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Der Titel ist nicht allzuweit hergeholt, die alten Effdejodler
wirds freuen. Hätte auch "Unsere Welt von Morgen" (1959) heißen
können, wegen mehr Mosaikbezugs durch Zeichner und Gezeichnetes.
Ein neuer Morgen bricht für die
Bäckerburschen an. Auch für die Prager Rattenschaft, in Scharen stürmen
sie durch die Gassen. Laut Leo residiert die Rattenkönigin unter dem
Tor vor der Karlsbrücke. Dort herrscht schwere Bestürzung, denn die
Katzen haben den kleinen Prinzen entführt. Damit wollen sie die
Ratten zu einem täglichen Frischfisch-Tribut nötigen.
Abrax und Brabax werden von der Wirtin des "Roten Schwan" schon
erwartet. Bei den Sarazenen pressierts, sie müssen zur Audienz. Eine
Treppe höher tobt Ferrando und poltert hinunter, um sich Langenfels
vorzunehmen.
Die Ratten haben sich in
zwei Parteien gespalten. Eine will den Prinzen retten, die andere
die Freiheit. Rattifax versucht, die Ratten wieder zu vereinen und
plädiert für das "sowohl als auch". Während eine Gruppe den Fisch
überbringt, soll ein anderer den Kerker inspizieren und den Prinzen
befreien, falls möglich.
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Brabax hat einen Brief erhalten von Johannes Kepler, das kann nur
Gutes bedeuten. Endlich winkt der Hofastronom. Voller Enthusiasmus
steht Brabax endlich vor Kepler. Der sucht aber nur eine
Hauswirtschaftshilfe, um seinen Plunder in den Schränken zu
verstauen. Brabax macht das natürlich ganz umsonst.
Derweil erheischt Don Ferrando Einlaß vor dem Burgtor. Ohne
Voranmeldung ist nix zu machen, da ist der Torwart unbestechlich.
Wegen Aufmüpfigkeit wird der Don schließlich in Gewahrsam genommen.
Aufgrund von leichtem Unwohlsein der Majestät gibts heute sowieso keine
Audienz. Nun muß Langenfels den Fußmelder geben und die Sarazenen
vertrösten. Schließlich hat er von denen schon einen Bakschisch
angenommen.
Brabax ist mit seiner Hausarbeit
fertig und Kepler sehr zufrieden. In Auswertung der verschiedenen
"Weltbilder" kommt heraus, daß Kepler ein Anhänger von Kopernikus
ist, Brahe weniger, jedoch auch nicht ptolemäisch - Tycho Brahe hat
eine eigene Himmelsmechanik erfunden.
Während Ferrando im Verlies der Burg schmachtet, tragen Rattifax und
der Braune ihren Fisch durch die Kante. Der bärbeißige Katzen-Soldat
will die Boten nicht vorbeilassen, aber eine etwas gebildetere Katze
bittet die Rattendelegation, einzutreten.
Endlich hat die Stunde für Brabax geschlagen. Er darf mit Kepler
Tycho Brahe aufsuchen. Dieser vermutet in Brabax einen Assistenten,
was nicht so weit hergeholt ist. Nun werden beide von Brahe
eingespannt, einige Planeten vermittels eines kapitalen Quadranten
zu vermessen. |
Nach der relativ stupiden Assistententätigkeit gibts bei Tycho Brahe ein kleines Geschäftsessen.
Brabax schlägt sich bei der anschließenden Diskussion ums beste
Weltbild recht wacker. Zentrum hin, Zentrum her. Als sich aber auch
Brabax zur Lehre von Kopernikus bekennt, rastet Goldnäschen aus und haut
nachdrücklich auf
den Tisch.
In Rudolfs Schlafgemach wacht
die Katzenkönigin über den Kaiser, der kann keine Ratte das Wasser
reichen. Sie wird übrigens Mauzi genannt. Der Katzenmajor macht
der Herrin Meldung, daß die Tributpflichtigen eingetroffen sind. Mauzi mit dem
güldenen Schlüssel läßt den Kaiser kurz im Stich. Sie braucht nicht nur
den täglich Fisch, sondern auch Unterwerfung á
la Geßlerhut. Nach dem Kniefall will aber Rattifax den eingelochten
Prinzen sehen. Trotz anfänglichen Zögerns dürfen sie zum
schwerbewachten Käfig.
Aufgekommene Bewölkung hat
Tycho Brahes Beobachtungen unmöglich gemacht. Das Ansinnen Johannes Keplers, des
berühmten Hofastronomen Aufzeichnungsbuch auszuleihen, wird strikt abgeschmettert. Da
könnte ja jeder ... Also gehts für alle ins Bett, nur Rattifax muß der
Rattenkönigin noch Meldung machen.
Man mag
still hoffen, daß der animalische Anteil des Heftes wieder etwas abklingt
(sind ja gefühlte 10 Seiten Kleintiergeschichten), wenn Prinzchen
wieder bei Mutti weilt. Das nächste Heft heißt gewiß "Die Befreiung".
Vielleicht ist dann das Hin- und Hergehopse zwischen Über- und
Untertage vorbei. |