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606 Prager Geschichten Juni 2026

Mosaik 606

Der Kaiser instruiert seinen Hofmaler Hans von Aachen, in Mailand einige Ölschinken von Correggio zu erwerben. Seitdem er den alchimistischen Experten in seinen Diensten hat, kann er nun aus dem Vollen löffeln Für den Trödel soll Kammerdiener Lang einen Wechsel über 5000 Dukaten herausrücken. Dieser mahnt jedoch zu äußerster Sparsamkeit, denn dem Don wurde kürzlich die Goldmach-Anleitung von Feuerbach und den Abrafaxen entwendet. Obendrein ist die aktuelle Lieferkettenproblematik bei Fledermausohren äußerst prekär.
"Alle aufhängen!" lautet Rudolfs weise Anweisung.

Nichtsahnend marschieren Abrax und Brabax auf der Suche nach ihrem Küchen-Delegierten ins Schloß. Als sie sich vor dem Torwart identifizieren müssen, kommt an die Oberfläche, daß sie sich auf der Schwarzen Liste befinden. Das bedeutet Verlies - und zwar ganz unten.

Philipp Lang sucht den Goldmacher mit der Frage auf, ob dieser auch ohne Rezeptbuch Gold machen könne. Durch des Dons abschlägige Antwort verkündet Lang, daß dann der Galgen warte. Trotz Panik modifiziert Ferrando seine Lüge. Er könnte schon, aber lediglich vorhandenes Gold verdoppeln. Dauert nur einen lausigen Tag.
Lang übergibt ihm zur Verifikation einen Dukaten. Fledermausohren sind dafür unnötig, aber dem Don verlangts nach Schwefel, Salpeter und Holzkohle.

Da war doch vor vielen Jahren schon mal was.
Der Wachposten hat mitgehorcht und bringt nun seinerseits einen weiteren Dukaten aus der Tasche. Die stille Post tut ein übriges. Wie ein Lauffeuer verbreitet sich die Möglichkeit, kurzfristig doppelt so reich zu werden. Eine lange Wartegemeinschaft bildet sich auf der Turmtreppe. Lang findet dies verdächtig und er stellt den Don zur Rede. Dieser verspricht, zuerst den Kaiser und natürlich zuvor Lang zu bedienen.
Die Einzahlungen durch das Gesinde gehen derweil munter weiter. Auf jeden Fall hätte der Don ausreichend Material für ein einträgliches Pyramidenspiel.

Tierversteher Leo schleicht nach der Fledermauswarnaktion durch die düsteren Burgkeller. Seitdem er weiß, was den Abrafaxen droht, muß er sie natürlich warnen. Glücklicherweise trifft er auf eine ortskundige Eidechse. Gerade als er die beiden Delinquenten entdeckt hat, poltern zwei Soldaten mit den Gefesselten Restfaxen die Treppen hinunter. Leo versteckt sich. Da die Soldaten ein Schloß vergessen haben, beschließen sie, die beiden im Verlies der anderen Zwei zu versenken. Nun muß sich das freundliche Reptil ein zweites Mal nützlich machen, es verschwindet im Wams eines Soldaten, der den Minidrachen für den Teufel hält. Er stößt sich die Omme an der Mauer und geht vorübergehend ins Koma. Gute Gelegenheit für die beiden Faxe und Leo, den übrigen Soldaten ins Loch zu schubsen. Er tauscht mit Califax und Auratus. Den nun wieder aufgeweckten anderen Häscher tritt Auratus genüßlich in die Grube. Zur Flucht aus dem Hirschgraben soll die Dunkelheit abgewartet werden.

Wallenstein lungert derweil vorm Haus seiner Angebeteten und wartet ebenso sehnsüchtig auf seinen Betreuer Abrax. Doch der ist ja momentan verhindert. Dorota entdeckt ihn zuerst und wirft ihm ihr Tüchlein auf die Lichter.
Der Depp zieht sofort sein Käsemesser und legt sich mit einer Gänsebäuerin an.

Indes hat Frau von Lobkowicz ihr loses Töchterchen vom Fenster weggezerrt und schaut nach unten. Waldi deklariert sie als Putzlappenwerferin und bedenkt sie mit der Bezeichnung. "Alte Vettel". Klingt natürlich ein wenig unwoke, aber recht hat er. Im Salon derer von Lobkowicz rätselt man über das Ausbleiben der Besucher. Dorota meint, Albrecht stände schon vor der Tür. Lubomir bittet ihn herauf.

Der Don hat penibel seine Wundermischung gemixt, als Lang schon wieder auftaucht. Beinahe wäre es durch die Sorglosigkeit Langs zur vorzeitigen Explosion gekommen.

Eine Explosion findet aber bei Lobkowiczens statt. Die Herrin des Hauses hat den Beschimpfer erspäht. Eine Vermittlung scheitert und Waldi wird von der Düpierten hinausexpediert.
Es ist ihm sonnsnklar, daß er das Ding ordentlich versemmelt hat.

Im Hirschgraben warten sie noch immer auf die Dunkelheit. Man beschleßt, zu verduften. Geht aber noch nicht, weil leider ihr vierter Mann, das Nagetier mit Kanalisationshintergrund, abgängig ist. Dafür kommt eine Katze vorbei. Leo berichtet, daß die kleinen Racker gedenken, die Macht zu übernehmen. Und tatsächlich tagt im Park gerade der Katzen-Sowjet. Mauzi schwört die Rasselbande darauf ein, Rudis Thron zu kapern. Es gibt begeisterte Miau-Rufe.

Der Kaiser ist traurig, daß Mauzi verschwunden ist. Aber seine Stimmung hellt sich auf, als Lang vom Dukaten-Dopplereffekt berichtet. Schnell wird die Portokasse mit 100 Dukaten zum Don getragen. Der frohlockt. Zwar hätte er gerne die Faxe baumeln sehen, aber nun muß er wohl vorfristig seine zündende Idee verwirklichen und danach schleunigst Fersengeld geben.

Die Abrafaxe verbleiben bis auf weiteres noch im Hirschgraben, Auratus macht sich klugerweise, aber dankbar aus dem Staube.

 

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