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604 Das Geheimlabor im Schloß April 2026

Mosaik 604

Die Abrafaxe und Leo mampfen am Strand der Moldau das Brot vom Vortag. Beiläufig läßt Califax noch fallen, Don Ferrando gesehen zu haben. Obendrein hat sich Califax, der Wegsperrung des Dons wegen, dessen schwerwiegende analoge Haßkommentare eingefangen.
Als Leo den Fischer Svatopluk auf den Fischtransfer aufmerksam macht, hören sie, daß die Ratten das dürfen, denn sie haben fürs ganze Jahr im voraus bezahlt mit einem ominösen Trajan-Goldstück. Selbst das Lieferkettengesetz wird strikt befolgt.
Die Abrafaxe trennen sich, Brabax und Leo wollen zum Rabbi, Califax muß zum Küchendienst und Abrax will sich mit Waldi treffen.

Im Königlichen Löwengarten hat der Kaiser die Fütterung zur Chefsache gemacht. Dafür, daß der Kammerdiener einen neuen Goldmacher aufgerissen hat, soll er auch belohnt werden. Er bekommt das einmalige Privileg, das erste Kotelett in den Ring zu werfen. Mauzi geriert sich vor den Löwen als Zampano und springt in die Arena. Da die Löwen den neuen Vorgesetzten nicht ernst nehmen, müssen die Tierwärter ran. Endlich begegnen uns Großkatzen, die auch mitreden wollen. Aus dem Gespräch der Kaiserkatze mit ihrem Major geht hervor, daß sich Mauzi immer mehr zu Blofelds Nierenwärmer mausert und sie in Kürze die Weltmacht an sich reißen wird.

Don Ferrando, der neu angestellte Goldmacher, befindet sich derzeit zur Resozialisierung im halboffenen Vollzug und zwar im Pulverturm.

Während er völlig verständnislos aus Auratus Feuerbachs alter Schwarte deklamiert, bekommt er Besuch durch Lang. Dieser muß Ferrando ein wenig anspornen, denn abends will sich der Kaiser von den Fortschritten überzeugen. Im Pulverturm wirkte wohl der gleiche Innenausstatter, der schon Potters Schreibstube eingerichtet hatte (Onkel Uhu, Globus und Ölfunzel). Aber es baumelt auch ein leicht reparaturbedürftiges Krokodil (hoffentlich nicht Mutawakkel) an der Decke. Ferrando verlangt nach Auratus als Assistenten, in der Hoffnung, das Rezeptbuch erklärt zu bekommen.

Der Küchenmeister Bohumil hat Sorgen, denn anläßlich von Kaiser Rudolfs Wiegenfeste will der Koch etwas Besonderes kredenzen. Am besten ein Schmankerl aus dessen Kinderzeit am Spanischen Hofe. Califax hat da eine Idee und erklärt sich bereit, das Essen für die zwei Alchimisten im Pulverturm zu servieren.
Ferrando und Aratus fetzen sich, denn die Kladde enthält nicht dessen Ergüsse, sondern stammt von einem potentiellen Zechpreller.

Brabax und Leo sind endlich beim Rabbi angekommen und erklären ihm die sprachlichen Huddeleien mit ihrer Ratte. Selbstredend kann der Rabbi rättisch und er hat auch ein Mittel, Califax dafür zu ertüchtigen. Er krakelt einen alten Text auf einen Zettel, mit dem Hinweis, nach Verbrennung in einer Tonschale Freund Califax die Asche hinter die Ohren schmieren zu lassen. Brabax bleibt weiterhin skeptisch.

Als Califax die Mahlzeit durch die Klappe schiebt, fragt er Ferrando nach einer legendären spanischen Dessert-Spezialität. Der Don erklärt sich bereit, nachdem ihm Califax einen halbierten Dukaten aus des Kochs Sparstrumpf überreicht hat. Mit dem Gedächtnis-Rezept beginnt Califax sogleich den Großversuch.
Califax hat die "Yemas de Santa Teresa" aus dem Ofen geholt. Der Koch will das schnörkellose Gebäck noch mit Zuckerkram dekorieren, aber Califax entfleucht ihm und läuft schnurstracks zum Kaiser.

Rudolf ist begeistert, er ruft nach dem Koch, der schon hinter dem Vorhang lauert. Höchste Ehrung wird ihm zuteil, denn praktischerweise ist gerade ein Orden frei geworden, nachdem Mauzi ein kaiserliches Törtchen wegfressen wollte. Der Katzen-General ist schwer gefrustet und Bohumil hochbeglückt.
Auch Califax erhält des Koches warmen Dank.

Am Abend eilt der Kaiser gut gelaunt mit Lang zum Pulverturm. Der Don hat schon mal was vorbereitet. Während Auratus vor Angst schwitzt, vollführt Ferrando ein bemerkenswertes Brimborium, das als Ergebnis ein Klümpchen echtes Dukatengold hervorbringt. Der Kaiser fordert leider viel mehr davon.
Der Don insistiert, er bräuchte noch Fledermausöhrchen und will einen Freigang buchen. Aber eine so goldige Konifere wäre auf der Straße nicht sicher. Daher bietet sich der Kammerdiener an, die Ohren zu besorgen. Da möchte man keine Fledermaus sein, auch nicht deren Königin. Lerchenzungen oder Otternasen hättens wohl auch getan.

Jetzt geht es rattenscharf an Califaxens Sprachausbildung. Vorschriftsmäßig wird der Zettel verkokelt und Califax schmiert sich die Asche hinter die Löffel. Leider hats nicht geholfen, die Ratte labert los aber keiner hört die Botschaft. Brabax fühlt sich bestätigt. Als sich die Faxe zum Abendmahl verkrümeln, will es Leo wissen. Seine Ohren gehen wohl besser mit der Asche in Resonanz, denn die Ratte spricht plötzlich mit ihm. Leo wurde also vom Atem des Höchsten angeweht, hoffentlich wird er nicht meschugge. Schulbesuche haben sich damit erübrigt. Solange sich Leo nicht mit dem toten Fisch unterhalten kann, muß man seine neue Eigenschaft wohl erdulden. Zu Risiken und Nebenwirkungen befragen Sie Ihren Rabbi ...
Bloß gut, daß der Kelch nochmal an Califax vorbeigegangen ist.
Es wäre schröcklich, wenn er in Zukunft ständig durch diverses Tiergeschwätz belästigt würde.

 

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