zeiten gestohlen identifiziert. Das führt zu einem Eklat und die Morgenländer samt Fahnenjunkern werden aus dem Saal hinausgeworfen.

Wer war eigentlich der Lümmel, der dem Kaiser irgendwann den Golddinar entwendete? Hätte man den trojanischen Bakschisch nicht übergeben, wäre man beim Rudi nicht in Ungnade gefallen. Damit hat sich auch für Abrax und Califax der Fall erledigt.

Califax folgt wieder mal der Ratte in einen Keller und der führt in den Kerker für Bessergestellte wo auch der Don gerade logiert. Der arme Califax erschrickt und Ferrando ist sich nun sicher, die Faxe hätten sein Empfehlungsschreiben gefälscht. Ferrando wird weiterhin auf kleiner Flamme am Köcheln gehalten, konditioniert sich aber schon bösartig auf die Faxe als Hauptwidersacher in Prag.
Die Ratte kann sich Califax nicht verständlich machen und dieser eilt nun zum Rabbi, der den Dolmetscher geben soll.
Auf dem Wege dorthin passiert er die Burgküche, wo gerade der Küchenjunge fristlos kündigt. Da ist sie wieder, die Chance für Califax, sich als Küchenwunder anzudienen. Die Liwanzen gelingen dem Neuen schon mal vorzüglich und Califax darf Meister Varetska fortan Bogumil nennen.

Der Rosmarin-Druide hats weit gebracht, Khair ist wieder heil und Califax ist kaiserlicher Koch geworden. Für den übrigen Bäckerburschen hat Levashek keine Verwendung mehr und Brabax' kluger Plan für Leos Einschulung ist krachend gescheitert.
Auch bei den Ratten herrscht Ratlosigkeit, die Katzen verlangen ihnen immer mehr Firlefanz ab. Und der ominöse Käfigschlüssel baumelt nun auch nicht mehr an Mauzis Hals, dort prangt ein kaiserlicher Orden.
Die Liebhaber von Katzen- oder Ratten-Videos wurden wieder bestens bedient.

Mit frisch aufgetankten Kamelen trampelt die sarazenische Abordnung trotz gescheiterter Mission erstaunlich gelassen nach Algier zurück. Unterm Strich wars eine schöne Dienstreise ins Abendland.

 

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