
Meinrath und Treskow begehen ihren Vereinigungsparteitag im
Petersburger Nobelrestaurant "Stenka Rasin" als Beginn
einer ewigen Männerfreundschaft. Wie wirds Berthulda aufnehmen? Ihre beiden Sekretäre
(nahezu ihre perfekten "Mini-Me's") überbringen gerade Einladungen für die
Zaren-Krönung und die Flottenparade in Kronstadt. Meinrath läßt sich
von Treskow die Topografie des Diplomaten-Treffpunkts erklären.
Auf einer Serviette skizziert er präzise alle militärischen Anlagen
der Festung Kronstadt. Der Kellner, der soeben die Ente flambieren will,
lauscht begierig den Ausführungen. Das lenkt ihn ab und die Ente
fängt an, lichterloh zu brennen. Dumme Idee, das Ganze mit hochprozentigem Wodka
löschen zu wollen. Das flammende Inferno ruft den Geschäftsführer
aus der Deckung und er nimmt die Beschwerden der Diplomaten entgegen.
Leider kann er den Brandstifter nicht feuern, denn dieser zeigt ihm
seinen Geheimdienst-Ausweis. Den beiden Gesandten reicht's jedoch, sie
wollen woanders weiterzechen. Der erfolgreiche Aufklärer eilt zum
Rapport beim Chef der Geheimpolizei. Dieser will nun die preußischen
und österreichischen Spione von Kronstadt und vor allem vom neuen
und geheimen Tauchboot fernhalten.
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Die beiden Botschaftssekretäre geben sich quer über den Newski-Prospekt
Flaggen-Zeichen in Sachen Zigarrenbeschaffung. Die als Straßenkehrer
agierenden
Geheimpolizisten dechiffrieren den Informationsaustausch, "Zigarre"
kann nur Tauchboot bedeuten. Da kommen die echten Straßenfeger des
Weges und verjagen die falschen Besenschwinger aus ihrem Revier. Der
vorbeidefilierende Treskow ist begeistert von der Kampfkraft der
Beteiligten, die sich an die militärische Vorgaben halten. Die
gebeutelten Polizisten beklagen sich beim Chef, daß die beiden
feindlichen Spione die Straßenkehrer auf sie gehetzt hätten. Das
führt zu verschärfter Observierung der Delinquenten. Meinrath ist
als Erster dran, sein soeben erworbenes Gemälde der Festung
Kronstadt wird ihm von den Schergen abgenommen und zerfleddert.
Wenig später werden die "Spione" zum Geheimdienst-Chef
beordert, der ihnen strikt
untersagt, an der Flottenparade teilzunehmen. Weshalb die beiden das
persönlich nehmen, ist unklar. Schließlich waren sie früher ebenso
in der Spionageabwehr tätig. Die Digedags haben
eine Idee, das Verbot zu umgehen. Sie wollen in Bauers "Seeteufel"
zur Parade fahren. Es wird aber nichts daraus, denn das Tauchboot darf
kurzfristig der Spione wegen nicht teilnehmen - auf eigenmächtige
Anordnung des Geheimdienstchefs. Auch Bauer will sich das nicht
bieten lassen. Besatzung hat er ja ausreichend und so fahren sie
los. Trotz eklatanten Versagens des Geheimdinstes ist dieser der Meinung, daß sie
nicht weit kommen werden. Aber die Sperre vor der Festung wird
kinderleicht untertaucht. Indessen wartet eine Blaskapelle am Kai,
die den Auftrag hat, unter Wasser zu spielen. Jedenfalls nach
ursprünglichem Programm. "Halb elf, unter
Wasser!" lautet der Befehl. |
Admiral
Konstantin hat von der Programmänderung keine Kenntnis erhalten und ist ärgerlich, daß Bauer mit seinem
Tauchboot nicht zur Stelle ist. Er läßt die Flottenparade trotzdem
starten. Pünktlich um halb elf marschieren die Bläser die
Kaitreppe hinab. Nachdem die Instrumente nur noch blubbern, kommt
glücklcherweise Bauer angeschwommen und rettet sie auf dem Bootsrücken. Der Admiral
kann sich das alles nicht erklären, dann kassieren verkleidete
Geheimdienstler die vier ausländischen Spione ein. Das
Unterwasser-Konzert muß nun trotzdem stattfinden. Bauer wird zum Major
ehrenhalber befördert und muß mit der neuen Mannschaft und der Kapelle auf Tauchfahrt. Trotz
gierigen Lauschens ist über Wasser kein Ton zu hören.
Die vier vermeintlichen Spione brummen nun im Verlies der Festung
Kronstadt, aber Treskow hat
die detaillierten Pläne im Kopf. Der Geheimgang wird gefunden und die Gefangenen
können unter Wasser ausbrechen. Bauer ist wieder zur Stelle, um die vier
aufzunehmen. Der Geheimdienst-Chef gibt sich schwer erschüttert, weil nichts mehr
geheim scheint. Wie schon zu befürchten war, müssen die Spione in
Bälde das Land verlassen. Meinrath und Treskow reichen sogleich ihr
Abschiedsgesuch ein. Dig und Dag sind
erleichtert, ihre nervenden Vorgesetzten los zu sein. Sie wollen aber noch
ein wenig in Petersburg prokrastinieren. In der Eremitage stoßen
sie auf ein altes Gemälde von Venedig aus dem 13. Jahrhundert, das
Erinnerungen in ihnen weckt. Im nächsten Mosaik wollen sie uns mit
diesen Abenteuern überraschen. Da freut man sich schon drauf und
verjüngt sich dabei um mehr als 60 Jahre.
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Als Überlebender der DDR kann man nur eines feststellen: Ein
wundervolles Heft in alter Tradition. Herzlichen Dank allen Beteiligten,
damals und heute. |
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