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Die beiden diensthabenden Ratten holen den täglichen Fisch beim
Händler
ihres Vertrauens ab - nicht ohne moderat schlechtes Gewissen. Der Ratterich
Josef ist noch etwas farblos, er könnte ruhig mehr den Schwejk raushängen lassen. Da die
Katzen jetzt auch einen Becher Frischmilch verlangen, geht die
Beschaffungskriminalität in die nächste Runde. Diesmal zulasten des
schuldlosen Küchenschwengels.
Die
Bäckerburschen müssen nach der Fladenlieferung auch noch den
Gesandten Khair verarzten. Fieber heilt man natürlich am besten mit Rosmarinextrakt. Da
jener nun als Bannerträger ausfällt, erklären sich Abrax und Califax
bereit, dessen schwierige Funktion zu übernehmen. Ihre Verkleidung
als Digedags steht ihnen prima.
Bäcker,
Rabbi, Maisel und Brabax haben sich verschworen, Leos Schulphobie zu
beheben. Leo soll Brabax beispringen, ein Instrument von Brahe zu
besorgen und beim Tragen helfen. Erst Maisels Silbergroschen
überzeugt den Schulverweigerer. Einen beobachteten Ratten-Bückling
vor einer Katze kann der Rabbi nachvollziehen, denn er ist des
Rättischen mächtig und hat von deren Schwierigkeiten mit den
Burgkatzen erfahren
Auf der Kleinseite herrscht
Volksfeststimmung. Kein Wunder, denn die Menschen reden noch
miteinander, von sozialen Medien vollkommen unbeeinflußt. |
Die außergewöhnliche Prozession der sarazenischen Gesandten mit einem echten Kamel
strebt der Burg zu. Der Torwart mosert, daß die Gesandtschaft schon
eine halbe Stunde zu spät wäre. Aber es geht diesmal ohne
Strafzahlungen ab, denn
Kammerdiener Lang befindet sich nicht in der Nähe.
Weiter gehts mit einer der beliebten Küchengeschichten. Der Hilfskoch
hat zwar alles gut vorbereitet, aber Meister Varetska verhakt sich mit
der Suppenkelle an seinem Gewand und verschüttet die ganze Charge
der böhmischen Spezialität.
Der Kaiser wird darüber nicht erfreut sein.
Brabax und Leo haben Brahes Hütte erreicht. Leo wird als alter
Freund begrüßt und Brabax von Brahe als Keplers Kofferträger
geadelt. Mordechai Maisels Bestellung, eine Armillarsphäre, steht
schon bereit. Leo fühlt sich von dem Apparat nicht sonderlich
beeindruckt - er ringt ihm lediglich ein Gähnen ab. Immerhin bietet Brahe
Brabax das "Du" an und erzählt ihm, wie er Leo kennenlernte - durch
ein fälschlich eingeordnetes Eigentumsdelikt. Seither wird Leos
Eigenschaft als Spürnase gelegentlich genutzt, denn Brahe ist da
schlecht aufgestellt. Zum Abschied versucht
Brabax, Brahe für Keplers Modell zu erwärmen. Das überhitzt die
Goldnase völlig, niemals wird er sein Weltbild widerrufen.
Im Palast der Prager Burg läßt man endlich die Sarazenen zur
Audienz vor. Der Chefdiplomat hält eine salbungsvolle Rede und
schmiert dem Kaiser ordentlich Honig in den Bart. Dann überreicht er
das Schreiben des Deys von Algier, mit dem Ansinnen, einen Bund mit
dem Kaiser gegen die Türkengefahr einzugehen. Kaiser Rudolf reagiert
zunächst sehr wohlwollend. Dann folgt
allerdings der große Fehler, noch eine Vorschußprämie
nachzuschieben. Ein historischer Golddinar des Harun al-Raschid wird
überreicht, den der Kaiser als ihm vor Zeiten gestohlen
identifiziert. Das führt zu einem Eklat und die Morgenländer samt
Fahnenjunkern werden aus dem Saal hinausgeworfen. |
Wer war eigentlich der Lümmel, der dem Kaiser irgendwann den
Golddinar entwendete? Hätte man den trojanischen Bakschisch nicht
übergeben, wäre man beim Rudi nicht in Ungnade gefallen. Damit hat
sich auch für Abrax und Califax der Fall erledigt.
Califax
folgt wieder mal der Ratte in einen Keller und der führt in den
Kerker für Bessergestellte wo auch der Don gerade logiert. Der arme
Califax erschrickt und Ferrando ist sich nun sicher, die Faxe hätten
sein Empfehlungsschreiben gefälscht. Ferrando wird weiterhin auf
kleiner Flamme am Köcheln gehalten, konditioniert sich aber schon
bösartig auf die Faxe als Hauptwidersacher in Prag. Die Ratte
kann sich Califax nicht verständlich machen und dieser eilt nun zum
Rabbi, der den Dolmetscher geben soll. Auf
dem Wege dorthin passiert er die Burgküche, wo gerade der
Küchenjunge fristlos kündigt. Da ist sie wieder, die Chance für
Califax, sich als Küchenwunder anzudienen. Die Liwanzen gelingen dem
Neuen schon mal vorzüglich und Califax darf Meister Varetska fortan
Bogumil nennen.
Der Rosmarin-Druide hats weit gebracht,
Khair ist wieder heil und Califax ist kaiserlicher Koch geworden.
Für den übrigen Bäckerburschen hat Levashek keine Verwendung mehr
und Brabax' kluger Plan für Leos Einschulung ist krachend
gescheitert. Auch bei den Ratten herrscht
Ratlosigkeit, die Katzen verlangen ihnen immer mehr Firlefanz ab.
Und der ominöse Käfigschlüssel baumelt nun auch nicht mehr an Mauzis
Hals, dort prangt ein kaiserlicher Orden. Die
Liebhaber von Katzen- oder Ratten-Videos wurden wieder bestens
bedient.
Mit frisch aufgetankten Kamelen
trampelt die sarazenische Abordnung trotz gescheiterter Mission
erstaunlich gelassen nach Algier
zurück. Unterm Strich wars eine schöne Dienstreise ins Abendland. |