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217 Fliegende Teppiche über Istanbul Dezember 1974
Digedags 217

Die Gelegenheiten, sein Volk ein wenig einzulullen, sind nun auch schmählich vertan.
Der Sultan versucht, seine miese Laune mittels der Haremsdamen wieder zu neutralisieren. Aber bei dem Gehampel und Getröte kann er keinen klaren Gedanken fassen.
So scheucht er die Grazien zurück in ihre Gemächer. Danach werden seine bisher nutzlosen Berater heranzitiert. Sein Problem ist, wie dem Pöbel ein paar neue Steuern aufs Auge zu drücken, ohne daß der Kessel überkocht.
Einer schlägt dem Sultan vor, Armut vorzutäuschen, um vom Volk eine Tüte Mitleid spendiert zu bekommen. Das geht jedoch schlecht, weil die Schatzkammern momentan wieder voll sind.
Der Ratschlag, den Trödel erneut auszulagern, kommt schlecht an.
Vielleicht ließe sich die mißglückte Ballonnummer mit einem fliegenden Teppich adaptieren. Mahmud ist sich sicher, selbst noch so ein Teil sein Eigen zu nennen. Er eilt in die sultanische Rumpelkammer.
Neben vielerlei Gerümpel und Sekundärrohstoffen findet sich auch ein antiker Teppich, der schon durch den intensiven Mottenbesatz absolut flugtauglich sein müßte.
Der Tipp-Geber bereut seinen Vorschlag, als er vom Sultan zum Testpiloten oder Vorflieger ernannt wird.
Auf einem abschüssigen Dach ist die Startbahn eingerichtet. Das Abheben des verwanzten Flokati gelingt ganz passabel, aber die Flugbahn hat wenig mit einer Parabel gemein. Nach einem Meter kommt des alten Newton Postulat zum wirken. Dummerweise endet der Ausflug recht schmerzhaft in den Rosenstöcken.
Um den alten Flugkünsten wieder auf die Spur zu kommen, will der Sultan ein Preisausschreiben veranstalten. 1000 Piaster soll derjenige erhalten, der mit seinem persönlichen fliegenden Teppich einen Kunstflug macht.
Auch die Digedags hören davon. Da sie noch den Ballonfahrer entschädigen wollen, könnten sie die Piaster gut gebrauchen.
Der Sultan läßt sich sicher mit einem Trick übern Tisch ziehen. Bei einem Teppichknüpfer kaufen sie sich einen Prototypen. Damit gehts zu Monsieur Freluquet, der nach seinem Absturz noch ziemlich angefressen ist. Aufgrund ihrer Überredungskünste können sie den Wütenden umstimmen und für ihr Projekt begeistern.
Bald geht das große Ereignis ab. Der erste Wettbewerber kommt auf einem teppichdrapierten Eselskarren angespurtet. Wider Erwarten hebt das Ding tatsächlich ab, der Auftrieb ist erstklassig. Als aber das Schleppseil reißt, fehlt es trotz annehmbarer Höhe an der Thermik und der Pilot bleibt an einer Turmspitze hängen.
Die Punkte für Flugzeit und Höhe gehen vorerst an ihn. Der nächste Anwärter startet mit seinem Teppichwägelchen und verlängerten Armschwingen von einer Schanze. Leider kaum steuerbar, was dem Sultan samt Baldachin zum Verhängnis wird.
Nach dieser zweiten Pleite sehen die Digedags ihre Chance gekommen. Sie reiten auf einer gasgefüllten Teppichwurst des Systems Freluquet, die sogar mit Paddeln lenkbar ist.
Damit haben die Digedags klar bewiesen, daß es doch fliegende Teppiche gibt.
Der Sultan ist begeistert und amnestiert die Digedags. Auch die 1000 Piaster sollen sie haben.

 

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