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Das Turnier zu Venedig
Die schwimmende Burg
Karneval am Canale Grande
Der Stierkampf zu Genua
Feuerzauber auf hoher See
Als Gefangene der Pisaner
Juli 1975
August 1975
September 1975
Oktober 1975
November 1975
Dezember 1975
Digedags 224

Wir schreiben das Jahr 1284. Eine nette prä-google-mapige Vogelperspektive erlaubt uns einen Blick auf ein Labyrinth von Inseln und gleich darauf landen wir in Venedig, der Stadt mit der offenen Kanalisation.
Und wir platzen geradewegs in die Antrittsrede des frisch gewählten Dogen hinein.
Es sieht nicht sonderlich rosig aus um Venedigs Machtanspruch, denn die pösen Genuesen blockieren den Venezianern die Handelswege, der Einfluß in Konstantinopel ist nur als marginal zu bezeichnen. Marco Polo ist seit 13 Jahren auf Reisen.

Drei angestaubte und in schlichtes Schmiedeeisen gehüllte Touristen schleppen sich auf den Rücken ihrer reitbaren Untersätze übers Pflaster des Markus-Platzes.
Dig und Dag kennt man schon, neu ist ihr Prinzipal, der ehrenwerte Ritter Runkel von Rübenstein.
Den ersten Teil der Odyssee von Franken über die Alpen haben sie bereits hinter sich gebracht.
Nun will der Ritter vom Dogen Hilfe bei der Suche nach dem Rübensteinischen Familien-Schatz erbitten ...

Mooomemt mal!
Hatten wir das nicht schon?
Nein! – Doch! – Oooooh…

Eine vertrackte Situation war das dunnemals im Juni 1975.
Die Digedags waren in ihrem letzten Heft 223 vermeintlich ersatzlos in einer Fata Morgana abgetaucht. Ohne einleuchtende Erklärungen. Keiner wußte etwas. Alle stocherten erfolglos herum.
Es dauerte nicht lang, da machten böse Verschwörungstheorien die Runde. War dieser Hannes Hegen "in den Westen abgehauen" oder war er gar verschieden? Hatte er überhaupt existiert?

Aber ehe man sich's versah, gab es wieder ein Mosaik. Alter Wein in neuen Schläuchen. Eine lapidare Mitteilung auf der letzten Seite der soeben in den Zeitungskiosken drapierten Nummer 224 vom Juli 1975 lautete:

"Liebe Leser! Auf vielseitigen Wunsch beginnen wir mit dem Nachdruck der beliebten Runkelserie. Wir wünschen viel Freude. Die Redaktion"

Das Heft war nicht 100-prozentig deckungsgleich mit der alten Nummer 90, es gab marginale Änderungen bezüglich Impressum, Titel-Nummernoval und Druckerei.

Erwartungsgemäß erschienen nach der 224 auch die Nummern 225 bis 227. Obwohl man die Originale schon besaß, wurden die neuen Hefte trotzdem eingesackt. Wohl aus einem irgendwie gearteten Pflichtgefühl heraus. Oder wars aus Gründen schlichter Pietät?
Digedags 255


Digedags 226


Digedags 227

Mit dem Heft 228 änderte sich die Lage plötzlich grundlegend.
Und zwar durch die Ankündigung neuer Digedags mit geänderten Namen und anderem Aussehen, aber immerhin gleicher Stückzahl:

"Liebe Leser! Ab Januar 1976 erscheint, in einem neuen Gewand, mit neuen lustigen Gestalten und neuen bunten Abenteuern, ein neues Mosaik".

Gleiches fand man auch auf der Rückseite von Heft 229, doppelt gemoppelt hält ja bekanntlich besser.

Auch in "Atze", Nummern 10 und 11/1975 wurde getrommelt und auf die Inkarnation der Abrafaxe hingewiesen.

Atze Werbung

Im Schatten des Nachdrucks hatten die weiterhin existenten Mitglieder des Mosaik-Kollektivs drei alte Nägel mit neuen Köpfen zurechtgezimmert.
Digedags 228

Digedags 228 RS


Digedags 229

Digedags 229 RS

Damit hatte es sich jetzt endgültig ausgerunkelt, mit der Nummer 229 endete im Dezember 1975 der Nachdruck der "beliebten Runkelserie". Genau 20 Jahre nach dem Erscheinen der Nummer 1.

Jetzt waren sie halt da, die drei Abrafaxe.

Allerdings gab es ab 1977 auch Lebenszeichen in Form der DIA-Filme und weiterer Sammelbände aus der "Amerika-Serie". Der alte Mosamichel lebte also Gott sei Dank noch.
Erst viel später, bereits nach der Demontage des antifaschistischen Schutzwalls, wurde allgemein bekannt, daß Hannes Hegen damals seine Zusammenarbeit mit dem "Verlag Junge Welt" gekündigt und sich ins Privatleben zurückgezogen hatte. Die Rechte an den Digedags hatte er sich weise gesichert und die drei Knollennasen in der Fata Morgana versteckt. Bis heute.

 

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