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Nach ihrem jüngsten Zeitenhopser sind die Abrafaxe im Prag des
Jahres 1600 unbeschadet aus dem Keller gekrochen.
Kaiser
Rudolf leidet unter seniler Bettflucht. Nachdem er seinen Diener
Červenka belästigt hat, soll dieser schnellstens Anton Barvitius
herbeischaffen sowie einen starken Wein. Sinn der ganzen Übung war,
unbedingt in den Besitz einer Marmor-Venus kommen zu müssen.
Gewinsel über klamme Kassen läßt der Kaiser nicht gelten - damit
basta!
Die Faxe erfahren von Leo, daß sie im jüdischen
Viertel gestrandet sind. Nachts sind da die Tore verschlossen,
Kneipen gibts nicht. Aber der örtliche Bäcker Aaron hat seine
Schicht schon begonnen. Erst wollen die Hungrigen nichts löhnen und
dann noch diese Ratte. Brabax kriegt die Holzschaufel hinter die
Löffel. Anstatt Schmerzensgeldes gibt dann doch was zu futtern.
Abrax und Califax erklären sich bereit, den "Roten Schwan" mit
Backwaren zu liefern. |
Die Schwanen-Wirtin
brauchts für eine Sarazenen-Delegation, die das heimische Brot
verabscheuen. Sie sollen einen Brief des Deys von Algier an Kaiser
Rudolf überstellen. Der Gesandte lädt Abrax und Califax zum
Frühstück ein. Brabax macht sich mit weicher Birne derweil auf
Erkundung in Prag. Hier trifft er auf Johannes Kepler, der von
seinem Kutscher falsch abgekippt wurde. Er muß ins Burgviertel und
heuert Brabax als Karrenschieber für sein Gepäck an. Da Kepler
interessanterweise zum Hofastronomen Tycho Brahe will, erklärt sich
Brabax bereit, die Plackerei zu übernehmen. Wenigstens wohnt Brahe
nicht auf dem Burgberg, sondern unten auf der Kleinseite. Kepler
verspricht Brabax, ihn mit Brahe zusammenzubringen.
Gerade
als Abrax und Califax das Diplomatenfrühstück verlassen, taucht der
Kammerdiener Langenfels im "Roten Schwan" auf. In der Annahme, hier
auf den Gesandten des spanischen Königs zu treffen, ist er
verwundert, Sarazenen gegenüber zu stehen. Don Ferrando tobt
derweil durch seine Bude und wartet auf Langenfels. Mit Schrecken
entdeckt er auf der Straße die Abrax und Califax. Sollte sie ihm
erneut ins Handwerk pfuschen wollen? Vor dem Horologium treffen
sie auf Brabax, der ihnen von Brahe erzählt, aber nur Unverständnis
erntet. Mit seinem bei Kepler verdienten Kreuzer lädt er die beiden
zum Essen ein. Doch der Wirt vom "Goldenen Adler" bedient keine
Hungerleider und schickt sie zur "Schwarzen Katze". |
In deren Nähe bemerkt Abrax Waffengeklirr und eilt zu Hilfe, denn
ein Einzelner muß sich gegen sieben Strolche erwehren. Am Ende kann
Abrax dem Bedrängten, der sich als Albrecht von Waldstein
identifiziert, aus der Patsche helfen. Einer verliert seinen Bart
und eine die Hose. Ein nackter Pöter im Mosaik - nicht zu fassen.
Dann begeben sich die Faxe samt ihrem neuen Bekannten in die
"Schwarze Katze". Der Wirt kennt den "Herrn von Wallenstein" schon
und dieser betont, Waldstein zu heißen. Califax bestellt für alle
vier zugige Hechtsuppe, wohl das Standardgericht des Hauses. Califx
schmeckts jedenfalls. Vor der Kneipe begegnet ihnen Leo, der vom
Gemeindevorsteher Mordechai Maisel, dem reichsten Mann der Welt
kommt. Der Junge druckst herum, denn Maisel will, daß er eine Schule
besucht. Auch Bäcker Aaron ist dafür und auch Rabbi Löw. Der kann
sogar rattisch sprechen und veranlaßt den Nager, die Backstube zu
verlassen. Draußen findet Rattifax einen neuen Mentor der Prager
Rattenwelt. Die Faxe dürfen bei Aaron Levashek die Nacht
verbringen und morgen wieder die Bäckerburschen geben.
Auf
der nächtlichen Prager Burg ningelt der Kaiser seinen beiden
Beratern Barvitius und Langenfels die Ohren voll, Geld für die Venus
aufzutreiben. Doch das nötige Geld hat nur Maisel.
Der Don
wartet noch immer auf Kammerherrn Langenfels. |