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Die Abrafaxe und Leo mampfen am Strand der Moldau das Brot vom
Vortag. Beiläufig läßt Califax noch fallen, Don Ferrando gesehen zu
haben. Obendrein hat sich Califax, der Wegsperrung des Dons wegen,
dessen schwerwiegende analoge Haßkommentare eingefangen. Als Leo den Fischer Svatopluk auf den
Fischtransfer aufmerksam macht, hören sie, daß die Ratten das
dürfen, denn sie haben fürs ganze Jahr im voraus bezahlt mit einem
ominösen Trajan-Goldstück. Selbst das Lieferkettengesetz wird strikt
befolgt. Die Abrafaxe trennen sich, Brabax und Leo wollen zum Rabbi,
Califax muß zum Küchendienst und Abrax will sich mit Waldi treffen.
Im Königlichen Löwengarten hat der Kaiser die Fütterung zur
Chefsache gemacht. Dafür, daß der Kammerdiener einen neuen
Goldmacher aufgerissen hat, soll er auch belohnt werden. Er bekommt
das einmalige Privileg, das erste Kotelett in den Ring zu werfen.
Mauzi geriert sich vor den Löwen als Zampano und springt in die
Arena. Da die Löwen den neuen Vorgesetzten nicht ernst nehmen,
müssen die Tierwärter ran. Endlich begegnen uns Großkatzen,
die auch mitreden wollen. Aus dem Gespräch der Kaiserkatze mit
ihrem Major geht hervor, daß sich Mauzi immer mehr zu Blofelds
Nierenwärmer
mausert und sie in Kürze die Weltmacht an sich reißen wird.
Don
Ferrando, der neu angestellte Goldmacher, befindet sich derzeit zur
Resozialisierung im halboffenen Vollzug und zwar im Pulverturm. |
Während er völlig verständnislos aus Auratus Feuerbachs alter
Schwarte deklamiert, bekommt er Besuch durch Lang. Dieser muß Ferrando
ein wenig anspornen, denn abends will sich der Kaiser von den
Fortschritten überzeugen. Im Pulverturm wirkte wohl der gleiche
Innenausstatter, der schon Potters Schreibstube eingerichtet hatte
(Onkel Uhu, Globus und Ölfunzel). Aber es baumelt auch ein leicht
reparaturbedürftiges Krokodil (hoffentlich nicht Mutawakkel) an der
Decke. Ferrando verlangt nach Auratus als Assistenten, in der
Hoffnung, das Rezeptbuch erklärt zu bekommen.
Der Küchenmeister Bohumil hat Sorgen, denn
anläßlich von Kaiser Rudolfs Wiegenfeste will der Koch etwas Besonderes
kredenzen. Am besten ein Schmankerl aus dessen Kinderzeit am
Spanischen Hofe. Califax hat da eine Idee und erklärt sich bereit,
das Essen für die zwei Alchimisten im Pulverturm zu servieren.
Ferrando und Aratus fetzen sich, denn die Kladde enthält nicht
dessen Ergüsse, sondern stammt von einem potentiellen Zechpreller.
Brabax und Leo sind endlich beim Rabbi angekommen und erklären
ihm die sprachlichen Huddeleien mit ihrer Ratte. Selbstredend kann
der Rabbi rättisch und er hat auch ein Mittel, Califax dafür zu
ertüchtigen. Er krakelt einen alten Text auf einen Zettel, mit dem
Hinweis, nach Verbrennung in einer Tonschale Freund Califax die
Asche hinter die Ohren schmieren zu lassen. Brabax bleibt weiterhin
skeptisch.
Als Califax die Mahlzeit durch
die Klappe schiebt, fragt er Ferrando nach einer legendären
spanischen Dessert-Spezialität. Der Don erklärt sich bereit, nachdem
ihm Califax einen halbierten Dukaten aus des Kochs Sparstrumpf
überreicht hat. Mit dem Gedächtnis-Rezept beginnt Califax sogleich
den Großversuch. Califax hat die "Yemas de Santa Teresa" aus dem
Ofen geholt. Der Koch will das schnörkellose Gebäck noch mit
Zuckerkram dekorieren, aber Califax entfleucht ihm und läuft
schnurstracks zum Kaiser.
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Rudolf ist begeistert, er ruft nach dem Koch, der schon hinter
dem Vorhang lauert. Höchste Ehrung wird ihm zuteil, denn
praktischerweise ist gerade ein Orden frei geworden, nachdem
Mauzi ein kaiserliches Törtchen wegfressen wollte. Der Katzen-General ist schwer
gefrustet und Bohumil hochbeglückt. Auch Califax erhält des Koches
warmen Dank.
Am Abend eilt der Kaiser gut
gelaunt mit Lang zum Pulverturm. Der Don hat schon mal was
vorbereitet. Während Auratus vor Angst schwitzt, vollführt Ferrando
ein bemerkenswertes Brimborium, das als Ergebnis ein Klümpchen
echtes Dukatengold hervorbringt. Der Kaiser fordert leider viel mehr
davon. Der Don insistiert, er bräuchte noch Fledermausöhrchen und
will einen Freigang buchen. Aber eine so goldige Konifere wäre auf
der Straße nicht sicher. Daher bietet sich der Kammerdiener an, die
Ohren zu besorgen. Da möchte man keine Fledermaus sein, auch nicht
deren Königin. Lerchenzungen oder Otternasen hättens wohl auch
getan.
Jetzt geht es rattenscharf an Califaxens
Sprachausbildung. Vorschriftsmäßig wird der Zettel verkokelt und
Califax schmiert sich die Asche hinter die Löffel. Leider hats nicht
geholfen, die Ratte labert los aber keiner hört die Botschaft.
Brabax fühlt sich bestätigt. Als sich die Faxe zum Abendmahl
verkrümeln, will es Leo wissen. Seine Ohren gehen wohl besser mit
der Asche in Resonanz, denn die Ratte spricht plötzlich mit ihm. Leo
wurde also vom Atem des Höchsten angeweht, hoffentlich wird er nicht
meschugge.
Schulbesuche haben sich damit erübrigt. Solange sich Leo nicht mit
dem toten Fisch unterhalten kann, muß man seine neue Eigenschaft
wohl erdulden. Zu Risiken und Nebenwirkungen befragen Sie Ihren
Rabbi ... Bloß gut, daß der Kelch
nochmal an Califax vorbeigegangen ist. Es wäre schröcklich, wenn
er in Zukunft ständig durch diverses Tiergeschwätz belästigt würde. |