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609 Der Golem September 2026

Mosaik 609

Im Hirschgraben herrschen nun endlich wieder eitel Frieden und Sonnenschein.
Nach der Atzung der hungrigen Viecher kann auch der Wildhüter sein Frühstück verspachteln.
Da erscheint die Waschfrau Adela von der Burg und hat Leos alte, aber frisch gereinigten Klamotten dabei. Sie ist Terezas Mama und des Hüters Schwester. Terezas Vermutung, Leo sei ein reicher Schnösel, kann sie ausräumen. Tereza will nun Leo, der sich beim Rabbi aufhalten soll, seine Sachen persönlich überbringen.

Der ist jedoch noch in Levasheks Backstube, wo die Faxe malochen. Bevor die Abrafaxe und Leo zum Rabbi aufbrechen, dürfen sie noch Mehlsäcke aus der entfernten Mühle schleppen. So kann sich der Bäcker die Lieferkosten sparen.

Tereza fragt sich zum Rabbi durch, dieser schickt sie wiederum zu Levasheks Brotfabrik.

Der unter Schlafmangel leidende Don hat seinen Baum verlassen und will nun wieder im "Schwarzen Schwan" einreiten. Die Wirtin hat allerdings keine Lust, dem alten Zechpreller noch eine Chance zu geben. Vorkasse ist angesagt. Als der Don verspricht, später den dreifachen Preis zu löhnen, wird die Wirtin wachsweich.

Tereza irrt noch immer durchs Gelände, in der Bäckerei erfährt sie vom Mehltransfer. Sie will Leo noch eine schriftliche Nachricht übermitteln, doch Papier und Tinte gibts nur beim Rabbi.

Die exzessive Schlepperei läßt bei Levashek das Interesse an einem Golem wachsen. Da könnte nur der Rabbi helfen. Die Ratte informiert Leo, daß Abrax von der Oberrättin als Dank für die Sohnesrettung zum "Ritter vom Graufell" ernannt wurde - versteht bloß keiner.
Also schleunigst zum Rabbi Löw. Auf dem Weg dahin fängts an zu pladdern, was im Nu die lehmigen Straßen in Schlamm verwandelt.
Kurz bevor es zu einem Treffen kommen kann, verläßt Tereza des Rabbis Haus. Der Rabbi seinerseits wird dringend zu Kaufmann Maisel beordert. Die Faxe finden an des Rabbis Heimstatt lediglich einen Anschlag an der Haustür mit dessen Abwesenheitsnotiz.
Nicht lange darauf stehen die Faxe und Leo bei Maisel auf der Matte und werden zu einer warmen Suppe genötigt, bis der Rabbi zu sprechen sei. In der Küche erzählt ein Bediensteter den Zuhörern die alte Prager Sage vom Fidel-Jäckel. Wenn nach einem ordentlichen Regen eine Vollmondnacht folgt, dann wirds gefährlich in Prag. Anhand der Geschichte um den Wiedergänger des Fidel-Jäckel, der sich nächtens mit Frischfleisch versorgt, kann man das reichlich minimalistische Titelbild endlich einordnen.
Früher war wirklich mehr Lametta.
Endlich hat Rabbi Löw Zeit für die Abrafaxe. Maisel und Löw brauchen die Abrafaxe, um Erkundigungen über diesen Lang einzuholen. Nach Bewertung der Aussagen kommt man zur Erkenntnis, daß Lang wohl nur Geld für den Kaiser schnorren wollte.
Leo weiß jetzt, daß seine alten Kleider von Tereza beim Rabbi abgegeben wurden. Dann kommt das Problem des Rattenverstehers auf den Tisch. Califax erfährt, daß er die Asche mit dem kleinen Finger hinter die Ohren hätte applizieren müssen. Mit dem Zeigefinger konnte das nix werden. Das weiß doch jeder, sogar Leo.
An die Golem-Geschichte mag der Rabbi nicht so richtig ran, denn er will die Welt nicht noch weiter durcheinanderbringen. Leo darf nun seine Zivilsachen wiederhaben. Der Rabbi hat auch einen Brief von Tereza, den Leo leider nicht lesen kann. Aber wegen solch einer Bagatelle wird er sicher nicht zur Schule gehen.

Erbost macht sich Leo vom Acker. Die Abrafaxe ziehen sogleich getrennt los, um ihn in den Schlammfluten zu suchen. Califax entdeckt ihn zuerst.
Dann springt alles durcheinander, in Prag, denn der Golem ist los. Den hat sicher der Rabbi Löw erschaffen. Ein grausliger Lehmklops stapft durch die Pampe.

Unweit davon stößt der Don auf Tereza und will sie eindringlich überzeugen, den Standort der Abrafaxe zu verraten. Dann hört er seinen Namen rufen - es ist natürlich der Golem. Für Don Ferrando nicht gerade typisch, vor dieser Golem-Karikatur die Segel zu streichen.
Nun erscheint Leo und rettet das Mädchen mutig vor der gelben schlammigen Gestalt. Auweh, hoffentlich gibts hier keine neue Liebesgeschichte. Aber nachdem Tereza Klein-Leo als Dummerle betitelt hat, zieht der Gekränkte seine Bahn. Glücklicherweise sind sie noch zu jung für eine weitere Mosaik-Hochzeit.
Die schwer bewaffneten Bürger erkennen nun, daß sie der billigen Kopie einer Sagengestalt auf den Leim gegangen sind und kringeln sich vor Lachen. Nur einer von ihnen will prophylaktisch das Haus des Rabbi niederbrennen. Es ist Horymir Vandalovic. Der Vorname stammt von einem Prager Sagenritter, aber der Nachname läßt nicht Gutes erahnen.

In Levasheks Backstube tagt der Krisenstab und berät, wie man den guten Rabbi vor einem aufgewiegelten Mob schützen könnte. Maisel hofft auf Kaiser Rudolf, wenn er ihm Schutzgeld anbieten würde.

Auf den gleichen glorreichen Gedanken kommt auch Lang selber, nachdem ihm der mutmaßliche Straßenspitzel vom Golem berichtet hat. Lang will den steinreichen Maisel nun ordentlich zur Ader lassen.
Auch Vandalovic gibt sein Bestes.

Praktischer Hinweis: Auch wenn es im nächsten Winter mal so richtig saukalt werden sollte, verkloppt bloß nicht eure Fideln.

 

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