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523 Wer traut sich? Juli 2019

Mosaik 523

Wenn Sören und Warn gerade mal nicht für Genta schwitzen müssen, machen sie sich im Hafen nützlich. Auch Abrax und Simon verdienen sich hier neuerdings ihr täglich Brot. Gentas Angebot, bei der Hochzeit den Plattenschlepper zu mimen, haben sie dankend abgelehnt. Die schwielenfreie Variante wäre aber für die beiden Hungerhaken sicher günstiger gewesen und hätte nicht so geschlaucht.
Luneborg und seine Tochter lassen sich gerade für die Hochzeit des Jahres aufbrezeln. Luneborg hat sich schon die Zirkler-Kette umgehängt und Ulrike ist in ihr königliches Brautkleid gekrochen. Bezahlt hat diesen sündhaft teuren Fummel ausgerechnet der abgewiesene Bräutigam-Anwärter Simon mit seinem und Abraxens erhandeltem Geld. Ulrikchen freut sich darüber einen ab.
In der Küche dirigiert Genta von ihrem überreifen Käsepodest ihre Mannschaft (sogar Frauen sind dabei).
Luneborg vergewissert sich noch schnell, daß Genta alles im Griff hat.
Reuevoll kommen Simon und Abrax angeschlichen. Bevor sie Rücken und Bandscheibe bekommen, wollen sie doch lieber Küchenarbeit machen. Genta hat zufällig eine passende Beschäftigung für sie- die häusliche Gemeinschaftslatrine ist blitzeblank zu putzen.

Bei der Erstinspektion sehen die beiden, daß der Eichstrich des Plumpsklos bereits überschritten ist. Kein gutes Omen für Luneborgs Zukunft. Auch für Sitzpinkler kaum zu empfehlen. Bei Lichte betrachtet, präsentiert sich das Örtchen in wenig gemütlichem Zustand.
Luneborg will seine Tochter zur Lübecker Stadtkirche bringen, aber Ulrike muß aus verständlichen Prestigegründen mit ihrem Kleid den Stadtmarathon laufen.
Nach zwei Stunden schöpferischer Tätigkeit meinen Abrax und Simon, ihr müffliges Geschäft beendet zu haben. Der Güllegroßhändler zieht mit seiner gut gefüllten Tonne weiter, die beiden bleiben ernüchtert von der Küchenarbeit zurück. Wie zum Trotz hat Genta noch Nacharbeiten vorgefunden. Die beiden Entsorger haben 48 Eimer rausgebracht, aber es waren nach Gentas professioneller Schätzung 51. Nun heißt es, mit den drei restlichen Jauchekübeln flinke Füße zu machen, um den Tonnenmann einzuholen.

Bei Brabax, Califax und Clarus geht es weit lieblicher zu. In einem Birkenwäldchen stehen sie vor der Weichselbrücke. Wegen akuten Hochwassers steht das Bauwerk allerdings nun in einem See. Die Stämmchen reichen nicht zum Floßbau, aber immerhin für drei Paar Stelzen. Doch so einfach ist es nicht, auf dem Wasser zu wandeln. Alle gehen baden. Immerhin können sie sich auf die Brücke retten und hocken nun naß auf dem Trockenen.

In Lübeck wurde soeben die Hochzeit von Ulrike und Tiedemann vollstreckt. Der Bräutigam ist Mutti wie aus dem Gesicht geschnitzt und umgekehrt.
Nun wartet jedenfalls in Luneborgs Haus der große Mampf.
Nachdem sich Ulrike von einigen Grapschern die Armlänge Abstand nur mit einem Obulus erkaufen konnte, kommen die Lümmel im Verteilungskampf den beiden Jauche-Spediteuren in die Quere.

Abrax läßt seinen Eimer fallen, aber Simon erhält einige Umdrehungen verpaßt. Die Zentrifugalkräfte tun ein übriges. Die Braut wird von oben bis unten kontaminiert. Das Kleid ist hin und auch Ulrikchen hat sich einiges von der Backe zu putzen. Simon versäumt trotzdem nicht, der Braut seine Glückwünsche zu übermitteln.
Als die beiden Kübler von ihrem Auftrag zurückkehren, hat sich die lustige Geschichte schon unter Luneborgs Gesinde herumgesprochen. Von allen Seiten hagelt es Anerkennung.
Die Festtafel macht einen üppigen Eindruck, leider sind Gans und Tauben noch im Federkleid. Da gibts viel zu spucken.
Während sich Luneborg als Wismaraner zu erkennen gibt, kommt ein Bote zum Bürgermeister Brekewold. Die Nachricht führt zu einem Eklat. Den anwesenden Gast namens Rapesulver hat eine Jugendsünde eingeholt - seine Geschäfte mit den Likedeelern. Stehenden Fußes wird der Delinquent des Rates und der Bruderschaft verwiesen. Luneborg sackt das Herz in die Hosen. Damit fällt auch die Hochzeitsfeier dem Jauchekübeleffekt anheim. Alle Gäste verschwinden unauffällig. Mutti Brekewold pack ihr Tiedemännchen ein und gestattet Ulrike, auch mitzukommen.
Der Bürgermeister schlägt vor, Luneborg zum Hansetag nach Stralsund zu schicken. Als Ersatz für den gekanteten Rapesulver. Nun ist auch endlich der Ochsenbraten gar. Aber Luneborg ist der Appetit vergangen. Damit haben die Küchenleute ihr Festmahl.

Auf der Weichselbrücke wärmen sich die Gestrandeten an einem kleinen Feuerchen. Unweit rudern die beiden Mönche vorbei, gen Lübeck. Leider sind sie in Eile, die Typen auf der Brücke sollen sich gefälligst selber retten.

 

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