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7 Die große Explosion Juni 1957

Die drei Digedags haben endlich ihre Beute vom Piratenschiff im Höhlen-Versteck gebunkert und beschließen, zur Sicherung ihres Hausrats die bewährte Robinson-Pallisade zu zimmern.

Bei der Holzbeschaffung zeigen sich die Digedags nicht gerade zimperlich, sie stören die aus dem letzten Heft bekannte Primaten-gesellschaft wiederum in deren wohlverdienter Mittagsruhe. Dieser Nebenzweig unserer angeblichen Vorfahren reagiert erwartungsgemäß leicht säuerlich und stürzt sich auf die drei Störenfriede.
Doch letzten Endes triumphieren die höhere Entwicklungsstufe sowie fundierte Kenntnisse in fernöstlichen Kampfsportarten und die Bimbos müssen mit hängenden Bürzeln das Weite suchen.
Nero hat sich wieder mal als große Pfeife erwiesen. Seitdem er Digs Hypnose ausgesetzt war, ist er ein richtiger Schlaffi geworden.

Die nicht TÜV-gerecht gepackte Langholzfuhre erweist sich als unbeherrschbar; wer Löwe ist, braucht für den Schaden nicht zu sorgen.

Durch Zufall entdecken die drei, wie man ordentlich kokeln kann.
Nero zeigt hier, daß auch ein Löwe leicht entzündlich ist, wenn er den Schweif unter eine optische Linse legt und das Ganze der Sonne darbietet.
"Feuer machen" ist dann auch das nächste Stichwort.
Wer ordentlich arbeiten soll, muß sich vorher erst einmal stärken. Dafür werden die Pökelfleisch-Töpfe vom Piratenschiff aufgewärmt, ääks! An solch einem "Komplekte-Tag" wird natürlich fürchterlicher Durst generiert.

Nach der großen Plackerei und weil freitags eigentlich immer gebadet wird, legen sich die Digedags eine Wasserleitung aus Bambus-Rohren zu ihrer Wohnhöhle.
Der okkulte Dag muß vorher noch als Paratechnologe mit der Wünschelrute ran und stößt mit der Nase prompt auf eine Quelle.
Nach der Körperpflege legt man sich zur verdienten Ruhe.

Als Auslöser für Neros Alptraum entpuppt sich ein nächtlicher Vulkanausbruch.
Wie einst bei Noah suchen die Tiere der Insel Zuflucht in der Höhle. Auch die Affenbande kommt kleinlaut angeschleimt.

Drei der Zebras haben leider die berüchtigte A-Karte gezogen, sie müssen unter den Digedags an einen Ausflug zum feuerspeienden Vulkan teilnehmen.
Digedags Zebra galoppiert etwas ungeschickt und wirft den Reiter in eine Felsspalte.
Schnell wird er von den beiden anderen gefunden und man untersucht gemeinsam die Grotte. Bei der Gelegenheit entdecken sie in einer Tropfsteinhöhle ein Salpetervorkommen erster Güte. Digedags gute Kenntnisse aus dem Chemieunterricht führen zum Plan, Schießpulver für ihre Flinte herzustellen. Ein schicksalhafter Entschluß.

Noch in der gleichen Nacht wird mit den Arbeiten dazu begonnen. Die Installation des Mörsers beobachten zwei Leoparden voller Interesse. Sie verorten in den Digedags wohl ihr potentielles Drei-Gänge-Frühstück.
Aber Digs Wutausbruch über die schwachen Mahlerfolge bis zum Tagesanbruch wird den Leos zum Verhängnis. Als Dig wild zustößt, geht die Mischung in die Luft und die Räuber werden durch umher- fliegenden Klunkern neutralisiert.
Die Digedags erleiden nur geringe Lackschäden und liebäugeln sofort mit den überraschend frei-gewordenen Leoparden-Hüllen.

Eine DDR-Kafeemühle hat sich da bedeutend besser bewährt.

Anschließend werden die Feinde in guter alter Kannibalenmanier aufgegessen. Auch Nero bekommt eine fette Raubtierschwarte zum Verzehr.



In der Presse wurde damals das Mosaik scharf angegriffen, daß es Mord und Totschlag Vorschub leisten würde.
Da hatte doch tatsächlich ein Jugendlicher bei einem derartigen Experiment einen Betriebsunfall erlitten.
Wissen möchte ich allerdings, wo der Junge seinerzeit in der DDR die salpeterhaltigen Tropfsteine und die Lava herbekommen hat ...?
Aber Beziehungen waren eben alles.

Auf der Rückseite des Heftes wird das monatliche Erscheinen des Mosaikheftes ab Juli 1957 angekündigt.
Der stark gefallene Preis auf 60 Pfennige ist dem geringeren Umfang (von 32 auf 24 Seiten) geschuldet.
Und der blonde Dag hat seinen Mittelscheitel eingebüßt.
Das Schwarzpulver

Es gibt der Arten viele, einen Konkurrenten zu entschärfen. Anfangs nahm man die Keule, weniger Mutige beschmissen sich mit Klamotten. Das war weniger gefährlich und trotzdem halbwegs effizient. Die schlaueren Flachköpfe erfanden dann Pfeil und Bogen. Mit diesen konnte man sowohl sein Essen als auch den Nebenhöhlenbuhler erlegen. Lange Zeit mußte sich der Frühmensch mit diesen unzulänglichen Hilfsmitteln herumplagen. Eine entscheidende Verbesserung brachte viele Jahrhunderte später die Entdeckung des Schießpulvers.

Bewiesen ist, daß Schießpulver aus 75 % Kaliumnitrat, 15 % Holzkohle und 10 % Schwefel besteht. Und ich kenne einige, die in ihrer Jugend Erfahrungen mit diesem Mischungsverhältnis
gemacht haben, einer sogar absolut schmerzliche.

     Berthold, der Schwarze

Das Schwarzpulver verdankt den Namen nicht etwa seiner Farbe (dann müßte es wohl eher Dunkelblaupulver heißen), sondern seinem "Erfinder", dem aus Freiburg stammenden Franziskaner-Mönch und Nebenerwerbs-Alchimisten Berthold Schwarz. Dieser mixte es im Jahr 1353 zusammen.
Bis etwa zur Mitte des 19. Jahrhunderts war Schwarzpulver der bedeutendste Schieß- und Sprengstoff, heute findet es nur noch Verwendung in schlichten Feuerwerkskörpern.

Nicht beweisbar ist, daß Berthold Schwarz (eigentlich Berthold der Schwarze) es tatsächlich erfunden hat. In China war es wesentlich früher bekannt und es wurde sicher auch wie viele andere Volkskrankheiten ins Abendland eingeschleppt. Allerdings setzten die Chinesen den Stoff anfangs nicht in der Rüstungsindustrie, sondern nur für pyromanische Geigeleien ein.
Die Araber nannten den Salpeter damals "Chinesisches Salz" und brachten das Zeugs oder das Rezept wahrscheinlich sogar nach Europa. Der segensreichen Pulverproduktion wurde aber in Europa schon vor dem offiziellen Erfindungstermin 1353 in verschiedenen Regionen gefrönt (Straßburg, Liegnitz, Spandau).
Bruder Berti analysierte vermutlich das Importgut und vermarktete es auf die heutige Chinesenart. Es ist nicht auszuschließen ist, daß er das Pulver auch für kriegerische Zwecke optimierte. Der gute Berthold war wohl vorrangig ein gewiefter Influentzer, der so seinen Namen weltweit in die Annalen eingehen ließ.

 

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